Tag-Archiv für 'zensur'

mittenwald.blogsport.de gesperrt

Ganz richtig: Die Mittenwaldseite bei blogsport ist gesperrt, zur Zeit is nur diese Nachricht zu lesen: „Gesperrt! Diese Site ist gesperrt. Sollte dies Deine Site sein, so setze Dich bitte mit dem Blogsport Team in Verbindung!“ Auf der Nadir-Site steht auch nix dazu. Weiss wer was da los ist?

indymedia 2.0

Niemand findet indy so richtig gut. Mein Problem ist immer die Trennung von Müll und nicht-Müll, hinsichtlich Relevanz und Glaubwürdigkeit – ohne immer lange recherchen anstellen zu müssen, und ohne x Seiten anzuschauen um mir ein Bild zusammenzustückeln. Ich will etwas mit dem zentralen Charakter von indymedia, mit der Möglichkeit von dezentraler redaktioneller Bewertung. Mir schwebt so was vor:
* Eine, oder wenige, Seiten die, ähnlich wie Digg oder Slashdot, die Möglichkeit bieten irgendeine Seite/Artikel/posting/Kommentar pseudonym als relevant vorzuschlagen.
* Die Möglichkeit, wieder pseudonym, die von anderen geposteten Seiten hinsichtlich Glaubwürdigkeit und Relevanz zu bewerten.
* eine Kommentarfunktion, einzelne Kommentare können wieder nach Relevanz und Glaubwürdigkeit bewertet werden.
* Die Pseudonyme müssen insofern sicher sein, dass die Leserin davon ausgehen kann dass hinter allem was unter dem Pseudonym, z.B., „beerpunk1328″ veröffentlicht wurde vom gleichen Personenkreis oder der gleichen Person kommt.
* Pseudonyme müssen ausserdem insofern sicher sein, dass es eine einfache und sichere Möglichkeit gibt, zu überprüfen ob hinter dem Pseudonym „Autonome Zelle Bad Hausen“ tatsächlich die Autonome Zelle Bad Hausne steckt, und nicht irgendwelche Wichtigtuer. Diese Überprüfung muss logischerweise über einen zweiten Weg (z.B. Homepage der AZBH oder andere Gruppe) erfolgen.
* Infosyndikat, indymedia, diverse lokale Portale und Seiten einzelner Gruppen sowie eigentlich das komplette Internet stellen so quasi das back end da.
* Als weiteres back end wäre eine Art Wikinews interessant, um eine einfachere Zusammenarbeit an Artikeln zu ermöglichen.
* Es muss eine Möglichkeit geben, einzelne Pseudonyme zu bewerten, hinsichtlich so Fragen, wie: Wenn die was für Relevant halten, interessiert mich das einen Furz? Glaub ich denen?
* Diese Bewertung kann vielleicht vom individuellen Leser für sich abgestuft werden – glaube ich der Projektwerkstatt, wenn sie eine Aktion für nachahmenswert hält? Dem Linksruck, wenn sie sich über Demo-teilnehmer_innenzahlen äussern?
* Transparenz – geheime Bewertungsalgorythmen (wie bei Slashdot) sind m.E. nach ein Schmarrn.
* Die Luxusvariante wäre eine Art Wikinews, mit der Möglichkeit einzelne Edits (hinsichtlich Glaubwürdigkeit) zu bewerten – ich kann mir dann den Artikel in der neuesten Variante anschauen, oder in der die so-und-so viele Leser_innen als Glaubwürdig einstufen.

Die Frage ist, wie kann so was einfach realisiert werden? Ich bin selber kein grosser Kenner der diversen web 2.0 Schmankerl, mag mir aber mal ein paar Sachen anschaun und gucken wie nachahmenswert die sind. Und natürlich bin ich für Fragen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge offen!

Online Zensur – wer liefert die Technik?

Via kosmic luxury bin ich auf diese Liste der Länder gestossen, die am intensivsten Online Zensur betreiben. Zumindest Saudi Arabien bezieht, laut german foreign policy, seine Zensurtechnik aus der BRD (hab ich schonmal was kurzes zu geschrieben). Wie machen das die anderen? Zum Teil helfen die „grossen“ im Business (Google, Yahoo) mit, einige Staaten haben eigene Behörden dazu – Zusätzlich interessant ist die Frage, welche Firmen in den Metropolenstaaten bei Tugendterror und Verfolgung von Dissident_innen mithelfen. Wer weiss da was? Wurde da mal was recherchiert zu?

Finanzierungskonferenz in München

In Anbindung an die Siko in München findet ja auch wieder eine Finanzierungskonferenz des BDI für Nordafrika und den mittleren Osten statt. Bei der Finanzierungskonferenz geht es einerseits um die Öffnung von Märkten fürs deutsche Kapital, insbesondere im Hinblick auf Rohstoffimporte und die Nutzung der Region als verlägerte Werkbank. Andererseits sollen Investitionen in Deutschland als Anlagemöglichkeit für Petroeuros propagiert werden. Ein Artikel bei german foreign policy beschreibt die deutschen Interessen in Hinblick auf Exporte sehr detailiert.

Besonders interessant daran finde ich den Aspekt des Exportes von Überwachungs- und Sicherheitstechnologie.
Saudi Arabien und die Emirate sind grosse Aufkäufer deutsch Technologie, die hierzulande u.a. aus Datenschutzgründen noch nicht flächendeckend eingesetzt werden kann. Genannt werden Iris Scanner und Technologien zur Zensur im Internet. Als ein Anwendungsgebiet wird dir Kontrolle von Arbeitsmigrant_innen in Saudi Arabien genannt.

Ich sehe hier mehrere Anknüpfungspunkte für eine internationalistische Praxis: Einmal das Themenfeld Internet-zensur, Zensur des öffentlichen Raumes in autoritären Regimen die eifrig Tugendterror betreiben. Zum anderen ist hier aber auch ein Anknüpfungspunkt für antirassistische Kämpfe, für eine Solidarität mit den vom Saudi-regime drangsalierten Migrant_innen. Last not least ist hier ein Fall, in dem europäische Repressionstechnologie andernorts erprobt wird.
Als Quelle gibt der gfp text nur die Bundesagentur für Aussenwirtschaft an: http://www.bfai.de/

Infosyndikat nutzen

infosyndikat.de ist eine Seite, die u.a. RSS-feeds von vielen linlen Medien und Kampagnen zusammenführt. Ich würde allen aktiven empfehlen, sich das mal hier anzuschauen, und gegebenenfalls für die eigene Ini nutzen. Neben den Vorteilen die die nennen (gute Bewertung bei Suchmaschinen, viele Leser_innen), finde ich die Vorstellung einen RSS-feed zu haben, in dem alles was irgendwie politisch interessant sein könnte enthalten ist reizvoll – grossartiges kann hier entstehen, wir müssen nur noch rausfinden was und wie.

Definitionsmachtaktion, und Indy-Reaktion

Gerade via infosyndikat gefunden: Antisexistische Aktion im nächtlichen Berlin.
Der Artikel, in dem eine Aktion zum Thema Definitionsmacht dokumentiert wird, stand nicht auf der Startseite, was auch am Artikelanfang eigens kommentiert wird. Er war aber erstmal im open-posting verfügbar. Was mit gerade nicht klar ist, ist ob sich die dort geäusserte Behauptung er sei versteckt darauf bezieht, oder ob er tatsächlich zwischenzeitlich versteckt war.

Sei es wie es sei, dass ganze ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, dass auf indymedia doch eine redaktionelle Kontrolle unter engen inhaltlichen Gesichtspunkten stattfindet, wie in fast allen Medien. Nur dass sie hier hartnäckig geleugnet wird. Andere Beispiele sind die vielen Il Manifesto Artikel zum Thema Libanon, von denen Übersetzungen auf Indy geposted wurden. Ich finds super, dass es die Übersetzungen gibt, nur ist das ein glatter Verstoss gegen die Moderationskriterien. Einer der vermutlich deshalb geduldet wird, weil die Stossrichtung der Artikel klar anti-impig ist, und damit wohl den Indy-moderator_innen gefällt.

Für den Fall dass der indy-artikel nochmal versteckt wird, poste ich ihn mal hier.
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