Tag-Archiv für 'veranstaltung'

Griechenland

Dieser indymedia-Artikel fasst einige Fakten zu dem tragischen Tod von drei Bankangestellten in Athen zusammen. Für mehr Hintergründe dürften die zwei Veranstaltungen der Karawane interessant sein: Da geht es um Staatsbankrott und soziale Kämpfe, aber auch um die Bemühungen hier ihr Grenzregime zu modernisieren. Vielleicht kommt die Kneipenschlägerei, die einige Maltesische Frontex-Offiziere anzettelten, auch vor.

Die Zerstörung der Mittelschicht und der Aufstieg Berlusconis

Die Veranstaltung mit Sergio Bologna heute Abend verspricht spannend zu werde:

Die politischen Erfolge von Berlusconi, seiner Bewegung „Forza Italia“ und der mit ihr verbündeten „Lega Nord“ in dem durch die Tradition der Arbeiterbewegung geprägten Italien sind schwer erklärlich. Nach Sergio Bologna liegt der Schlüssel zum Verständnis dieser Entwicklung vor allem in der radikalen Umwälzung der italienischen Sozialstrukturen seit Anfang der neunziger Jahre. Die Privatisierungswelle, die extreme Verkleinerung der Unternehmen, eine forcierte Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse und eine außerordentliche Zunahme der selbstständigen Arbeitnehmer kennzeichnen diesen Wandel. Heute sind ein Viertel der Beschäftigten in Italien sogenannte „selbstständig Arbeitende“.
Sergio Bologna, ehemaliger Hochschullehrer in Italien und Deutschland, ist Mitglied des Vorstands der freien Gewerkschaft der selbstständigen Arbeit in Italien. Autor von: „Die Zerstörung der Mittelschichten. Thesen zur neuen Selbstständigkeit“ (Graz, 2006).

20:00 Uhr, Gasteig, Vortragssaal der Stadtbibliothek (EG 12 E), 6€

Balestrini in der Black Box

Am kommenden Dienstag ist eine Abendveranstaltung mit dem Autor Nanni Balestrini im Gasteig. Zu meiner grossen Überraschung gibts Genoss_innen, denen der Name nichts sagt, deshalb in aller Kürze: Balestrini hat 68 in Italien die Gruppe Potere Operaio mitgegründet und musste 79 nach Frankreich ins Exil, da ihm die Mitgliedschaft in den Brigate Rosse vorgeworfen wurde. Zusammen mit Primo Moroni schrieb er „Die goldene Horde“, meines Wissens nach das Standardwerk über die Autonomia. In seinen Romanen geht es um verschiedene soziale und politische Bewegungen – „Wir wollen alles“ behandelt die grossen Streiks bei Fiat, das Hooligan-Epos „I Furiosi“ (Die Wütenden) beschreibt die Fankultur des AC-Milan und das kleinkriminelle Milieu darum. Am bekanntesten dürfte „Die Unsichtbaren“ (Gli Invisibli) sein, dass der Generation 77 – der ersten Welle Autonomer Politik in Italien – ein Denkmal setzt. Ein kurzer Auszug:

unser Zentrum war mitten in der STadtund das ganze umliegende Viertel war praktisch von uns besetzt die Leute der Szene schweiften dort umher auf den Bänken des kleinen Parks lagerten den ganzen Tag über Genossen etwa zweihundert Meter entfernt war ein Kaufhaus das tagtäglich von Gruppen von Genossen heimgesucht wurde irgendwann beschloss die Geschäftsleitung gegen diese täglichen schamlosen Raubzüge etwas zu unternehmen und stellte massenhaft Wärter auf die rannten eines Tages hinter ein paar Genossen her die Lebensmittel geklaut hatten rannten auch noch draußen auf der Strasse hinter ihnen her und die Genossen rannten zum Zentrum und schrien laut einen Augenblick lang herrschte Großalarm alle rannten hinaus mit den Fahnen die in Wirklichkeit Spatenstiele waren mit einem roten Stofffetzen dran

auf so etwas waren die Wächter nicht gefasst sie machten vor den ersten roten Fahnen Halt kehrten um und rannten zurück sie hatten jedoch den Namen einer Genossin rausgefunden und zeigten sie an und aus Angst vor unserer Reaktion foderten sie zwei Auto mit Bullen an die von nun an vor dem Eingang standen daraufhin ließen sich die Genossinnen eine schöne Aktion einfallen sie zogen sich alle elegant an und gingen zu zwanzig dreißig ins Kaufhaus und als sie drin waren schlenderten sie mit Rasierklingen durch die Bekleidungsabteilung und ritsch ratsch Jacken Pullover Röcke Hoen Mäntel Capes es war verheerend Schäden in Millionenhöhe und dann gingen sie selenruhig wieder hinaus keiner hatte etwas gemerkt die Polizeiautos standen noch zwei Wochen vor dem Eingang und währenddessen gingen die Leute in einen anderen Supermarkt klauen und dann ging hier wieder alles von vorne an

[…]

In der Zwischenzeit war jedoch ein anderes Problem aufgetaucht das uns plötzlich zu schaffen machte das war das Heroinproblem das immer weitere Kreise zog und auch in die Bewegung einzudringen begann tagelang diskutierten und diskutierten wir darüber ist ja klar das denen an der Macht diese Situation gerade recht kommt die schon einen Haufen Tote gefordert und viele zu Zombies gemacht hat die nun mit Spritze und Löffel an den Brunnen auf den Plätzen herumhängen klar das dem Heroin am ehesten diejenigen verfallen die das System am meisten ablehnen und es nicht mehr ertragen können das Heroin bietet uns ein individualistisches und selbstzerstörerisches Ventil für unseren Wunsch nach Veränderung für die Wut die wir in uns haben

Klima-Veranstaltungen

Mittwoch, 17.2, gibt es im Mittwochskafe eine Nachbereitung zum Klimagipfel in Kopenhagen aus Autonomer Sicht, angeblich um 20:00. Am Freitag, 19.2, lädt der Revolutionär-sozialistische Bund zu einem Vortrag über ökologische Fragen bei Marx und Engels. Der Vortrag ist Auftakt zu einer längeren Veranstaltungsreihe. Um 19:00 in der Ligsalzstr. 8.

Die Ischinger-Geschichte

Die erste Pressekonerenz des Bündnisses gegen die Siko ist über die Bühe gelaufen – eine kleine Artikelsaammlung findet sich hier.
Nach einem Go-In durch autonome Gruppen bei einer Attac-Veranstaltung mit Siko-Chef Ischinger im Sommer unterstützt Attac dieses Jahr den Bündnisaufruf nicht, was interessanterweise nur von den linkeren Medien aufgegriffen wurde. -Wortgleich heisst es in junger Welt und Neuem Deutschland:

Attac München trägt den diesjährigen Demonstrationsaufruf erstmals nicht mit. Dies gehe auf die Sprengung eines von Attac veranstalteten öffentlichen Streitgesprächs mit Siko-Leiter Wolfgang Ischinger durch eine Gruppe von Autonomen, u. a. den »Arbeitskreis Internationales«, zurück, sagte Attac-Sprecher Pfaff gegenüber ND. Im Anti-Siko-Bündnis sei die Aktion der Autonomen aber mehrheitlich missbilligt worden.

Nun, auch die Ischinger-Veranstaltung selber wurde im Bündnis nicht nur begeistert registiert. Dass der Attac-Aktivist Henning Hinze in seiner Funktion als junge Welt Autor die politischen Gründe für das Go-In unter den Tisch fallen lässt, folgt einer machtpolitischen und intriganten Logik.
Damit sich alle ein Bild machen können, hier die gemeinsame Erklärung der Antifa NT und des AK Internationalismus zu dem Go In bei Ischinger:

Für Freitag, 3. Juni, hatte Attac München den Chef der NATO-Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel “Friedensrisiko NATO” Attac trifft die Münchner Sicherheitskonferenz ins Münchner Eine Welt Haus eingeladen. Ischinger, der die Leitung der Konferenz seit 2008 von Horst Teltschik übernommen hat, bezeichnet die Siko als das wichtigste Forum zum Gedankenaustausch von Entscheidungsträgern der internationalen Sicherheitspolitik. Einer militärischen Sicherheitspolitik, die für Millionen Menschen Krieg, Unterdrückung und Tod bedeutet. Gegen diese Kriegspolitik, die auf der Siko verhandelt wird, leisten wir seit Jahren als Teil eines breiten Bündnisses, an dem sich neben vielen anderen Gruppen auch Attac beteiligt, Protest und Widerstand. Ein Grundkonsens des Bündnisses war immer: an der Siko gibt es nichts zu verbessern und zu reformieren, diese Kriegstreiberkonferenz hat keinerlei Berechtigung stattzufinden und gehört verhindert und abgeschafft. Vor diesem Hintergrund hat das Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz einem Dialog mit Vertreter_innen der Siko stets eine klare Absage erteilt. In diesem Sinne war eine Teilnahme des Siko-Chefs Ischinger als Redner bei einer Attac-Podiumsveranstaltung im Eine Welt Haus für uns nicht tragbar und stand zudem im krassen Widerspruch zu den Grundsätzen, auf die wir uns bislang im Aktionsbündnis geeinigt hatten. Deshalb entschieden wir uns, Ischingers Auftritt aktiv zu verhindern. Unser Ziel an diesem Tag war nicht, die komplette Veranstaltung, zu der auch andere Podiumsgäste geladen waren, zu sprengen, es ging uns lediglich darum, den prominenten Kriegstreiber Ischinger nicht auftreten zu lassen. Zunächst blockierten wir den Eingang des Eine Welt Hauses, um Ischinger den Zutritt zu verwehren. Nachdem diesem aber von Veranstalter_innen und einzelnen Gästen der Weg aufs Podium freigeschoben wurde, wollten wir ihn dennoch nicht zu Wort kommen lassen. Da wir es ihnen verunmöglichten, die Veranstaltung mit Ischinger als Redner durchzuziehen, indem wir ihn durch lautes Rufen übertönten, entschlossen sich die Veranstalter_innen von Attac schließlich zum Abbruch.

Einzelne Attac-Leute und Besucher_innen drohten uns damit, die Veranstaltung mit Polizeigewalt gegen uns durchzusetzen ein unserer Ansicht nach völlig untragbarer Eskalationsversuch, dem allerdings von der Mehrheit des Attac-Koordinationskreises und von der Geschäftsführung des Eine Welt Hauses eine Absage erteilt wurde. Eine Attac-Vertreterin sprach gegenüber der Süddeutschen Zeitung von einer Niederlage für die Demokratie (SZ, 06.07. 2009); wir wurden mit Metaphern wie brüllende Linienrichter an fremden Spielfeldrändern (Junge Welt, 06.07.2009) bedacht; obwohl wir unsere Aktion bewusst auf eine Stehblockade und lautes Rufen beschränkten und dabei zeitweise recht ruppig herumgeschubst wurden, wurde uns fälschlicherweise die Anwendung physischer Gewalt vorgeworfen. Neben all der Polemik, und den Unterstellungen und der skandalösen Forderung nach einem Polizeieinsatz gegen lautstarke Kritiker_innen taucht aber auch eine ernsthafte Frage auf, die wir näher diskutieren wollen: Wann kann sich eine linke Gruppe das Recht nehmen, die Veranstaltung einer anderen linken Gruppe, mit der man in einem größeren Bündnis zusammenarbeitet, zu stören.

Für uns war mit der Einladung Ischingers eine Schmerzgrenze des Hinnehmbaren überschritten. Ziel von Protest und Widerstand gegen die Siko, so der Konsens im Aktionsbündnis, war und ist, diese Konferenz zu delegitmieren. Vor diesem Hintergrund ist es ein fatales Signal, in die Öffentlichkeit wie in die Bewegung, wenn Mr. Siko auf einmal Gesprächspartner der Protestbewegung ist.

Die SZ schreibt, dass wir als Sikogegner_innen längst darüber streiten, wie man in der Nach-Teltschik-Ära mit der Konferenz umgehen soll. Viermal schon haben sich Vertreter des Projekts ‘Sicherheitskonferenz verändern’ mit Ischinger getroffen. Der frühere deutsche Botschafter in London hat im Zuge der Gespräche das Treffen für Kritiker geöffnet und einen Friedensaktivisten als Beobachter geladen. Wo Teltschik noch mit einer absurden Friedensplakette versucht hatte, seiner Konferenz einen friedlichen Anstrich zu verpassen, bindet Ischinger vermeintliche Konferenzgegner_innen ein. Auch wenn Attac nicht an eine Reformierbarkeit der Siko glaubt, das Resultat wäre das gleiche: Ischinger präsentiert sich massenmedial als einer, der offen für den Dialog mit seinen Kritiker_innen ist. Auch wenn Ischinger bei einer Veranstaltung argumentativ zerlegt werden sollte: Das, was in der breiten Öffentlichkeit von einem solchen Auftritt primär wahrgenomen wird, ist das Bild einer Annäherung zwischen Vertreter_innen von Attac als Teil des Bündnisses gegen die Siko, und den Macher_innen der Siko durch Dialog. Damit erfüllt Attac faktisch jene Feigenblattfunktion, die sie selbst zurecht in ihrem Diskussionspapier vom 03.07.2009 denjenigen vorwerfen, die als KritikerInnen an der Sicherheitskonferenz teilnehmen. Für Ischinger, einen durch langjährige Diplomatentätigkeit geschulten PR-Profi, ist es Teil seiner Öffentlichkeitsstrategie, den klaren Widerspruch zwischen den Kriegstreiber_innen der sog. Sicherheitskonferenz und uns Gegner_innen zu verwischen. Für Ischinger ist seine Inszenierung einer Annäherung mit Kritiker_innen Teil des Konzepts, dem Treffen der Welt-Kriegselite im bayerischen Hof das Image einer Friedenskonferenz zu verleihen gerade weil wir die öffentliche Legitimität der Siko durch unsere Antikriegsproteste in den letzten Jahren wirksam angegriffen haben. Ischingers Dialog mit Kritiker_innen dient der Neutralisierung von Kritik und Protest durch Einbindung. Am Rande bemerkt: Ischingers PR-Strategie ist so völlig neu nicht bei den Gipfeltreffen der führenden Repräsentant_innen des kapitalistischen Weltwirtschaftssystems, wie G8-Gipfeln, IWF-Konferenzen oder World Economic Forum, werden seit Jahren einzelne Vertreter_innen von globalisierungskritischen NGOs als nützliche Idiot_innen mit eingeladen. Aus diesen Gründen war für uns klar, dass ein Ischinger auf einer Veranstaltung, die für den Widerstand gegen die Siko steht, nicht reden darf. Am liebsten natürlich nirgendwo sonst, aber wir können nicht überall sein.

Wir stehen dazu, dass es richtig war, Ischingers Auftritt zu verhindern.

Auch in der Presse kamen die Gründe für unsere Aktion durchaus an. Für die Autonomen – und nicht nur sie – ist diese Annäherung eine Farce (SZ, 06.07.2009), schreibt die Süddeutsche über Ischingers Dialog-Theater mit Siko-Kritiker_innen. Klar ist für uns jedoch auch, dass das direkte Stören einer Attac-Veranstaltung für uns eine, in diesem Fall nötige, Ausnahme war und nicht der Normalzustand eines erstrebenswerten Umgangs innerhalb der Münchner Linken. Da wir aber erst drei Tage vor der Veranstaltung von Ischingers Auftritt erfahren haben, war keine Zeit mehr das Gespräch mit Attac zu suchen. Im Nachhnein sehen wir es als unseren Fehler an, dass wir unseren Entschluss, Ischinger als Redner nicht zuzulassen, trotz des Zeitdrucks nicht transparent gemacht haben.

Gegenüber unseren langjährigen Bündnispartner_innen wollen wir anderes als gegenüber Ischinger und anderen Kriegstreiber_innen durchaus auf Dialogbereitschaft setzen. Zu einem vertrauensvollen Umgang unter linken Bündnispartner_innen gehört jedoch für uns auch, dass gemeinsame Grundsätze wie kein Dialog mit Kriegstreiber_innen nicht eigenmächtig ausgehebelt werden und dass es keinen Einsatz der Polizei oder auch nur die Drohung damit gegen lautstarke Kritiker_innen eigener Veranstaltungen geben darf. Wir hoffen, dass auch in Zukunft der Konsens Kein Dialog mit Kriegstreibern aufrecht erhalten bleibt.

In diesem Sinne:
Bundeswehrgelöbnis am 30. Juli in München verhindern Bundeswehr wegtreten! NATO-Sicherheitskonferenz 2010 angreifen!

AK Internationalismus
Antifa NT

Was tun mit dem Aufwind?

Die autonome Linke in München ist mal wieder etwas besser aufgestellt – mehr Gruppen, mehr Aktionen die gut klappen. Zeit, darüber zu reden was wir dieses Jahr noch so alles aushecken wollen, Zeit sich über Perspektiven auszutauschen. Findet jedefalls die Antifa NT, und lädt am Do., 7.1. zur

Diskussionsveranstaltung zu Perspektiven antifaschistischer und linksradikaler Praxis in München
Das letzte Jahr lief nicht unbedingt schlecht für die radikale Linke in München, vielmehr gab es im Rückblick betrachtet eine Vielzahl von Aktionen, Diskussionen, Mobilisierungen zu verschiedensten gesellschaftlichen und politischen Ereignissen und Entwicklungen. Um nur einiges zu nennen: Eine große und kraftvolle Demonstration gegen die SiKo, eine gemeinsame Mobilisierung gegen den Nato-Gipfel in Strasbourg, Gegenaktionen gegen drei Naziaufmärsche und eine Vielzahl anderer Naziaktivitäten, wie etwa Kundgebungen, Mahnwachen, Infostände etc., die Antifademo zum 8.Mai, zudem noch eine, vor allem anfangs starke, Teilnahme an den aktuellen Student_innenprotesten oder etwa auch die Aktionen gegen fundamentalistische Christ_innen und Abtreibungsgegner_innen.
Wir glauben, dass es mit der radikalen Linken in München aufwärts geht, dass mehr Menschen erreicht werden können, dass Inhalte und Ziele besser vermittelt werden, dass sich mehr Menschen organisieren und eigenständig aktiv werden. Allerdings und da dürfen wir uns nichts vormachen ist die radikale Linke nach wie vor gesellschaftlich marginal. Dies gilt es zu ändern.Wir wollen mit euch die Ereignisse und Entwicklungen, Stärken und Schwächen, Bewegungen und Stillstände, vor allem aber über Perspektiven linksradikaler Poltik in München diskutieren. Dazu wird es ein kurzes Inputreferat geben, in dem wir eine kurze Chronologie geben wollen und einige Thesen vorstellen, um danach mit euch in die Diskussion einzusteigen.
Darüber hinaus gibt`s wie immer Antifa-News, kühle Getränke und den offenen Antifa-Stammtisch. In der Küche zaubert das Kulinariat. Beginn ca 21 Uhr. Offen ab 20 Uhr, Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 104 (Aufgang 2)

Die Auflistung an Aktionen ist natürlich nicht komplett, eines fällt aber auf: Pessimistisch gesehen hat die autonome Linke Münchens drei Themen (Antimilitarimus, Antifa, pro choice), dazu haben sich Genoss_innen in die Studiproteste eingebracht. Für eine autonome Linke, die sich stark über Antifa definiert ist das nicht schlecht. Aber wir wollen mehr, und darin sehe ich eine grosse Chance an einer Veranstaltung, bei der über Gruppen- und Teilbereichsgrenzen hinweg diskutiert wird: Ausloten, in welche gesellschaftliche Bereiche wir uns noch einmischen wollen, gucken welche Politikformen wir uns jenseits von Kampagnenpolitik vorstellen können und darüber reden wie wir unsere nächsten Aktionen grösser, verückter, gemeiner und offener hinkriegen. Ich freu mich drauf.

Ein langer Tag, ein bisschen Text?

Am Samstag ist in Berlin der lange Tag des Antimilitarismus, mit einem recht spannendem Programm. Wenn ein paar Leute da hingehen und hinterher etwas zu den einzelnen Veranstaltungen schreiben, fände ich das super. Also macht mal.

Gutes Regionalgeld-bashing

Harald Winkler, der zu dem Thema auch nächst Woche referiert, hat einen guten Artikel zur Kritik am Regionalgeld geschrieben. Gut vor allem deshalb, weil er die sozialen Effekte einer Regionalgeldwirtschaft genau unter die Lupe nimmt, und sich nicht mit dem Verweis begnügt, Silvio Gesell sei Antisemit gewesen. Der Aspekt, dass Regionalgeld faktisch eine Art Kund_innenbeschaffungsmassnahme für den lokalen Mittelstand, ist mir etwas unterbelichtet. Wichtig finde ich aber diesen Kritikpunkt:

Es sind aber von seiten der VWeG [=Münchener „Verbindungswerk eG“] meines Wissens keinerlei soziale oder ökologische Standards festgelegt worden, die für die beteiligten Unternehmen in irgendeiner Weise verbindlich wären!
Im sogenannten „Qualitätssiegel des Verbindungswerks“ heißt es lediglich: „Gezielte Auswahl der Mitglieder nach Kompetenz und Qualität des Unternehmens- die Mitglieder sind persönlich bekannt.“ Irgendwelche Kriterien für „Kompetenz und Qualität“ werden nicht genannt. Persönliche Bekanntschaft ersetzt allgemein verbindliche Richtlinien. Mit dieser Methode schafft man keine Transparenz, sondern ein geradezu ideales Umfeld für Manipulation und Günstlingswirtschaft.

Früher haben linke Kollektivbetriebe gegründet, und versucht sich gegenseitig zu unterstützen – z.B. im Netzwerk München. Wenn heute z.B. Leute von attac-München meinen1, für den Münchner Regio Werbung machen zu müssen, dann ist das demgegenüber ein riesiger Rückschritt.

  1. So geschehen vor einigen Monaten bei einer Party in der Glocke [zurück]

14 – 20.05

16.05 Infoveranstaltung über Globalisierungskritk von rechts und den Faschoaufmarsch in Schwerin, Im Marat.
17.05 Tierlinkskafe im Marat
18.05 Anti-G8 soli-konzi im Marat: Irie Invaders & Raggabund.
19.05 Auftaktdemo der Bundesweiten Karawanetour.
20.05 Demo gegen das Annabergedenken in Schliersee.

Wochenplan (ii)

Heidanei! Die Marat-Seite ist immer noch offline, damit wenigstens irgendjemand den Weg zu einer der fabulösen Veranstaltungen diese Woche findet, hier mal wieder ein Wochenplan. Frage am Rande: Wieviele Münchner_innen lesen eigentlich bisweilen diesen blog?

Mi. 09.05 Mittwochskafe
Oaxaca Veranstaltung, veranstaltet vom Ök Büro. Lecker Essen und Musik aus der Konserve gibt es auch.

Do, 10.05 Roots Bar
Antifaschistisches Skinheadkafe

Fr, 11.05
Infoabend der Karawane München, zur Karawanetour nach Heiligendamm und zum G8 und Migration-aktionstag. Nachher Party.

Fr. 12.05 Sicherheitsgefährder
Party der J.o.G. München, Dresscode: Ganovenstyle.

So. 13.05 20:00 (Tickets) Grosse Anti-G8 Versammlung!
Es geht darum Anreise (Gruppentickets) und weiteres abzukaspern.

Alle Veranstaltungen sind im Marat – Thalkirchner 104, Nähe Goethplatz.