Tag-Archiv für 'street-art'

Das einzige Werk, das Bestand hat

Das Haus von Stefan Aust
Stefan Aust hat ’85 das Buch „Der Baader Meinhof komplex“ geschrieben. In der Nacht zum Donnerstag warfen ihm Unbekannte die Fensterscheiben ein und Farbgefüllte Marmeladengläser gegen die Fassade. Trotz eines gewissen Eifers auf Seiten der Polizei, wie z.B. einen Bahnhof umstellen und komplette Züge kontrollieren, gab es keine Verhaftungen mit unmittelbarem Tatverdacht.

p.s. Birgit Hogefeld und Christian Klar müssen raus aus dem Knast.

(abendblatt, netzzeitung, bild)(via)

Reverse Graffiti?

Via nerdityourself bin ich auf einen jetzt.de Beitrag über sog. reverse Graffiti gestossen – mit Bürsten oder anderen Reinigungsmitteln werden Graffiti in Dreck gezeichnet. Was nach einer genialen, repressionssicheren Methode klingt, funktioniert in München nur bedingt. Hier gibt es verflucht wenig Dreck, mit dem Mensch arbeiten könnte.
Ausserdem ist mir ein Fall bekannt, in dem ein Mensch wegen Sachbeschädigung angezeigt wurde weil er einen (Nazi-)Aufkleber abgekratzt hatte. Ein Bulle, der in Zivil auf dem Heimweg von der Arbeit war hatte ihn gesehen und festgehalten, Anti-Antifa in Aktion. Das Verfahren wird vermutlich wegen totaler Absurdität eingestellt werden, Stress und ein paar Stunden auf der Wache hat es aber jetzt schon gebracht. Wirklich Repressionssicher sind aber wohl nur harmlose Botschaften auf der eigenen Wand.
Um hier keine Paranoia zu verbreiten, es wurden in den letzten Monaten etliche Fascho-Aufkleber übermalt, überklebt oder abgekratzt, ohne dass irgendwer deshalb Stress hatte – Keep up the good work!

1. Mai Nachlese

Viele aus München waren am ersten Mai in Nürnberg, bei der guten Demo und bei den frustigen Versuchen, an x Bullenabsperrungen vorbei auf die Naziroute zu kommen und selbige zu blockieren. Auf zwei Nettigkeiten davor und danach will ich nochmal hinweisen.
Zum einem auf die Vordemo, bei der die Stadt aufgefordert wurde den Nazis nicht unbedingt den roten Plüschteppich auszurollen. Der erste Mai selber hat gezeigt, dass es nicht gelungen ist genügen öffentlichen Druck aufzubauen. Aber eine öffentliche Auseinandersetzung darüber, wie ausgeprägt der politische Wille bei Polizei und Stadtspitze ist, Naziaufmärsche zu ermöglichen ist überfällig.
Wie erwähnt, am Tag selber ging nicht viel gegen die Nazis. Die Bullen hatten einen Stadtteil mit mehreren Raihen Gittern abgesperrt, wohl vor allem um zu verhindern dass der bürgerliche Kundgebung mit Beckstein als Redner durch effektive Blockaden die Show gestohlen wird. Als Reaktion darauf ist dann wohl diese Street-Art Aktion zu sehen: „… haben AktivistInnen eine Parole am Rathenauplatz auf das Gebäude der bayrischen Beamtenversicherung gesprüht. Dort stand zu lesen: 1. Mai Nazis laufen dank Bullen und Stadt. Außerdem war die Nürnberger SPD-Zentrale Ziel eines Farbanschlags geworden, der auch das Glas der Tür nicht ganz ließ.