Tag-Archiv für 'rassismus'

Die Elite und ihr Arschgesicht

Armin Nassehi, der bei der Sarrazinveranstaltung am Mittwoch als kritisches Feigenblatt auf dem Podium saß, hatte eine einigermaßen kluge These: „[Sarrazin] kommt mir vor wie ein bürgerlicher Beobachter, der mit der Unordnung der Welt nicht klarkommt.“ Das kam beim Publikum schlecht an:

Weite Teile des Publikums sind außer sich vor Wut, schreien, brüllen gar. Und so geht das weiter: Ist Sarrazin am Ball, klatschen viele, steigern sich zur Ekstase. Läuft der Konter über die Zange Nassehi-Steingart, buhen die meisten oder zumindest die lautesten Besucher – das geht bis hin zu wüsten Beschimpfungen.

(Luzi-M)
Also das, was zu erwarten ist wenn sich 700 Rassist_innen versammeln, um sich ihr Weltbild bestätigen zu lassen. Irgendeine Mischung aus Doofheit, Ruhmgeilheit und Arroganz hat wohl verhindert, dass Nassehi das vor dem Auftritt kapiert. Anders als etliche Wissenschaftskolleg_innen, anders als „etwa 150 Punks, Altline und Autonome“ vor der Tür. Gut das der Mann studiert hat.
Sein Kommentar zu den Buhrufen, etc., war dann folgender: „Ich bin erstaunt über die Proletarisierung des Publikums.“ Die Angst des Großbürgers vor dem Abstieg, da ist sie wieder.

The Danger of a single Story

Ich tue mich schwer damit, die Veranstaltung 125 Jahre Berliner Afrikakonferenz zusammenzufassen. Stattdessen gibt es ein kleines Filmchen, dass auch Teil des einen Vortrages war: „The danger of a single story“, ein 20 min. kurzer Vortrag von Chimamanda Adichie. Die nigerianische Schriftstellerin erklärt darin relativ prägnant, wie rassistische und andere Stereotypbildung funktioniert, ohne wissenschaftlich zu werden. Als kleine diskurstheoretische Einführung sehenswert, ausserdem scheint sie eine ganz coole Person zu sein:

Was mir noch fehlt, ist der Gedanke, dass wenn mal so eine single story etabliert ist, auch eher Geschichten erzählt werden die diese bestärken. Was auch fehlt, ist dass manche an bestimmten single stories festhalten wollen, und andere Erzählungen schlichtweg nicht wahrnehmen.

Adichie schlägt als Strategie gegen die etablierten single stories vor, mehr verschiedene Geschichten zu erzählen. Das ist, zugegebnermassen, keine neue Idee. Aber eine ganz gute, und eine für die blogs gut geeignet sind. Deshalb will hier zum Abschluss Werbung für drei Projekte machen, die der herrschenden Erzählung über Migration andere Geschichten entgegensetzen:
Jogspace.net ist die Präsenz der Migrant_innen Selbstorganisation Jugeendliche ohne Grenzen, komplett mit eigener blogging-Plattform: planet.jogspace.net. Leider sind viele der Jogblogger_innen etwas inaktiv, mit zwei Ausnahmen. Birds of Immigrants und Schengendanglehier schonmal vorgestellt – sind Kollektivblogs von Flüchtlingen, die sich gerade mit dem europäischem Grenzregime herumschlagen. Kennt ihr ähnliche Versuche, den hiesigen rassistischen Erzählungen etwas entgegenzusetzen? Nur her damit!

No Border

Mit „No Border – Mit dem rassistischem Normalzustand brechen“ hat die r | antifajugend münchen ihren Beitrag zum grossen 30.4 Aufruf-Buffet abgeliefert.

Inhaltlich geht es hier um Rassismus in Schule, Arbeit und Gesellschaft. Die r|am nutzt den 30.4, um sich mal zu einem Thema zu äussern, das im Tagesgeschäft einer Jugendantifa sonst nicht vorkommt. Leider ist das ganze etwas gestückelt, ein roter Faden und etwas mehr Erklärung wie das alles zusammenhängt fehlt mir. Schade insofern, weil Rassismus im kampagnenpolitischen, autonomen Diskurs sonst dann vorkommt, wenn es gegen staatlichen Rassismus geht, oder darum den eigenen Antifaschismus zu begründen – wodurch dann eben Bildungsbereich und Arbeit ausgeblendet werden. Ein Thema also, das etwas mehr Überlegung und auch ein paar mehr Zeilen Text verdient hätte.

Zur „Bye-Bye Multikulti“ – Veranstaltung in Augsburg

Ende dieses Monats lädt der Infoladen Augsburg Klaus Blees ein, um unter dem Titel „Bye, bye Multikulti – Es lebe Multikulti“ über „falsche Toleranz“ gegenüber dem Islam zu referieren. Dem Einladungstext nach will Blees einen „Rassismus mit antirassistischem Anstrich“ kritisieren. Tatsächlich könnter er da ganz gut bei sich selbst und seinem Zusammenhang, der Aktion 3. Welt Saar, anfangen. Diese veröffentlichte eine Flugschrift mit dem gleichen Titel wie die Veranstaltung. Wir können also davon ausgehen, das Veranstaltung wie Flugschrift einen ähnlichen Inhalt haben – zumal der Referent Mitautor ist – und deshalb interessiert uns auch die Kritik an der Flugschrift, die Achim Bühl in der AK formulierte:

Die VerfasserInnen des Textes zeichnen sich indes nicht nur durch ein hohes Maß an Konfusion, sondern auch durch ein (un)gehöriges Maß an Islamfeindlichkeit aus. Ihre Hauptstoßrichtung ist das „Hätschelkind Islam“. Zunächst einmal ließen sich die VerfasserInnen fragen, wo denn dieses „Hätschelkind Islam“ leben soll? Ihre überraschende Antwort lautet: in Deutschland, mitten unter uns. Nicht nur, dass die AutorInnen u.a. die Toten von Mölln und den Mord an der Apothekerin Marwa S. im Dresdner Landgericht bereits wieder vergessen haben, auch empirische Umfragen zur wachsenden Islamfeindlichkeit in Deutschland, Hass-Blogs wie u.a. die Website Politically Incorrect, die bereits über 30 Millionen BesucherInnen verzeichnet, Demos gegen den Bau von Moscheen, wissenschaftliche Studien, die belegen, wie schwer es für Muslime ist, in „besseren Stadtteilen“ eine Wohnung zu finden sowie für sogenannte „Kopftuchträgerinnen“ in Deutschland einen Arbeitsplatz zu erhalten – all das kennen oder reflektieren sie anscheinend nicht.

Wir halten fest, dass hier jemand über Rassismus und Antirassismus referieren soll, der den real exisiterenden, antimuslimische Rassismus der Mehrheitsgesellschaft leugnet:

Islamfeindlichkeit wird dergestalt betrachtet im Text der Flugschrift überhaupt nicht kritisch thematisiert, weil sie eine „Erfindung Teherans“ sei, eine Chimäre. Keinen einzigen Gedanken verwenden die AutorInnen darauf, sich einmal die durchaus schwierig zu beantwortende Frage zu stellen, wo denn genau die Grenze zwischen einer in einer säkularen Gesellschaft legitimen Islamkritik und einer Islamfeindlichkeit liegt. Für die VerfasserInnen ist die Antwort äußerst einfach, da „Islamophobie“ ein iranischer Kampfbegriff sei, den nur naive Lämmer übernehmen, die man zur Schlachtbank führt.

Bühl benennt auch eine weitere rassistische Argumentationsfigur der Aktion 3. Welt, die konsequente Gleichsetzung von Islam und Islamismus. Unterstellen wir einmal kurz, dass diese Leute sich nicht in den rassistischen Mainstream einreihen wollten – mit der Ausblendung des Rassismus der Mehrheitsgesellschaft, der Konstruktion eines monolithischen Islam als Gegenüber und der Kritik der an einer vermeintlichen Schwäche – „falsche Toleranz“ – der Mehrheitsgesellschaft gegenüber diesem „Anderen“ sind sie genau da.

Wenn diese Leute im Infoladen Augsburg auftreten, werden mal wieder rassistische Positionen in linken Kreisen hoffähig gemacht. So, wie die Augsbuger Szene derzeit beschaffen ist, leider keine Überraschung. Eine Intervention bei der ganzen Bäckerei lohnt sich vielleicht trotzdem. Wer, als Kleinstadtbewohner_in nicht um die Veranstalter_innen herumkommt, profitiert sicher von einer Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus – ich lege euch mal diesen Text von der Gruppe Soziale Kämpfe Berlin ans Herz.

Und alle aus Augsburg, die den 30.4 lieber nicht mit rassistischen Trotteln in einem linken Zentrum verbringen wollen, werden an diesem Abend in München mit offenen Armen empfangen und mit lecker Essen, Demos, Getränken und Musik versorgt. Versprochen.

trying to reach the less worse country

we came till skopia
and my mobile said :

T-mobile welcomes you to the Republic of Macedonia! For assistance please call 0038970122! Have a pleasant stay in our contry!

we were happy and they did welcome us very well as very special gueast. But the police kicked us out of the border, back to greece

i am an unlucky man.

Das ist eine der kleinen Geschichten, die Birds of Immigrants erzählt – ein Kollektivblog, geschrieben von jungen Flüchtlingen die versuchen sich nach Europa durchzuschlagen. Eine ähnliche Ausrichtung hat Schengendangle:

schengendangle is the Blog of people like me, who come to Europe with the hope to finaly escape and find a new home. We are refugees trying to reach the less worse country, the one where we have a chance to get asylum. To achieve that, we are forced to cross the external borders of Europe and the internal ones. We cannot travel on the normal way like a tourist. We don’t have passports. In this world we have to travel in the darkness, in small dinghies, hidden inside and under lorries and by whatever means you might think of or you might not imagine at all.

This Blog is the attempt to fight back against inequalities by telling our stories. The Schengen Treaty gives some people the possibility of free movement in Europe but for others it makes it more difficult if not impossible to travel. It takes our human rights as people only because we are not European citizens. Dangle we call it when we hide underneath a lorry, between the tires – we the unseen of Europe.

Zwei blogs, die ich euch allen ans Herz legen will, und die dringend mehr Bekanntheit verdient haben.

Bild light

Wenn die Süddeutsche Zeitung über einen Hungrstreik von Flüchtlingen berichtet, liest sich das so:

Irgendwo hier müssen diese Menschen sein, schwach in ihren Betten liegen, apathisch vielleicht. Doch dann steht ein junger Mann im Gang, er grüßt freundlich, er wirkt gut gelaunt. Er sagt, er sei im Hungerstreik

Der gute SZ-Redakteur weiss nämlich auch ohne Recherche, wjungerjungerie hungerstreikende auszusehen, und sich zu verhalten haben. Wenn sie sich anders verhalten, dann ist es doch nur ein „Hungerstreik light
Immerhin erwähnt der Redakteur die Forderungen der Hungerstreikenden – weg mit Arbeitsverboten (genauer: nachrangiger Zugang zum Arbeitmarkt), Residenzpflicht und Essenspaketen. Das aber nicht, ohne die Essenpakete zu Lunchpaketen umzudeklarieren, und zu unterstellen es ginge nur um Essen das schmeckt. Die Karawane München dazu:

Der Hungerstreik der Flüchtlinge in Hauzenberg und Breitenberg ist konkreter Ausdruck der Verzweiflung über ihr inhumanes Dasein im Lager – das Eingesperrtsein, die Unfreiheit und die Bevormundung, die sie ertragen müssen. Wir erwarten nicht, dass ein Journalist, der einmal ein Lager besucht, diese Verzweiflung versteht, aber die qualitativ fragwürdigen zweimal die Woche ausgegebenen Essenspakete im Artikel als tägliche „Lunchpakete“ zu bezeichnen, ist schon etwas zynisch. Entsprechend protestieren die Flüchtlinge in seinen Augen vor allem für “Essen, das ihnen schmeckt“ und er ist offensichtlich enttäuscht, dass er keine völlig entkräftet im Bett liegenden Hungerstreikenden antrifft, deshalb erklärt er sie alle pauschal für unglaubwürdig. Da plaudert er doch lieber mit der „warmherzigen“ Heimleiterin, die ihre Flüchtlinge wie Kinder behandelt und „sie auch mal liebevoll in die Wange zwickt“.

Soweit, so richtig. Die Genoss_innen weiter:

Die Regierung von Niederbayern ist nicht gerade glücklich über die Aufmerksamkeit, die der Hungerstreik erregt, und der Regierungspräsident will im Grunde alles so belassen wie es ist – wie ein Beitrag des Bayerischen Fernsehens zum Thema überdeutlich zeigt. Dass die Politiker die Flüchtlinge als fremdgesteuert darstellen möchten, ist verständlich – erstaunlich ist allerdings, dass sich die SZ diese Perspektive zu eigen macht.

Vielleicht haben wir schlicht ein anderes Menschenbild. In der Karawane München engagieren wir uns gemeinsam mit Flüchtlingen, nicht für Flüchtlinge. Wir sind davon überzeugt, dass die Betroffenen ihre Lage am besten verstehen, und wir ihnen als Gruppe nicht erzählen können, wie sie zu handeln haben. In diesem Sinne lehnen wir die Entmündigung und den Paternalismus der bayerischen Asylpolitik ab. Flüchtlinge sind keine Menschen zweiter Klasse. Sie sollten nicht bevormundet werden, nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein, und anstatt im Nichtstun verharren zu müssen, Arbeit aufnehmen können. Auch wenn der bayerische Staat sie anders behandelt: Flüchtlinge sind keine Kinder, die sich gerne mal liebevoll in die Backe kneifen lassen, oder für die Vater Staat “Lunchpakete” packt und ihnen damit vorschreibt, was sie essen dürfen und was nicht.

„Schlicht ein anderes Menschenbild“ ist dabei sehr zurückhaltend formuliert. Wer so offen unwillig ist, die streikenden Flüchtlinge als politische Subjekte wahrzunehmen, wer die distanzlose, paternalistische Art der Lagerleiterin beschreibt und gleichzeitig, positiv gemeint, als „mütterlich“ bezeichnet, teilt den entmüdigenden staatlichen Rassismus.
Und ist damit in der Redaktion nicht allein. Annete Ramelsberger, bekannt dafür stets aus der Perspektive der Repressionsbehörden1 zu schreiben, sekundiert auch diesmal das Innenministerium:

Was in Hauzenberg im Bayerischen Wald geschieht, hat mit einem solchen ernsthaften Hungerstreik nichts zu tun. Angeblich hungern dort acht verzweifelte Asylbewerber seit fast zehn Tagen, um gegen ihre Lebensbedingungen zu protestieren. Doch wer die Verzweifelten besucht, trifft auf junge, kräftige Männer, die Traubenzucker essen und zum Fitnesskurs gehen. Oder sich aufs Fußballspiel am Wochenende freuen. Das sollen sie gerne alles tun – aber es nicht als Hungerstreik deklarieren. Sonst schlägt die Anteilnahme der Öffentlichkeit schnell in Spott um.

Den Spott erledigt der Redaktionskollege praktisch gleich selber, siehe oben. Auch hier fälltauf, dass Ramelsberger genau weiss, wie ein „richtiger“ Hungeertreik auszusehen hat.
Ramelsberger weiter:

Die deutschen Asylgesetze sind streng, die Unterkünfte oft trist. Es ist wahrlich nicht schön, untätig in einem engen Zimmer zu leben. Es ist auch nicht schön, Essenspakete zu bekommen, statt sich das gewohnte Essen aus der Heimat zu kochen. Das ist langweilig und frustrierend. Es ist das gute Recht von Flüchtlingen, dagegen zu protestieren. Ein Hungerstreik aber ist das allerletzte Mittel. Wer den Hungerstreik zum Gag macht, macht berechtigte Anliegen lächerlich. Wer den Flüchtlingen so etwas einredet, der schadet ihnen mehr als er ihnen nutzt. Weil ihnen dann, wenn es wirklich etwas Ernstes zu bemerken gilt, keiner mehr glaubt.

Wer den Hungerstreik zum Gag macht, macht berechtigte Anliegen lächerlich, soweit so richtig – Das Ramelsberger das Vorgehen ihrer Redaktion beschreibt, fällt der wahrscheinlich gar nicht mehr auf. Und mit grösster Selbstverständlichkeit teilt sie den Rassismus ihres Redaktionskollegen und unterstellt den Flüchtlingen fremdbestimmt zu sein.
Der Kern des Problem ist dabei, dass die zwei, anstatt über die Inhalte und Forderungen des Streiks zu berichten, die Frage aufmachen, ob das denn jetzt ein „richtiger“ Hungerstreik ist oder nicht. Sie könnten z.B. schreiben:

Die Flüchtlinge wollen sich mit ihrem Hungerstreik nicht kaputt machen, sie wollen aber ein deutliches Zeichen setzen gegen die Schikanen des Lageralltags. Und da gibt es einiges Auszusetzen, wie uns Farouk, 46, berichtet: …“

Die Arbeitsweise ist eine andere Vermutlich flatterte der Lokalredaktion die Erklärung ins Haus, und irgendein Redakteur denkt sich „geil, halbverhungerte, apathisch guckende Schwarze, und ich muss nicht mal nach Haiti!“ – und springt in sein Auto. Dann aber – Skandal – halten sich die Füchtlinge nicht an die unausgesprochenen Regieanweisungen, die Heimleiterin ist – deutsch, keine Sprachbarrieren, vom Amt – die pflegeleichtere Autoritätsperson, der entsprechend mehr geglaubt wird, und in der Randspalte fehlen noch 600 Zeichen Kommentar, die die Kollegin gerne füllt – mit der ihr eigenen Mischung aus gutem Gewissen und Paternalismus

  1. Lange Zeit waren fast alle ihre Berichte Lobhudeleien auf Geheimdienste und Polizei, die trotz schwerer Bedingungen (Rechtstaatlichkeit! Bürgerrechte!) uns alle vor dem Terrorismusschützen.[zurück]

Meinungsfreiheit nicht für Flüchtlinge

Flüchtlinge aus Nordbayern, die der sog. Residenzpflicht unterliegen, erhalten keine Reiseerlaubnisse, um sich an den heute angelaufenen Lagerschluss-Aktionstagen zu beteiligen, so die Karawane München. Damit untersagt die Behörde, gegen die sich der Protest richtet, den Betroffenen sich an diesem Protest zu beteiligen.
Mensch kann sich bei Innenminister Herrmann – minister@stmi.bayern.de – beschweren, versuchen die obige Presseerklärung in grossen Medien unterzubringen und sonstwie mithelfen politischen Druck gegen diese Entscheidung aufzubauen.
Wichtig ist aber auch, dass sich um so mehr Menschen an den Aktionen heute und an den kommenden Tagen beteiligen – um auch ohne die fehlenden ein paar powervolle Aktionen hinzulegen, und damit diejenigen, die gegen ihre Residenzpflicht verstossen besser vor Repression geschützt sind. Also bis dann.

„Barbarische Trommelklänge“

unter wüsten Beschimpfungen gegen CDU-Mitglieder, die als „Rassisten“ und „Nazis“ verunglimpft wurden, rissen Antirassisten, nachdem sie im Namen der linken Mehrheit „verpisst Euch!“ gerufen hatten, an deren Stand die Auslagen herunter und demolierten ihn […] Gelauscht wurde am Abend den barbarischen Trommelklängen von Afrikanern.“ – Wer hier die CDU vor dem Rassismusvorwurf und Mitteleuropa vor der afrikanischen Barbarei verteidigt ist nicht etwa die Junge Freiheit , sondern die sich selbst wahrscheinlich als „antideutsch“ verortende Hallenser Zeitschrift Bonjour Tristesse. Der Rest von dem Artikel ist auch Scheisse. (via)

Sexualisierte Gewalt in Flüchtlingslagern

Die SZ berichtet über einen Prozess gegen den Hausmeister eines Flüchtlingslagers, er steht derzeit unter Anklage eine Flüchtlingsfrau in dem Lager vergewaltigt zu haben. In einem Interview in der Jungen Welt benennt eine Sprecherin des bayerischen Flüchtlingsrates das Machtgefälle in Lagern als grundsätzliches Problem und fordert die Abschaffung des Lagersystems . Weiteres zum Thema gibt es auch bei der Karawane. Nachtrag: Ein indymedia Artikel zum gleichen Thema

„… das soll jetzt nicht rassistisch sein“

Im internen Forum der Apfelfront wird über die Liason einer der ihren mit dem Fascho Mike Nwaiser diskutiert. Ein Apfelfrontler schreibt dabei:

verstehen kann ich diese liebe auch nicht, auch naeheren kontakt zum „feind“ verstehe ich nicht wirklich. aber dazu kenne ich einen alles erklaerenden spruch vom kleinen arschloch: frauen sind wie afrikanische stammesdialekte – man versteht sie nicht^^

das soll jetzt NICHT rassistisch gesehen werden.

Die Beteuerung am Schluss ist doppelt verblödet: Einmal kommt das abqualifizieren von afrikanischen Sprachen als per se unverständlich – für wen denn? – aus der Mottenkiste des Kolonialrassismus, egal was der Schreiberling noch anfügt.
Der letzte Satz macht den Kommentar auch unfreiwillig komisch, genausogut könnte da stehen: „das soll jetzt NUR sexistisch gelesen werden“

p.s. Ich weiss, Witze sind besser wenn sie nicht erklärt werden. Aber solchen Mist kommentarlos durchreichen geht halt auch nicht.