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queer

„Das schöne an dem Begriff ‚queer‘ ist, das ihn jede für sich selbst füllen kann“ hat mir mal jemand gesagt. Allophilia darüber, wie mit dem Label queer ein Übergriff legitimiert wird.

Pervers als Selbstbezeichung?

Anhand der Parole „Wir bleiben unserm Motto treu, queer, pervers, und arbeitscheu!“, die bei den Aktionen gegen den 1000 Kreuze Marsch viel gerufen wurde, kam kürzlich folgende Frage auf: Ist es ok, macht es Sinn den Begriff pervers so offensiv für sich zu verwenden und damit zu versuchen ihn positiv zu drehen?
Meine Antwort auf die Frage war ein klares Ja – Mich interessiert aber, wie das andere sehen, daher stelle ich die Frage auch mal dem Internet. Dazu kommt, dass mir nie Text zu dem Thema untergekommen ist (gender studies oder queer theory standen noch nie auf meinem Lehrplan), wenn wer einen guten weiss – her damit.

Um mal meine Position zu skizzieren: Platt gesagt bedeutet „pervers“ einfach mal abweichend von der Norm, und wird meistens sexuell konnotiert verwendet. Damit ist der Begriff nahe an der Bedeutung der Vokabel „queer“ im englischem Sprachraum, bevor sich diese von, nun ja, queeren Aktivist_innen angeeignet wurde. Ander als der Begriff „pervers“ bezog sich „queer“ immer expliziter auf nicht heterosexuelle Lebensweisen, im deutschen Sprachraum wird „queer“ (meiner Beobachtung nach) zum Teil auch als Synonym für „LesBiSchwul“ bzw. „schwullesbisch“ verwendet. Weil „queer“ in den deutschen Sprachraum eben über die subversive Aneignung rübergeschwappt ist, und die negative Konnotation wie im englischen hier nicht so stark hatte, kann im deutschen logischerweise nicht von der subversiven Aneigung eines negativ besetzten Begriffes gesprochen werden.
Anders bei der (positiv besetzten) Verwendung des Wörtchens „pervers“: Diese vermittelt meiner Meinung nach, dass Normalität und Abweichung nicht unsere Massstäbe sind.

Für mich noch unentschieden ist die Frage, in welchen Zusammenhängen die Aneigung des Begriffs „pervers“ Sinn macht, und in welchen nicht. Die oben zitierte Demopraole, gerufen von einem eher bunten Mob fand ich super, die gleiche Parole im schwarzen Block – ich wär mir nicht so sicher.
Ebenso unklar ist mir, wie gut oder schlecht die oben erwähnte Vermittlung tatsächlich funktioniert. Last not least formuliert die Selbstbezeichnung als „queer, pervers und arbeitscheu“ auch einen diffusen Anspruch. Wären wir (die wir z.B. actions wie die oben erwähnten machen) wirklich gerne queer und pervers, oder bringen wir damit Sachen in Verbindung mit denen wir lieber nichts zu tun haben?

Bei München pervers sowie bei schwul, pervers, und arbeitscheu ahne ich wie sie es halten (aber auch hier interessiert mich feedback) – was meintder Rest dazu?

Things are queer

Vor Jahren habe ich in der Kult bei einem Konzert das zine „things are queer“ erstanden – ich fands super, und ich hätte gerne eines als Kopiervorlage um es weiter unter Leute zu bringen. Blöderweise hab ichs verschmissen, und damit auch die Kontakt email vom Autor. Wer kann helfen?

Gut fand ich, und deshalb will ich genau dieses Zine, dass es auf einem sprachlich okayem Niveau geschrieben war, also nicht nur was für Unilinke – das gilt auch für die Gestaltung. Und dass Queerness nicht einfach nur für lustig befunden und gehyped wurde, sondern auch problematisiert. Und dass einige klare Ansagen dazu drinstehen, was Heteronormativität eigenltich heisst. Und lauter andere Sachen, die nicht nur bei den klenen Penkern im Marat ruhig mal ankommen können.