Tag-Archiv für 'nürnberg'

Alle fahren nach Nürnberg!

Am Mittwoch den 28. April verletzte ein Nazi aus dem Umfeld des Freien Netz Süd in Nürnberg einen 17-jährigen Antifaschisten so schwer, dass dieser mehrfach wiederbelebt und für mehrere Tage in ein künstliches Koma versetzt werden musste (mehr Infos). Bereits am 8. Mai gingen in Nürnberg deshalb um die 1500 Menschen gegen rechte Gewalt auf die Straße. Für den 29. Mai rufen nun antifaschistische Gruppen zu Großdemos in Fürth und Nürnberg auf. Wir wollen unsere Solidarität mit dem angegriffenen Antifaschisten zeigen und gemeinsam und entschlossen gegen das Freie Netz Süd und alle anderen Nazis in Fürth, Nürnberg, München und überall vorgehen. Deshalb werden wir an diesem Tag von München aus gemeinsam nach Fürth und Nürnberg fahren.
Zugtreffpunkt: 8:30 München Hbf, Gleis 26
Hintergrund-Infos, Aufrufe etc. gibt es unter redside.tk
Demo: 12 Uhr Fürth, Hbf | 14 Uhr Nürnberg, Plärrer
im Anschluss: Antifa-Festival Fight Back in der Desi mit Los Fastidios, Kurzer Prozess, What We Feel uvm.

Dieser Angriff ist sicherlich der schwerste Nazi-Angriff auf einen Antifa in Süddeutschland in den letzten Jahren. Der Angriff ist kein isolierter Vorfall, in den letzten Jahren gab es in Nürnberg Angriffe auf das DKP Büro und einen linken Buchladen oder Farbbeutel gegen die Wohnnungen von Antifaschist_innen. Anti-Antifa ist ein Schwerpunkt der Nürnberger Naziszene.
Mehr als genug Gründe, diesen Samstag nach Nürnberg zu fahren: Als Zeichen der Solidarität gegenüber dem Betroffenen und seinen Freund_innen und Verwandten, als Auftakt für wirksame Aktionen gegen die Nürnberger Faschos.

… für die soziale Revolution!

Am Samstag ist die Krisendemo des Sozialforums Nürnberg, die OA ruft zu einem antikapitalistischen Block auf. Das politisch spannende daran ist, dass die Demo eher gemeinsamer Ausdruck von konkret geführten sozialen Kämpfen ist, als – wie so oft bei Demos – Ersatzhandlung für die selben. Anders als in München gibt es in Nürnberg ein Sozialforum mit autonomer Beteiligung, und damit Berührungs- und Reibungspunkte zwischen der radikalen Linken und verschiedenen sozialen Initiativen. Oder zumindest sieht es aus der Ferne so aus.

Jedenfalls fahren auch aus München Leute nach Franken, der Zugtreffpunkt ist um 10:45 an der grossen Anzeigetafel im Hauptbahnhof – pünktlich sein lohnt, weil die Regionalexpresse immer ziemlich voll sind.
Bis dahin will ich einen Stadiongesang, einen Sprechchor, Parole haben die gut klingt, sich reimt, vo allem das Versmass muss passen – enden soll sie jedenfalls auf „für die soziale Revolution!“
Die Kommentarspalte ist eröffnet.

Sexualisierte Gewalt in Flüchtlingslagern

Die SZ berichtet über einen Prozess gegen den Hausmeister eines Flüchtlingslagers, er steht derzeit unter Anklage eine Flüchtlingsfrau in dem Lager vergewaltigt zu haben. In einem Interview in der Jungen Welt benennt eine Sprecherin des bayerischen Flüchtlingsrates das Machtgefälle in Lagern als grundsätzliches Problem und fordert die Abschaffung des Lagersystems . Weiteres zum Thema gibt es auch bei der Karawane. Nachtrag: Ein indymedia Artikel zum gleichen Thema

Es geht auch billiger

Lidl setzt eine Detektei auf die eigenen MitarbeiterInnen an, UPS war was outsourcing angeht wohl schon mal weiter. Dort nutzte der Firmenhörige Betriebsratsvorsitzende

rechtsextremistische Websites, um Gewerkschafter und Betriebsratskollegen zu diffamieren. […] Ziel dieser Maßnahmen ist offenbar, gewerkschaftliche Aktivitäten im Betrieb und Betriebsratsgründungen zu verhindern und, wo letzteres nicht mehr möglich ist, den Betriebsrat mit hörigen Mitarbeitern zu besetzen.
[…]
Für seine jetzige Schrift vom März 2006 bediente sich UPS Supervisor Tobias Dede vor allem eines Artikels, den die rechtsextreme „Anti-Antifa Nürnberg“ über zwei UPS Betriebsräte der ver.di-Liste und andere Gewerkschafter ins Internet gestellt hatten.

Bei der „Anti-Antifa Nürnberg“ handelt es sich um einen Zusammenschluß vonNeonazis, die vermeintliche und tatsächliche AntifaschistInnen öffentlich diffamiert, angreift und einzuschüchtern versuchen. Zu diesem Zweck veröffentlichten sie mehrfach Berichte im Internet, mit denen bestimmte Personen für die lokale Naziszene als politische Gegner angeprangert werden sollen. Opfer solcher Veröffentlichungen, denen in der Vergangenheit mehrfach rechtsextremistische Anschläge folgten, waren in der Nürnberger Region unter anderem bereits liberale Lehrer, Journalisten, antifaschistische Jugendliche – und eben engagierte Gewerkschafter.

Der ganze Artikel ist hier.