Tag-Archiv für 'indymedia'

Autonome Siko Nachbereitung

Zu wenig linksradikale in der Vobereitung – so wird ein entscheidendes Manko der diesjährigen Siko-Mobilisierung in der autonomen Nachbereitung beschrieben. Die Diskussion darunter ist dann beknackte Szeneperistaltik in Reinform.

Fahnentrolling

Man weiß ja wogegen bzw. gegen welche Fahne(n) sich dieses „Nationalfahnenverbot“ richtet, jahrzehntelang hatte man nämlich offensichtlich kein Problem mit (Pseudo-)Nationalfahnen wie der Kubas, der Sowjetunion, „Palästinas“, „Kurdistans“, des „Baskenlandes“ usw. usf..

So sieht die Standardargumentation von Antideutschen aus, wenn ihnen ihre USA- oder Israelwimpel auf Demos nicht gegeönnt werden. Lustig verblödet, dass das jetzt als Kommentar unter einem Artikel zur Siko auftaucht – wo das Nationalfahnenverbot auch explizit in Hinblick auf Palästinafahnen vermittelt wurde, und mit Israel- oder USA-Fähnlein mal garnicht zur rechnen war.
Aber schreib einen Artikel auf indymedia, in dem Nationalfahnen, bzw. ihre Abwesenheit, nur am Rande erwähnt werden, und irgendwer fühlt sich bemüssigt eine der üblichen Positionen dazu zu trollen.

Diverses gegen 1000 Kreuze

In Berlin hat sich mittlerweile ein Bündnis gegen den dortigen 1000 Kreuze Marsch gebildet – no 218, no fundis!
Auch wenn es für meine Wette mit im*moment*vorbei nichts gutes verheisst, ist es doch schön unter so einem Aufruf eine so erkleckliche Unterstützer_innenliste zu sehen.
Auf indymedia ist ein Bericht erschienen, in dem detailierter darauf eingegangen wird wie weit rechts viele Abtreibungsgegner_innen stehen. Da wundert es auch nicht, dass sich Münchner Nazis am 1000 Kreuze Marsch beteiligen wollen.
Auch die Maedchenmannschaft will gegen ein Abtreibungsverbot mobil machen. Hier wird der Zusammenhang zwischen der einheitlichen Richtlinie, die die EU-Staaten anstreben und den vermehrten Aktivitäten der anti-choice Aktivist_innen gezogen.

Wie Bevölkerungspolitik in Deutschland aussieht, beleuchten zwei Artikel im Mädchenblog: Zum einen über spezielle Tamagotschis, die den Unterschichtsfrauen das Kinderkriegen ausreden sollen, zum anderem über die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln für Hartz vierer_innen.

Lesenswertes zum Bahnstreik

1 – Hintergründe von Wal Buchenberg auf indymedia:

die Lokführer in der GDL sind keine „Klassenkämpfer“. Sie bedrohen mit ihrem Streik nicht den Fortbestand des Kapitalismus in Deutschland. Die streikenden Bahnbediensteten tun nur, was jeder tun muss, der im Kapitalismus überleben will: Sie nutzen ihre Verhandlungsmacht und verschenken sie nicht für ein Linsengericht an die Kapitalseite.
Vielleicht nehmen sich ja andere Lohnarbeiter ein Beispiel daran. Es wäre nicht zu ihrem Schaden.

2 – Thomas Trüten darüber, warum es auch ums Streikrecht geht:

Wir haben ja in Deutschland kein Streikrecht als allgemeines Grundrecht wie in Frankreich. Das ist hier stark reglementiert, mit Friedenspflichten und der Beschränkung auf Tariffragen. Wenn es jetzt noch weiter eingeschränkt werden würde, durch Verbote oder hohe Regreßdrohungen, ist das ein politischer Angriff auf alle Gewerkschaften.

3 – Die junge Welt findet Gründe gegen die „Einheit“ der Bahnbeschäftigten:

Bahn und Transnet werfen der GDL, die nach einer gescheiterten Gesprächsrunde mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn vor zwei Wochen die Urabstimmung einleitete, vor, sie wolle »Privilegien« für einzelne Berufsgruppen. Angesichts der Arbeits- und Entgeltbedingungen von Lokführern und Zugbegleitern ist das ausgesprochen zynisch.

Indymedia mal wieder

Über die Redaktionspolitik von Indymedia muss ich immer wieder den Kopf schütteln. In dem Indymedia-Artikel „Mossad und Adolf Eichmann“ ist viel von einer Zusammenarbeit zwischen Nazi-grössen und zionistischen Organisationen die Rede, und davon das Israel lange kein Interesse daran hatte Adolgf Eichmann fest zu nehmen. Ausserdem wird ein, mir völlig schleierhafter, Zusammenhang zwischen Israels Plänen eine Atombombe zu bauen und seiner Verhaftung suggeriert. Interessant daran ist, dass mal wieder Kommentare dazu, die durchaus eine „Inhaltliche Ergänzung“ darstellen, in den Graubereich moderiert wurden. Mit der Geschichte Israels kenn ich mich praktisch nicht aus, so wahnsiinig interessieren tut sie mich auch nicht. Das herumreiten auf den Nazi-Zionisten connections und die behauptete Verbindung zwischen dem Eichmann-Prozess und Israels Atomprogramm stimmten dann aber doch misstrauisch. Die behaupteten Fakten kann ich nicht beurteilen, insofern bin ich auf halbwegs erhellende Kommentare angewiesen. Ich lese seit Jahren regelmässig indymedia, also weiss ich wie die pseudo-neutralen Indy-Redakteur_innen im grossen und ganzen zu bestimmten Themen stehen – das also kritische oder ergänzende Kommentare wegmoderiert werden war hier keine Überaschung. Aber wie ist es mit anderen Themen, die auch polarisieren? Da nur die formalen, nicht die inhaltlichen Kriterien transparent gemacht werden, ist es im einzelnen schwer zu durchschauen bei welchen Themen sich ein Blick in den Grauberiech lohnen könnte. Die Frage bleibt für mich, wie das open-publishing von indymedia mit transparenten, berechnbaren Redaktionen kombiniert werden kann.

indymedia 2.0

Niemand findet indy so richtig gut. Mein Problem ist immer die Trennung von Müll und nicht-Müll, hinsichtlich Relevanz und Glaubwürdigkeit – ohne immer lange recherchen anstellen zu müssen, und ohne x Seiten anzuschauen um mir ein Bild zusammenzustückeln. Ich will etwas mit dem zentralen Charakter von indymedia, mit der Möglichkeit von dezentraler redaktioneller Bewertung. Mir schwebt so was vor:
* Eine, oder wenige, Seiten die, ähnlich wie Digg oder Slashdot, die Möglichkeit bieten irgendeine Seite/Artikel/posting/Kommentar pseudonym als relevant vorzuschlagen.
* Die Möglichkeit, wieder pseudonym, die von anderen geposteten Seiten hinsichtlich Glaubwürdigkeit und Relevanz zu bewerten.
* eine Kommentarfunktion, einzelne Kommentare können wieder nach Relevanz und Glaubwürdigkeit bewertet werden.
* Die Pseudonyme müssen insofern sicher sein, dass die Leserin davon ausgehen kann dass hinter allem was unter dem Pseudonym, z.B., „beerpunk1328″ veröffentlicht wurde vom gleichen Personenkreis oder der gleichen Person kommt.
* Pseudonyme müssen ausserdem insofern sicher sein, dass es eine einfache und sichere Möglichkeit gibt, zu überprüfen ob hinter dem Pseudonym „Autonome Zelle Bad Hausen“ tatsächlich die Autonome Zelle Bad Hausne steckt, und nicht irgendwelche Wichtigtuer. Diese Überprüfung muss logischerweise über einen zweiten Weg (z.B. Homepage der AZBH oder andere Gruppe) erfolgen.
* Infosyndikat, indymedia, diverse lokale Portale und Seiten einzelner Gruppen sowie eigentlich das komplette Internet stellen so quasi das back end da.
* Als weiteres back end wäre eine Art Wikinews interessant, um eine einfachere Zusammenarbeit an Artikeln zu ermöglichen.
* Es muss eine Möglichkeit geben, einzelne Pseudonyme zu bewerten, hinsichtlich so Fragen, wie: Wenn die was für Relevant halten, interessiert mich das einen Furz? Glaub ich denen?
* Diese Bewertung kann vielleicht vom individuellen Leser für sich abgestuft werden – glaube ich der Projektwerkstatt, wenn sie eine Aktion für nachahmenswert hält? Dem Linksruck, wenn sie sich über Demo-teilnehmer_innenzahlen äussern?
* Transparenz – geheime Bewertungsalgorythmen (wie bei Slashdot) sind m.E. nach ein Schmarrn.
* Die Luxusvariante wäre eine Art Wikinews, mit der Möglichkeit einzelne Edits (hinsichtlich Glaubwürdigkeit) zu bewerten – ich kann mir dann den Artikel in der neuesten Variante anschauen, oder in der die so-und-so viele Leser_innen als Glaubwürdig einstufen.

Die Frage ist, wie kann so was einfach realisiert werden? Ich bin selber kein grosser Kenner der diversen web 2.0 Schmankerl, mag mir aber mal ein paar Sachen anschaun und gucken wie nachahmenswert die sind. Und natürlich bin ich für Fragen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge offen!

Umgang mit Nazi-mahnwache

Wie das ganze als Party aufgezogen werden kann, steht hier. Ich verlink das mal, weil ich die Idee für Nachahmenswert halte und der Artikel bislang nicht auf der Startseite ist.

Infosyndikat nutzen

infosyndikat.de ist eine Seite, die u.a. RSS-feeds von vielen linlen Medien und Kampagnen zusammenführt. Ich würde allen aktiven empfehlen, sich das mal hier anzuschauen, und gegebenenfalls für die eigene Ini nutzen. Neben den Vorteilen die die nennen (gute Bewertung bei Suchmaschinen, viele Leser_innen), finde ich die Vorstellung einen RSS-feed zu haben, in dem alles was irgendwie politisch interessant sein könnte enthalten ist reizvoll – grossartiges kann hier entstehen, wir müssen nur noch rausfinden was und wie.

Definitionsmachtaktion, und Indy-Reaktion

Gerade via infosyndikat gefunden: Antisexistische Aktion im nächtlichen Berlin.
Der Artikel, in dem eine Aktion zum Thema Definitionsmacht dokumentiert wird, stand nicht auf der Startseite, was auch am Artikelanfang eigens kommentiert wird. Er war aber erstmal im open-posting verfügbar. Was mit gerade nicht klar ist, ist ob sich die dort geäusserte Behauptung er sei versteckt darauf bezieht, oder ob er tatsächlich zwischenzeitlich versteckt war.

Sei es wie es sei, dass ganze ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, dass auf indymedia doch eine redaktionelle Kontrolle unter engen inhaltlichen Gesichtspunkten stattfindet, wie in fast allen Medien. Nur dass sie hier hartnäckig geleugnet wird. Andere Beispiele sind die vielen Il Manifesto Artikel zum Thema Libanon, von denen Übersetzungen auf Indy geposted wurden. Ich finds super, dass es die Übersetzungen gibt, nur ist das ein glatter Verstoss gegen die Moderationskriterien. Einer der vermutlich deshalb geduldet wird, weil die Stossrichtung der Artikel klar anti-impig ist, und damit wohl den Indy-moderator_innen gefällt.

Für den Fall dass der indy-artikel nochmal versteckt wird, poste ich ihn mal hier.
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