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Wo die Liebe hinfällt

Es klingt wie eine schlechte Soap, wie eine besonders unglaubwürdige Fotolovestory: Der Münchner Nazikader Mike Nwaiser hat eine Beziehung mit einer Aktivistin der Apfelfront. Öffentlich bekannt ist das ganze, seitdem ihm seine Kameraden nach einer Weihnachtsfeier bis in sein WG-Zimmer nachstellten und die beiden dort antrafen. Die Erklärung seiner Nazikumpels dazu steckt voller lustiger Formulierungen, weshalb ich relativ ausführlich zitiere:

Mit Lügen und nicht eingehaltenen Absprachen täuschte „Mike Nwaiser“ uns über Wochen, um sich selbst einen Freiraum für sein Treiben zu erkaufen. Dabei vernichtete er nicht nur sein eigenes Schaffen, welches sich zum heutigen Zeitpunkt als eine wert- und zukunftslose Tatsache entpuppte, sondern brachte auch wissentlich und fahrlässig all die in Gefahr, welche offiziell zu seinem Umfeld zählten. Dies gipfelte während der NPD-Weihnachtsfeier in München am 05. Dezember 2008 in seiner Äußerung, daß eben o.g. Antifa-Aktivistin nicht nur auf dem Weg nach München sei, sondern er ihren zur antifaschistischen Waffe gewordenen Körper in die Wohngemeinschaft guter Kameraden einlassen wird, in der „Mike Nwaiser“ (noch) Untermieter ist. Geschockt von dieser dreisten und normal unglaublichen Mitteilung, mußten wir uns erstmal sammeln und fuhren entschlossen zu eben jener Wohnung, um „Mike Nwaiser“, welcher die Veranstaltung vorzeitig verlassen hatte, zur finalen Rede zu stellen.

Hoffnungen, da wir bis zur letzten Sekunde noch an einen üblen Scherz geglaubt haben, wurden in dem Moment in unzählige Fragmente zerrissen, als wir den Feind Melanie […] inmitten ihrer ekelerregenden Antifa-Arbeit vorgefunden haben. Sofort zogen wir „Mike Nwaiser“ aus dem Bett und stellten ihn im Nebenzimmer zur Rede. Dabei offenbarten sich uns weitere schäbige Abgründe. „Mike Nwaiser“ gestand, daß es sich hierbei nicht nur um die billige Befriedigung seiner Triebe handelte, sondern daß sich ihr perfider Plan bereits in seiner nebulösen Gedankenwelt manifestiert hat. So glaubt „Mike Nwaiser“ allen Ernstes, daß er diese rote Gefahr bereits am 17. Januar 2009 ehelichen und sich mit ihr in kurzen Abständen vermehren kann, ohne dabei auf den vehementen Widerstand vieler nationaler Aktivisten zu stoßen.

So weit, so absurd. Aus dem Rest der Textes der Nazis geht noch hervor, dass sich die beiden wohl via Internet kennengelernt haben, ausserdem soll sich Nwaiser einmal mit dem Chef der Apfelfront getroffen haben. Neben dem klaren Übergriff einfach so jemandes WG-Zimmer zu stürmen wird auch in dem Text angedeutet, dass der sonstige Umgang der vermeintlichen Kameraden eher ruppig war – vermeintliche Nazikameradschaft schlägt eben schnell in Gewalt um. Im Thiazi-Forum, in dem obige Erklärung veröffentlicht ist, wurde eine Zeitlang ziemlich wüst überden Vorfall diskutiert. Dabei verteidigte sich Mike Nwaiser mehrmals, in dem er bekräftigte „ich war, ich bin und ich werde immer nationaler Sozialist bleiben.“ Sollte er irgendwann (z.B. mangels sozialer Kontakte) in linken oder antifaschistischen Kreisen angeschissen kommen, werden sich hoffentlich viele an diese Beteuerung erinnern un ihn entsprechend behandeln. Immer vorrausgesetzt, er ist nicht bald wieder aktiver Nazi – Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
Womit wir beim nächsten Diskussionspunkt wären. Norman Bordin, NPD München, nutzt die ganze Diskussion für eine Generalabrechnung mit den AN. Er bringt auch ein, dass Nwaiser seinerzeit knapp 1800€ aus der JN-Kasse gemopst habe. Das war damals ziemlich öffentlich, trotzdem epören sich einige Faschos dass der Fall erst jetzt, als Nwaiser eh abgesägt wird, zur Sprache kommt. Pikanterweise wird nicht erwähnt, dass wohl auch AN-Kader Phillip Hasselbach beim Griff in die Kasse dabei, wie auch die AZ berichtet:

Der 21-Jährige [Phillip Hasselbach] begann seine rechte Karriere 2003 in Essen, taucht aber Februar 2006 als Landesvorstand der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) auf. Ende April 2006 wird er gemeinsam mit den beiden anderen Vorständen Mike N. und Hayo K. wegen „finanzieller Misswirtschaft“ abgesägt – Norman Bordin übernimmt den JN-Landesvorsitz.

Nach der Verhaftung der Heines im Fall Mannichl ist Hasselbach wahrscheinlich der letzte verbliebene Kader der AN München. Wie lange er sich in dieser Rolle halten wird ist angesichts seiner schon in Essen erwiesenen Unfähigkeit fraglich.
Wie nicht anders zu erwarten ist der grösste Diskussionspunkt der Nazis plumper Rassismus – Nwaiser wurde, so Bordin „in Berlin-Kreuzberg geboren und entstammt einer Mischlingbeziehung mit palästinenischem Hintergrund.“ Ab Erwähnung dieser langweiligen Tatsache geht es seitenlang um die Frage inwiefern Leute Nazis sein dürfen, die nicht so hundertprozentig „deutsch“ sind. Wer an absurde Konstruktionen wie Volk, Nation und Rasse glaubt, der stösst halt manchmal auf logische Widersprüche.

So weit die Reaktionen der Nazis, kommen wir nun zur Apfelfront. Die Münchner Apfelfront bestätigt im wesentlichen das ganze, sie schreiben dass Melanie nicht mehr bei ihnen aktiv sei. Etwas umfangreicher ist eine Erklärung des Führers der F.D.Ä zu den Vorkommnissen in München. Aus beiden geht hervor, dass die Apfelfront mit ihrem Humor weniger Gespür für reelle Machtverhältnisse hat als ein durchschnittlicher Brief an die Leser der Titanic.
So heisst es etwa: „Es gehört zum Wesen unserer Haltung, einen strikten Unterschied zwischen der Privatsphäre und der politischen Existenz zu machen.“ Zur politischen Existenz eines Nazis gehört strikter biologistischer Sexismus und der feste Glaube an eine entsprechende, patriarchale Arbeitsteilung, dazu gehört mörderischer Antisemitismus und Rassismus und der Wille alles inklusive das eigene Familienleben Deutschland unterzuordnen. Wie soll das vom Beziehungsleben zu trennen sein? Beziehungen finden nunmal nicht auf flauschigen Wolken statt, sondern im gleichen, schnöden Alltag (der dann etwas flauschiger und wolkiger wird) wie alles andere auch.
Der Apfelchef nutzt seine Erklärung auch für einen Seitenhieb gegen die Antifa:

Und dann immer diese Paranoia! Glaubtet Ihr wirklich, dass sich unsere Bewegung für Eure Daten interessiert? Haben wir nicht ausreichend deutlich gemacht, dass Hausbesuch-Antifa-Militanz-Style wider unseren Geschmack ist? Glaubtet Ihr wirklich, es krabbelt jemand zu Herrn NwAiser ins Bett oder man sitzt mit ihm in der Küche, um ihn auszuhorchen? Gähn, das sind ja Zustände wie in der ultralinken Szene, die fühlen sich auch dauernd abgehört und hausdurchsucht.

Zunächst mal – die Antifa fühlt sich nur überwacht, belauscht, bespitzelt, gerazzt oder sonstwie von Repression betroffen. Dann ist der direkte Vergleich Faschos-Antifa mal wieder miesester, bürgerlicher Totalitarismus, mit dem sich der Apfelfront-Führer auf den Seiten der FAZ sicher gut ausbreiten dürfte.

Im Bezug auf die Apfelfront wirft die Affäre einige Fragen auf. Was für ein Umgang mit Faschos wird da so gepflegt, ist das ein isolierter Vorfall dass eine Aktivistin über einen langen Zeitraum im Internet mit Faschos schwatzt? Was für einen Umgang haben die mit (nicht nur ihren) Daten – wenn der Apfelchef über die „Paranoia“ der linken schreibt und eine Kameradin mit vollem Namen bekannt macht, ist das ein deutliches Indiz dafür dass die Apfelfront insgesamt einen schludrigen Umgang hat, einzelne Aktivist_innen sollten sich überlegen ob das in ihrem Sinne ist. Was soll die Abgrenzung von autonomen Antifas über die allseits so beliebte Gewaltfrage, bzw. die eigene Stilisierung als friedlich? Wie repräsentativ sind die oben verlinkten Erklärungen für die Apfelfront, steht ihr hinter allem was euer Führer so hinausposaunt? Und was zu Teufel vermittelt die Apfelfront, ausser einer Verharmlosung der Nazis?

Dieser Text soll keine Generalabrechnung mit der Apfelfront sein, sondern eine Diskussion anregen. Eine Diskussion, die logischerweise nicht im Internet geführt wird, sondern in antifaschistischen Zusammenhängen und direkt mit den Aktivist_innen der FDÄ. Diese Auseinandersetzung hat zwar längst nicht soviel Unterhaltungswert wie die Soap, die wir erleben durften, ist aber einfach nötig.

Lesenswertes zum Scheungraber-Prozess

Seit dem 15.09 läuft vor dem Amtsgericht München der Prozess gegen Josef Scheungraber, der als Offizier der Gebirgsjäger 1944 in Italien ein Massaker an 14 Zivilist_innen befehligt hat, und dafür auch schon vom Militärgericht in La Spezia verurteilt wurde.
Hintergründe des Verfahrens findet ihr bei Aida, sowie in diesem indymedia Artikel. Bei indymedia werden auch die drei Verteidiger des alten NS-Mörders beschrieben:

osef S. wird von drei Anwälten verteidigt, die alle Kontakte zur rechtsextremen Szene haben: Thesen, Stünkel und Goebel.
Goebel arbeitet als Anwalt für die Nazi-Organisation „Stille Hilfe“ und verteidigte schon den Holocaust-Leugner David Irving. Der Rechtsanwalt Stünkel aus Jena vertritt regelmäßig Neonazis in Sachsen-Anhalt. Thesen ist Oberstleutnant der Reserve, hat schon unter Scheungraber gedient und schreibt Leserbriefe für die Junge Freiheit.
Letzterer stellte für seinen Mandanten den Beweisantrag den Bundeswehroberst Klaus Hammel als „militärhistorischen Sachverständigen“ vor Gericht zu hören, da nur ein Mann der selbst gedient habe, diese komplizierten Fragen der Kriegsführung beurteilen könne.
Ob dieser Antrag angenommen wird, hat das Gericht noch nicht entschieden.
Hammel, der heute Autor der Jungen Freiheit ist, soll vor Gericht darlegen, dass Scheungraber als Täter nicht in Frage kommt.

Goebel mit seinen Kontakten zur „Stillen Hilfe“ wird in diesem SZ-Artikel nochmal genauer beleuchtet. Neben Staranwälten der rechten Szene, bei denen icht so ganz klar ist wer die eigentlich zahlt, kann sich Scheungraber auch auf den Rückhalt des „Kameradenkreises Gebirgstruppe“ verlassen, dem er angehört. Nicht zuletzt wegen dieser Funktion als Selbsthilfegruppe für Kriegsverbrecher läuft seit 2002 eine Kampagne gegen die alljährliche Gebirgsjägertreffen in Mittenwald.
Der einzige Überlebende des Massakers, der damals 15 jährige Gino M., sagte am 7.10 aus. Pressebericht dazu finden sich in der SZ und in der jungen Welt.
Die Kampagne „Keine Ruhe!“ hat eine umfangreiche, und stets aktualisierte, Linkliste zum Thema.
Die Vergangenheit des Ottobrunner Ehrenbürgers Scheungraber wurde immer wieder von antifaschistischer Seite theamtisiert. 2007 gab es eine kurze Kundgebung auf dem Weg nach Mittenwald, sowie eine Antifademo (Bericht 1, Bericht 2). Noch sitzt Scheungraber in Ottobrunn fest im Sattel, als Reaktion auf all die negative Publicity gab der Ottobrunner CSU-Bürgermeister Thomas Loderer eine Ehrenerklärung für Scheungraber ab. Von anderen Aktionen in Scheungrabers Wohnort, wie z.B. Sprüherein an seinem Haus oder auch an dem von Loderer, ist derzeit noch nichts bekannt.
Die Unterstützung für Scheungraber reicht von seinem CSU-Bürgermeister über den Kameradenkreis und seine als Nazi-Verteidger erprobten Anwälte bis ins Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ München, deren Kader (das Fussvolk steht wohl nicht so gerne früh auf) dem alten Nazi-Kriegsverbrecher bei seinen Prozessterminen die Ehre erweisen. Für die münchner AN ist Scheungraber Vertreter der von ihnen glorifizierten Tätergeneration, im Vernichtungskrieg der Wehrmacht sehen sie einen Kampf für die „Freiheit und die Zukunft ihrer Nachfahren.“ Gleichzeitig bietet ihnen dieser Prozess eine seltene Gelegenheit, die Wahnvorstellung von der ach so harten Siegerjustiz zu bedienen. Angesichts der Amnestien und der jahrzehntelangen Verschleppung der Verfahren durch die bundesdeutsche Justiz, angesichts eines gesellschaftlichen Klimas in dem sich die Täter von einst geborgen fühlen können, müssen Nazis Prozesse in denen tatsächlich mal einer der ihren auf der Anklagebank sitzt suchen wie die Nadel im Heuhaufen.
Die AN München und die restliche Fascho-Baggage mobilisieren für den 15.11 zu einem Aufmarsch zum sog. Heldengedenktag (den emsige Antifas übrigens komplett einmachen werden), dabei geht es ihnen um den positiven Bezug zu genau solchen NS-Mördern wie Scheungraber. Beide Themen verknüpft zu behandeln böte sich daher an.

Nazis über NASOFI

Die Sau, die zur Zeit durchs Dorf getrieben wird trägt den sperrigen Namen „Nationale Sozialisten für Israel.“ Zum Einstieg empfiehlt sich der Artikel im NPD-blog, Überlegungen dazu, inwieweit das vielleicht ein Fake ist findet ihr bei Classless. Wendy hingegen ist die Frage „Fake oder nicht“ egal, wie Nachdenklich setzt er_sie auf die Vermittlung von Inhalten und Klassenkampf, anstelle von inhaltsleeren Symbolen und Ritualen. Schildkröte schliesslich erklärt den Faschos, dass es Nationen eigentlich nicht gibt (wurde auch Zeit, das denen mal wer Bescheid gibt), und Elser verspottet Antideutsche. Und wie diskutieren die Nazis über ihre angeblichen Israelsolidarischen Kameraden?

Nach Überfliegen von Altermedia-Kommentaren & einem Forenthread (Wikingerversand) finden sich, in absteigender Häufigkeit, folgende Einschätzungen.
Viele Schreiberlinge scheinen die NASOFIS für einen Fake zu halten. Die Einschätzung wird meistens nicht begründet, es scheint einfach bei vielen dem Bauchgefühl zu entsprechen dass die NASOFIS eine Erfindung der Antifa sind. Zum Teil wird damit argumentiert, dass die noch niemand live mit Fahne auf einer Demo gesehen hätte.
Fast so viele Nazis können sich zumindest vorstellen, dass „nationale Wirrköpfe“ hinter den NASOFIS stecken. Hier wird einerseits auf „Autonome Nationalisten“ (AN) verwiesen, „die zusammen mit der Antifa die NPD angreifen“ (altermedia Kommentar) würden, sowie auf diverse Querfront-Projekte. Alle, die die NASOFIS in diese Ecke rücken, scheinen mit AN, bzw. Querfront nichts anfangen zu wollen.
Eine ähnliche Argumentation verweist auf PI und andere antimuslimische Gruppen, zumindest unter den altermedia Kommentator_innen scheint PI (obwohl verweinzelt in antisemitscher Manier als „Judenpresse“ bezeichnet) angesehener zu sein als AN.
Einige Nazis hetzen in wüster antisemitischerr Manier, warum NSler niemals solidarisch mit Jüd_innen sein könnten. Diese Kommentare sind aber erstaunlich selten, die gehen meistens einher mit der Einschätzung „Fake“, oder der Forderung die „Abweichler“ an die Wand zu stellen, vierzuteilen, o.ä..
Häufiger sind Kommentare, die mit Verweis auf angebliche Zusammenarbeit zwischen dem NS-Faschismus und der zionistischen Bewegung erklären, warum ihre israelsolidarischen (Ex-) Kamerad_innen so ticken. Die wenigsten Faschos scheinen in der Lage zu sein, die völkische Logik der NASOFIS intellektuell nachzuvollziehen, und dann zu kritisieren oder gutzuheissen. Eine Sub-Diskussion dreht sich um die Frage, ob der antimuslimische Rassismus derzeit wichtiger ist als der Antisemitismus.
Kommentare, die sich mit dem Inhalt der NASOFIS befassen, und nicht mit Spekulationen darüber wer die sind, scheinen am Anfang sehr selten gewesen zu sein, und kommen im Laufe der Zeit häufiger vor.

Ein vorsichtiges Fazit – Die Nazis sind im grossen und ganzen intellektuell überfordert, was mensch daran sieht dass die Inhalte der NASOFIS wenn überhaupt auf einer anekdotischen Ebene diskutiert werden. Die Widersprüche in ihrem völkischem Weltbild, die die NASOFIS eigentlich verdeutlichen, erkennen sie jedenfalls nicht. Dass die pro-Israel Nazis den grossen Spaltpilz unter die Faschos tragen bezweifle ich. In den Diskussionen zeigen sich aber ältere Spaltlinien ganz deutlich, z.B. zwischen NPD und AN. Wann diese Streitereien auch wieder zwischen der Münchner NPD und ihren AN Wahlhelfer_innen ausbrechen ist nur eine Frage der Zeit. Zum Beispiel dann, wenn AN-Kader Hasselbach seinen Leuten erklären soll, warum sie sich am (von Münchner NPDlern organisierten) Bayerntag der NPD beteiligen sollen, und nicht an der Konkurenzveranstaltung „Frankentag.“ Deren Programm ist viel klarer auf ein Nazipublikum zugeschnitten, im Vergleich zum eher an Familiern orientierten Bayerntag.

Quellen, die xx in urls durch tt ersetzen:
„Nationale Sozialisten für Israel“:
hxxp://nasofi.blogspot.com/
Altermedia: „Nationale Wirrköpfe oder Fake?“
hxxp://de.altermedia.info/general/nationale-wirrkopfe-oder-fake-160508_14227.html
Wikingerversand Forum „Vorsicht Fake:
hxxp://forum.wikingerversand.de/showthread.php?t=9270

„Luxus für alle“ als Naziparole? Nur wenn die Gestaltung von Nazis ist!

Auf der peinlichen Nazi Seite Strassenkunst punkt info, auf der auch die Münchner AN-Deppen „Life deluxe for all“ propagierten, ist jetzt folgendes zu lesen:

Wir finden es extrem peinlich, Hintergründe komplett zu kopieren und einfach nur eine Internetseite in die Ecke zu drängen. Wir wollen eine Plattform für kreative Köpfe sein, für Künstler, die sich manchmal über Stunden hinweg an ein Motiv setzen bis es dann fertig ist und es wäre absolut unfair den Kameraden, die sich derart bemühen gegenüber, wenn wir zwischen ihren mühevoll gestalteten Werken billige 1zu1- Kopien stellen!

Also nix mit Musse und Luxus, harte Arbeit der teutschen Recken mit den Basecaps ist verlangt. Weshalb besagte Site ankündigt, keine Beiträger der Münchner ANs mehr zu veröffentlichen, bis sie sich mehr Mühe geben. Eine leidlich amüsante „Diskussion“ über rechten Arbeitsethos findet ihr dann hier: hxxp://logr.org/strassenkunst/archives/210 (xx durch tt ersetzen, weil keine direkten links, weil suchmaschinenranking und referer). Worüber die sich nicht streiten, ist der Inhalt der Parolen, die von den Münchner Faschos verbreitet wurden – was auch an der Moderationspolitik der Site liegen könnte. Neben Androhungen wie „So werde mich auch mal zu der Sache äußern! Zum finde ich es Ok Bilder von der anderen Seite zu kopieren!“ kommt nur dummes Geseier über die Faulheit der Münchner ANs. Die Münchner Antifa NT, von denen einige Wallpapers abgekupfert wurden, schrieben dazu:

Für einige Lacher sorgten die Macher einer Nazi-Website, mit dem Anspruch zu „zeigen wie kreativ der Nationale Widerstand ist.“
[…]
Auf der angesprochenen Seite jedenfalls kann der künstlerisch ambitionierte AN-Nazi Zeichnungen und Wallpaper hochladen und den Kameraden zur Verfügung stellen. Hauptsächlich handelt es sich bei den Werken um Möchtegern-Graffiti auf Schulblöcken und Photoshop-Unfälle im schlecht geklauten Pop-Antifa-Style.Als wäre das nicht albern genug, beweist der „Nationale Widerstand“ die erwähnte Kreativität damit, zwei unserer Desktophintergründe zu übernehmen und lediglich die Antifa-Symbole und Domains, mit dem eigenen Logo und dem Verweis auf eine Münchner Nazi-Seite zu überdecken.
Interessanterweise gehört auch das „life deluxe for all“-Motiv dazu. Hierzu bemerkt recht passend ein antifaschistischer Blog:“…Erstaunlich nicht, weil Nazis ausnahmsweise ein schönes Bild produzieren – das können sie nicht, das Motiv ist ganz dreist von der Münchner Antifa NT geklaut (…). Erstaunlich deshalb, weil die Parole “life deluxe for all” nun wirklich gegen einiges geht, wofür Nazis normalerweise sind. Einmal widerspricht der Luxus Bezug dem asketischem Selbstbild, und würde eher zu Leuten passen die stolz darauf sind dekadente Waschlappen zu sein (so wie ich). Und irgendwas “for all” zu fordern widerspricht dem rassistischen Exklusivitätsanspruch namens Volksgemeinschaft…“ Nochmal zum mitschreiben, mit „alle“ meinen wir [und die Grammatik dieser Sprache] eben auch Homosexuelle, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, „erwerbslose Griechen“, Löwenbändigerinnen, Geigenbauer, oder Telefonkartensammler.

Nazis fordern „Luxus für alle“?

Nazis, die linke Styles kopieren, sind mittlerweile ein alter Hut. Trotzdem fand ich das da erstaunlich:
life deluxe for all - abolish capitalism - nationales münchen
(Gefunden hier: hxxp://logr.org/strassenkunst/archives/79 – die xx durch tt ersetzen). Erstaunlich nicht, weil Nazis ausnahmsweise ein schönes Bild produzieren – das können sie nicht, das Motiv ist ganz dreist von der Münchner Antifa NT geklaut, die Homepage der Münchner „Autonomen Nationalisten“ (um Mike Nwaiser) eingesetzt und das Antifa-logo mit einem grösserem AN Emblem überdeckt1. Erstaunlich deshalb, weil die Parole „life deluxe for all“ nun wirklich gegen einiges geht, wofür Nazis normalerweise sind. Einmal widerspricht der Luxus Bezug dem asketischem Selbstbild, und würde eher zu Leuten passen die stolz darauf sind dekadente Waschlappen zu sein (so wie ich). Und irgendwas „for all“ zu fordern widerspricht dem rassistischen Exklusivitätsanspruch namens Volksgemeinschaft. Weiterreichende Implikationen der Forderung „Luxus für alle“ werden bei Juli diskutiert. Es bleibt abzuwarten, ob andere Nazis so konsequent sind, den Münchner ANs dafür aufs Maul zu geben.

Tatsächlich dürften die Faschodeppen dieses Motiv nicht produziert haben, weil sie glauben damit ihre Inhalte rüberzubringen (vielleicht schon, aber dann wären sie wirklich beknackt). Ich sehe das eher als Ausdruck davon, dass Antifas für ANs ein absurdes Faszinosum darstellen. Einerseits hassen sie uns, dann werden wir wieder ein Stück weit bewundert. Und Nazis haben wohl eh nur selten den Anspruch, ihr Auftreten durchzudenken und auf Widersprüche abzuklopfen.

  1. Das Motiv danben ist auch geklaut [zurück]