Zum Arbeitsfetisch

Der erste Mai naht, und damit die Zeit im Jahr in der manche Linke bevorzugt gegen den Gewerkschaftsapparat und den dort verorteten Arbeitsfetisch wettern. Keine Links dazu heute weil ich zu faul zum googeln bin, gibts aber bestimmt auch heuer. Mit im Paket bei der Kritik des Arbeitsfetisch sind zwei Widersprüche.

Arbeitsfetisch meint das Arbeit mit allem möglichem moralischen und sonstigen edeutungen aufgeladen wird die sie an sich nicht unbedingt hat – so gesehen passt der Begriff Fetisch. Marxist_innen meinen mit Warenfetisch grob, das das Verhältnis in dem verschiedene Menschen qua Produktionsprozess zueinander stehen als Verhältnis der getauschten Waren fehlinterpretiert wird. Anders gesagt – die Menschen sehen Waren fälschlicherweise als komplett von sich entäussert. In Begriff des Arbeitsfetisch steckt auch die Kritk drin, dass die Menschen die Tätigkeit die sie als Lohnarbeit verrichten nicht genug von sich entäussert sehen. Also zwei sich widersprechende Verwendungen des Begriffs Fetisch – was erstmal egal ist solange die Kritk am Arbeitsfetisch ihren Gegenstand einigermaßen trifft. Aber vielleicht ein guter Ansatz für das alte Trinkspiel „Marxist_innen zu wortreichen Erwiderungen provozieren.“

Die Kritk am Arbeitsfetisch wird auch als ein Grund angeführt, einen grossen Bogen um säntliche DGB-nahen erster Mai Veranstaltungen zu machen, da es dort eben nur das Lob der Arbeit und Bratwurst gäbe. In der Tat, Aussagen wie „Gutes Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa“ sind ein Schlag ins Gesicht all derer die nicht (Lohn-)arbeiten können, dürfen oder wollen und trotzdem ohne Angst vor Armut alt werden möchten.

Mobilisierender Nachtrag: Du kannst morgen mit der ALM den ersten Mai nicht dem DGB überlassen oder mit der Antifa nach Würzburg fahren!
Ergänzender Nachtrag: Die NT zum Beispiel hat vor Jahren Antiziganismus aus Arbeitsfetisch abgeleitet. Anlass war – was sonst der erste Mai 30. April.


3 Antworten auf “Zum Arbeitsfetisch”


  1. 1 rhizom 01. Mai 2013 um 11:30 Uhr

    Zu der ganzen Chose (Kritik des Arbeitsfetischs) gibt’s einen guten Artikel von Pixel Utopia

  2. 2 rhizom 01. Mai 2013 um 11:32 Uhr

    Ah, scheiße, der Link is irgendwie kaputt. Vielleicht kannst es reparieren: http://pixelutopia.blogspot.de/2010/07/ad-hominem-uber-stephan-grigats-artikel.html

  3. 3 Bikepunk 089 01. Mai 2013 um 21:28 Uhr

    Passend zum Thema bin ich zu faul zum reparieren … der untere link funktioniert ja.

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