Ach …

Bloggen macht längst nicht mehr soviel Spass wie einst, meine halbe blogroll sieht das wohl auch so und hat sich vor JAhren verabschiedet. „Cutting to the core of an issue without delivering anything useful is the very soul of bloggerdom“ (Bruce Stirling/Rudy Rucker) – in diesem Sinne ein paar mittelsteile Thesen, falls ich Bock hätte sie auszuführen:

Die autoritäre Scheisse, die auf dem Grenzcamp gelaufen ist und mit „critical whiteness“ legitimiert wurde ist nur vorerst das dümmstmögliche was sich aus diesem Diskurs machen lässt – wenn der Sprechverbots- und Selbstpositionierungsquatsch mit den üblichen drei Jahren Verspätung in München ankommt wird jemand was noch blöderes draus machen.

Seit Jahren ist „eigentlich“ niemand mehr „so richtig“ antideutsch, „halt schon antinational aber jetzt nicht so wie (lokale Bahams Karikatur)“ … dann entdeckt die IDF das web 2.0 für die eigene Propaganda, und die ganzen Kiddies (fight ageism!) Rotzlöffeln teilen das munter auf facebook, versehen mit originellen Zitaten der kritischen Theorie: Yay! Strike! Zack!
Beschissene Kriegsultras allesamt.

Apropos Pöbeln: Keine autonome Münchner Gruppe wagt sich in ein Bündnis in dem es keine absolute Hegemonie eben solcher Gruppen gibt. Aber mit inhaltlichen Gründen kann auch niemand aufwarten. Beweist mir das Gegenteil, konfliktscheues Pack!

Die Absurde Sitte (gesehen auf Maedchenmannschaft) umstrittene Begriffe (z.B. slut) oder das Wort Vergewaltigung nicht mehr auszuschreiben (sl*t, V*rg*w*lt*g*ng, r*p* …) hilft niemandem, schützt niemandem, verhindert keine Trigger (weil lesbar ist das allemal, wenns darum ginge) und hat nichts mit Sprachkritik zu tun und alles mit einem absurden Sauberkeitsbedürfnis.

Zurück zum web 2.0: Wo ich angefangen habe zu bloggen waren das noch blogs und nicht soziale Netzwerke . Heute verlegen alle ihren internet Konsum in die treusorgenden Hände von Datenhändlern wie facebook oder google, die Feudalheren der digitalen Welt. Niemand mehr kann RSS auch nur buchstabieren, und folglich wird das hier auch niemand lesen.


6 Antworten auf “Ach …”


  1. 1 michele 27. November 2012 um 21:24 Uhr

    Hi,
    Stimmt nicht so ganz, ich hab´s z.B. gelesen. Aber was soll ich sagen, ich hab die Texte hier immer genossen, auch wenn ich nicht immer 100% der gleichen Ansicht war. Diese Zeilen nach längerer Pause finde ich dann doch zu larmoyant und damit unwürdig – du kannst das besser.
    Was willst du mir sagen, falls ich der einzige niemand sein sollte?

    Zwei Jammertäler sehe ich in deinem Text:

    1. Die (deutsche) politische, radikale Linke oder das was sich so versteht und/oder von anderen so definiert wird löst sich (seit 1989) in Wohlgefallen auf. Die verbleibenden Rudimente kommen über sektenähnliche, identitäre Selbsthilfegruppen nicht hinaus und dienen höchstens als Maövriermasse und Legitimationsbasis staatstragender und staatlicher Interessen im bürgerlichen Kapitalismus. Im Wesentlichen sind sie mit sich selbst und der Abgrenzung von allem anderen beschäftigt. Dass das Ganze dabei noch derart spießig, kleinbürgerlich, intolerant, verbohrt und lustfeindilch geschieht setzt dem Allem nur die Krone auf.
    Pickelhaube auf und zum Lachen in den Keller!

    2. Medien, medienvermittelte Inhalte und medienpolitische Notwendigkeiten verändern sich. Das ist gerade eine fasziniernde Fähigkeit des Kapitalismus. Klar gibt es in der bürgerlichen Gesellschaft Repression, Macht, Fremdbestimmung und Ausbeutung mit der gleichen Brutalität und Strategie wie im Feudalismus oder einer Diktatur aber faszinierend ist der andere Stil. Den Menschen wird verstehen gemacht, dass die herrschenden Interessen ihre wären. Alternative Ideen werden, integriert, aufgekauft und erst dann vernichtet es nicht anders geht. Diese Wandlungsfähigkeit, diese Anpassungsfähigkeit hat den Kapitalismus immer wieder seine selbstverschuldeten Krisen, seine Ungerechtigkeit, sein von ihm verursachtes Leid und Zerstörung überleben lassen. Ja es hat ihn sogar gestärkt.

    Und so kommt es, dass Blogs und unabhängige, pionierartige Projekte im Web inzwischen vom kommerziellen, vollkommen kontrollierten WEB 2.0 überrollt wurden und werden. Ich möchte dazu auf die Diskussion um indeymedia Deutschland oder aud (ex)indymedia Österreich verweisen, wo, wie ich finde die richtige Frage zur Zukunft des progressiven Netzaktivismus aufgeworfen werden.

    So ist nun doch etwas mehr geworden, wenn auch nicht bis ins Detail durchdacht. Hauptsache die Löwen haben gewonnen und ich krieg´ das Ende von MEGA PIRANHA noch mit.

  2. 2 Wendy 28. November 2012 um 0:50 Uhr

    Niemand mehr kann RSS auch nur buchstabieren, und folglich wird das hier auch niemand lesen.

    Einspruch!

  3. 3 ulf 28. November 2012 um 2:56 Uhr

    habe ebenfalls diesen eintrag durchgelesen.

  4. 4 x 30. November 2012 um 19:27 Uhr

    Ich habs gelesen, allerdings weil ein Link dazu in Facebook war.
    Das linke Facebook-gebashe ist einseits richtig und wichtig, andererseits auch verfehlt. Facebook mag eine Firma sein, die ihr Geld mit Daten und Datenanalyse verdient. Es ist aber auch ein gesellschaftlicher Raum (im Cyberspace). Diesen völlig zu ignorieren, wäre schlicht altmodisch und auch aus anderen Gründen falsch. Bis mir jemand beweist, das Facebook für die Repressionsbehörden tatsächlich ein wirkungsvolles Werkzeug gegen politische Bewegungen sind, glaube ich die Dynamik ist eher anders herum. Einige Regeln gilt es natürlich im Internet zu beachten.

    IDF Bilder auf facebook teilen: Finde ich auch schräg. Aber es gibt schlimmeres. Schließlich will sich die IDF ja als progressive Kraft vorstellen. (Ob das tatsächlich der Realität entspricht, insbesondere da es sich um eine Armee handelt, mal völlig aussen vor)

  5. 5 meta 11. Dezember 2012 um 11:02 Uhr

    „Apropos Pöbeln: Keine autonome Münchner Gruppe wagt sich in ein Bündnis in dem es keine absolute Hegemonie eben solcher Gruppen gibt. Aber mit inhaltlichen Gründen kann auch niemand aufwarten. Beweist mir das Gegenteil, konfliktscheues Pack!“

    Schon klar welches Bündnis Du meinst. Was Du vergisst zu erwähnen ist, dass Teile dieses Bündnisses schon auf die leiseste Kritik an ebendieser „absoluten Hegemonie“ mit Drohungen und Angriffen reagieren, an einer Debatte also kaum interessiert zu sein scheinen, stattdessen aus Furcht vor dem Verlust der Deutungshoheit aggressiv austeilen. Aber wem sag ich das?

  6. 6 Bikepunk 089 11. Dezember 2012 um 14:23 Uhr

    @ meta
    Nein, weisst du nicht – gäbe ein paar Beispiele.

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