Luzi-M erklärt sich

Luzi-M reagiert auf auch von mir geäusserte Kritik an ihrem Jahresausblick – hier die Ergebnisse ihrer Diskussion:

Es ist richtig, dass nicht unerhebliche Teile der Linken die Bedrohung Israels durch das iranische Regime nicht ernst genug nehmen, herunterspielen oder leugnen. Eine Antwort auf diese Drohungen und diese iranische Agenda lassen insbesondere antimilitaristsche Linke nicht erkennen.
Dies aber kann und darf für progressive Linke kein Grund sein, ein kriegerisches Vorgehen gegen das iranische Regime gutzuheißen oder zu rechtfertigen.
Aus der historisch einmaligen Situation des deutschen Nationalsozialismus und des zweiten Weltkrieges lässt sich kein Kanon irgendeiner „progressiven“ Kriegsführung für heute ableiten.
Eine emanzipatorische Linke sollte auf antifaschistischer und antimilitaristischer Grundlage Position gegen die iranischen Ausfälle gegen Staat und Bewohner_innen Israels finden und beziehen. Dazu gehört der Kampf gegen atomare Aufrüstung ebenso wie die Ablehnung des (westlichen) Kriegsgetöses.
Bei aller „Sorge“ bleibt es die vorrangige Aufgabe einer antifaschistischen Linken hier, gegen antisemitische Argumentationsmuster hier und auch in der hiesigen Linken anzukämpfen.

Ich finds ok.
Für die Behauptung, vor allem antimilitaristische Linke würden Irans Atomprogramm leugnen finden sich zu viele Beispiele, aber auch ein paar Gegenbeispiele – wir hatten schon anno dunnemal (2005?) auf der Siko Redebeiträge gegen das iranische Atomprogramm gehört haben und speziell Siemns Rolle darin wurde erst letzten Herbst auf der war starts here1 Fahrraddemo benannt.
Ich kapiere allerdings nicht (und wadenbeissen ist die vornehmste Aufgabe des bloggers!) warum ein Artikel wie der kritisierte dann druchrutscht.

  1. zum Text des Redebeitrags müsst ihr euch durchklicken wegen doofen cms. Kampf dem Java! [zurück]

1 Antwort auf “Luzi-M erklärt sich”


  1. 1 no peace 20. Januar 2012 um 19:22 Uhr

    linke selbstverständlichkeiten einer prüfung zu unterziehen, ist bitter notwendig. was rauskommt, wenn mensch es nicht macht, ist in den letzten jahren bei der anti-siko demo zu besichtigen: da wird der „ehemalige“ persönliche gaddafifreund und glühende antizionist jean ziegler schon im flyer des großbüdnis zitiert, und auf der demo kommts in den reden der großkundgebung am marienplatz dann noch schlimmer. auch die demo war in den letzten jahren nicht gerade emanzipatorisch: dominiert haben die nationalfahnen selbsternannter „befreiungs“organisationen, sowie zumindest im hinteren teil des internationalistischen blocks – leninistische, stalinistische und antizionistische parolen.
    nein danke, sag ich da.
    die sdaj münchen veröffentlicht auf ihrer internetseite im rahmen der siko einen beschluss ihres bundesvorstands unter dem titel „solidarität mit den völkern irans und syriens“ und meint damit nicht die demonstrierenden&aufbegehrenden menschen dort, sondern die dort herrschenden regimes („Das iranische und syrische Volk haben das Recht, über die Gestaltung ihrer politischen und gesellschaftlichen Ordnung allein und souverän zu entscheiden.“)
    Auf deren Frieden, den Frieden der Despoten und patriarchalen Regime kann ich nicht nur verzichten, sondern sage ihnen als emanzipatorischeR LinkeR auch den Kampf an.
    Kein Krieg ist nicht dasselbe wie Frieden. Auch wenn mensch sich grundsätzlich gegen Militarismus wendet, sollte dies in einer nicht verkürzenden Sicht zumindest reflektiert werden (können), ohne dass gleich nach Zensur gerufen wird.

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