Archiv für Oktober 2010

Die Elite und ihr Arschgesicht

Armin Nassehi, der bei der Sarrazinveranstaltung am Mittwoch als kritisches Feigenblatt auf dem Podium saß, hatte eine einigermaßen kluge These: „[Sarrazin] kommt mir vor wie ein bürgerlicher Beobachter, der mit der Unordnung der Welt nicht klarkommt.“ Das kam beim Publikum schlecht an:

Weite Teile des Publikums sind außer sich vor Wut, schreien, brüllen gar. Und so geht das weiter: Ist Sarrazin am Ball, klatschen viele, steigern sich zur Ekstase. Läuft der Konter über die Zange Nassehi-Steingart, buhen die meisten oder zumindest die lautesten Besucher – das geht bis hin zu wüsten Beschimpfungen.

(Luzi-M)
Also das, was zu erwarten ist wenn sich 700 Rassist_innen versammeln, um sich ihr Weltbild bestätigen zu lassen. Irgendeine Mischung aus Doofheit, Ruhmgeilheit und Arroganz hat wohl verhindert, dass Nassehi das vor dem Auftritt kapiert. Anders als etliche Wissenschaftskolleg_innen, anders als „etwa 150 Punks, Altline und Autonome“ vor der Tür. Gut das der Mann studiert hat.
Sein Kommentar zu den Buhrufen, etc., war dann folgender: „Ich bin erstaunt über die Proletarisierung des Publikums.“ Die Angst des Großbürgers vor dem Abstieg, da ist sie wieder.