9.6.: Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit

Der militante Arm des Gegenstandpunkts stellt am Mi., den 9.6, eine grundsätzlich Kritik an Staat und Nation vor, wie sie auch in dieser berühmten Broschüre geleistet wird. Dumm an dieser Analyse ist, dass sie Klassenkämpfe komplett negiert, dumm ist auch dass die Frage nach Brüchen in der bestehenden Ordnung überhaupt nicht vorkommt. Ansonsten gibts da schon was zu lernen.


21 Antworten auf “9.6.: Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit”


  1. 1 bla 07. Juni 2010 um 9:29 Uhr

    Auch wenn es müßig ist es ständig zu wiederholen: UmsGanze! hat mit dem GegenStandpunkt weder theoretisch noch praktisch viel zu tun. Im Gegenteil waren es bisher vor allem Leser des GS, welche die so genannte Staatsbroschüre von UG einer inhaltlichen Kritik unterzogen haben anstatt sich wie die Restlinke darüber zu beklagen dass ihre Lieblingsthemen (Klassenkämpfe! Brüche in der bestehenden Ordnung!) in jener nicht vorkommen.

  2. 2 entfällt und wird verschoben 07. Juni 2010 um 10:47 Uhr

    Der Vortrag und Diskussionsabend zu „Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit“ fällt aufgrund terminlicher Überschneidungen leider aus. Das ganze wird allerdings nachgeholt.

  3. 3 blubb 07. Juni 2010 um 15:13 Uhr

    na eben, bla. wenn mein arm nicht tut wie ihm geheißen, dann kritisiere ich ihn. bikepunks bildnis trifft es also schon sehr gut.

  4. 4 Bananen-Kevin 08. Juni 2010 um 9:53 Uhr

    So ein schlechter Diss und dann gibt’s die Veranstaltung nicht mal.

  5. 5 MoW 08. Juni 2010 um 17:04 Uhr

    „Dumm an dieser Analyse ist, dass sie Klassenkämpfe komplett negiert“

    Wenn du das so schreibst, dann solltest du das schon erklären – ich hab keine Ahnung, was du meinst.

    Was meinst du denn mit Klassenkämpfen? Und welche Relevanz hat das, was du damit meinst, für ne Erklärung von Staat und Nation? Welche Erkenntnis bleibt einem verborgen, wenn man nichts über die besetzte Fahrradfabrik in Nordhausen (oder was du eben mit Klassenkampf meinst) schreibt?

  6. 6 Bikepunk 089 08. Juni 2010 um 19:18 Uhr

    Wenn ich mein Broschürchen, das ich einst in einer Bierpfütze fand, nicht schon wieder verschenkt hätte, und wenn heute nicht so ein schöner lauer Sommerabend wäre, dann würde ich vielleicht auf das alles eingehen. So bleibt mir nur der Raum für ein paar Empfehlungen: Karl Heinz Roth „Der Zustand der Welt“, Beverly Silver „Forces of Labor“, vor allem aber ein kühles Radler.

  7. 7 MoW 09. Juni 2010 um 11:44 Uhr

    Radler? Ich bin grad aus nem formidablen Post-Weißbier/Williamsbirnendelirium erwacht, mach den Computer an und dann sowas. Pah!

  8. 8 Bikepunk 089 09. Juni 2010 um 17:44 Uhr

    Angeber. Konkurrenzprinzip noch bis ins Glas. Beachte aber auch die verschiedenen Uhrzeiten der postings.

  9. 9 MoW 10. Juni 2010 um 0:08 Uhr

    IN-YOUR-FACE!

    Wollte das ganze gar nicht pissig verstanden wissen – falls du es denn so interpretiert hast!? Ich finde es wirklich interessant, was du mit deiner Aussage meinst. Vielleicht hast du ja am Wochenende Zeit, das auszuführen.

  10. 10 Bikepunk 089 13. Juni 2010 um 14:51 Uhr

    Wie gesagt, das Broschürchen hab ich nicht zur Hand. Wie ich mich erinnere haben sie komplett geleugnet, dass die Krise der 70er klar durch Klassenkämpfe ausgelöst wurde, also durch die diversen antikolonialen Kämpfe, durch die Revolten ab 68, dadurch dass die Leute in den Metropolen das fordistische Versprechen der stetig steigenden Löhne beim Wort genommen haben und auch die Macht hatten das durchzusetzen, und so weiter. Für Details guckst du bei Roth nach.
    Sicher kannst du das alles auch als systemische Zwänge beschreiben, dann sagst du halt dass die Leute alles Automan waren. Das ist erstmal falsch: welche Richtung die Kämpfe damals genommen haben hing nicht nur an ewig gültigen Gesetzen, sondern auch an der Subjektivität der Leute. Der Autonomen Linken den historischen Determinismus näher zu bringen halte ich für keine gute Errungenschaft.
    Keiner dieser Kämpfe hat den Kapitalismus in seiner gänze (wo auch immer diese Gänze eigentlich ist) ins Wanken gebracht. Den Grund dafür in der Rückschau alleine in systemischen Zwänge zu sehen (was die Autor_innen der Broschüre meiner Erinnerung nach tun) verleugnet eine einfache Tatsache: Es hätte alles auch ganz anders kommen können, was den Autor_innen der Broschüre irgendwie egal zu ein scheint.

  11. 11 bla 13. Juni 2010 um 17:10 Uhr

    Jetzt weiß man immer noch nicht mehr über deine Kritik an der Broschüre außer dass du diese Kämpfe ganz schön dolle wichtig findest und in der Broschüre nichts darüber steht.

  12. 12 MoW 13. Juni 2010 um 23:54 Uhr

    Danke erstmal! Aber ich gebe meinem Vorredner Recht: Wenn es um ne „grundsätzliche Kritik an Staat und Nation“ geht, dann sehe ich einfach keinen zwingenden Grund, über die Operaia Bewegung zu reden.
    Wenn ich dich richtig verstehe, dann geht es dir darum, Staat und Nation zu entnaturalisieren, indem du mehr oder weniger gescheite(rte) Einwände gegen die Lohnarbeit angeführt haben willst. Häh?

    „Es hätte alles auch ganz anders kommen können, was den Autor_innen der Broschüre irgendwie egal zu ein scheint.“

    Es wird anders kommen, aber nicht ohne „grundsätzliche Kritik an Staat und Nation“, und trotz persönlichem Interesse daran (und nicht „egal“): linke Folklore und ein wehmütiges „ach hätte doch“ werdens nicht tun. Viel verzwickter nämlich als der von dir behauptete Sachverhalt, dass die Leute „das fordistische Versprechen der stetig steigenden Löhne beim Wort genommen haben“, ist doch zum Beispiel der viel basalere Fehler, dass die gut geölte Ausbeutung als Chance und Angebot verstanden wurde und wird, und die Leute sich da ein passendes Staatsbürgerbewusstsein basteln. Wenn der „militante Arm des GSP“ -mich haben die bislang ehrlich gesagt nicht interessiert- nen Versuch unternimmt, sowas zu erklären, dann klingt das doch ganz nett? Gute Nacht!

  13. 13 Info 14. Juni 2010 um 9:55 Uhr

    Die Staats-Broschüre gibt’s auch online.

  14. 14 skp 15. Juni 2010 um 18:12 Uhr

    da die veröffentlichung von UG auf drei broschüren angelegt ist sehe ich das thema klassenkampf da in einer der beiden anderen. genauso gut könnte man kritisieren, daß die ideologie nicht richtig abhandeln – obwohl da drin steht, daß es dazu eine extra veröffentlichung gibt.

    oder daß marx die rente erst im dritten band abhandelt.

    das ist ein ziemlich schwacher einwand deinerseits zu kritisieren, daß sie nichts über etwas schreiben, was in dem teil der veröffentlichung auch nichts zu suchen hat. jedenfalls sehe ich nicht, was klassenkämpfe mit der erklärung von staat und nation zu tun haben, aber vlt. kannst du das auch ausführen.

  15. 15 Bikepunk 089 15. Juni 2010 um 20:52 Uhr

    @bla: Stimmt, Klassenkämpfe die ihrerzeit den Kapitalismus in eine Krise gedrängt haben finde ich wichtig. Und wenn die UGs die Krise damals anders erklären finde ich das falsch.

    Nordhausen, Operaia, Folklore – wtf?

    Mein Problem ist, das in dem Ansatz der UG Leute das einzige, was irgendeine Materialität hat, systemische Sachzwänge sind. Diese Prämisse finde ich a) falsch, b) falsch und c) ungeeignet eine Perspektive jenseits der semiklugen Textproduktion zu entwickeln.

    Das der Abend (wenn sie die Veranstaltung nachholen) nett wird, davon gehe ich aus und mobiliseire ja deshalb auch drauf. Es schadet aber bestimmt nicht, wenn du deine Williasbirne mitbringst.

  16. 16 Info 15. Juni 2010 um 22:11 Uhr

    Für Anfang Dezember ist in Bochum der zweite UG-Kongress geplant: „So, wie es ist, bleibt es nicht. “ …umsGanze!-Kongress zu Krise und Arbeit
    Vielleicht liegt dann ja der zweite Teil der Grundlagentexte bereits vor.

  17. 17 bla 20. Juni 2010 um 11:44 Uhr

    Wie gesagt, das Broschürchen hab ich nicht zur Hand. Wie ich mich erinnere haben sie komplett geleugnet, dass die Krise der 70er klar durch Klassenkämpfe ausgelöst wurde, also durch die diversen antikolonialen Kämpfe, durch die Revolten ab 68, dadurch dass die Leute in den Metropolen das fordistische Versprechen der stetig steigenden Löhne beim Wort genommen haben und auch die Macht hatten das durchzusetzen, und so weiter.

    Wie steigende Löhne der Grund einer Krise sein können und nicht der Erfolg des Kapitals (Überakkumulation) muss wohl weiter dein Geheimnis bleiben. Gefallen tut dir diese „Theorie“ auch nicht wegen ihrer Stimmigkeit sondern weil sie so schön zu deinem Lieblingsthema – Kämpfe, Risse und so Zeug – passt. Bei der blöden abstrakten Entgegensetzung von Systemzwang und Subjektivität willst du im Gegensatz zu UmsGanze eben eher letzteres gewürdigt wissen und findest deshalb Gefallen an der Theorie die Arbeiter hätten den Kapitalismus in die Krise gebracht.

  18. 18 MoW 20. Juni 2010 um 16:51 Uhr

    „Klassenkämpfe die ihrerzeit den Kapitalismus in eine Krise gedrängt haben finde ich wichtig“

    Die Krisen macht der Kapitalismus sich selbst, und was du hier erzählst ist bewegungslinke Revolutionsromantik. Dass etwa die „Revolten ab 68″ den Kapitalismus in der BRD in ne Krise gestürzt hätten wäre mir neu. Und den theoretischen Wert einer Arbeit zu bezweifeln, weil man sie für „ungeeignet eine Perspektive jenseits der semiklugen Textproduktion zu entwickeln“ hält ist ne Frechheit auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein Eingeständnis, dass sich „semikluge Textproduktion“ bei dir an die Bedürfnisse des eigenen linken Way of Lifes anzupassen hat. Was hat es denn für nen Sinn, ständig was tun zu wollen und „perspektiven zu entwickeln“, wenn man sich die theoretischen grundlagen sparen möchte?

  19. 19 suppé 21. Juni 2010 um 17:09 Uhr

    Zumindestens haben die Kämpfe in den 70ern die Krise verschärft indem sie die Steigerung der Ausbeutungsrate als Ausgleich erschwert haben.

  20. 20 notwendig 10. Juli 2010 um 17:42 Uhr

    Die Broschüre gibt’s übrigens hier als PDF:
    http://umsganze.de/media/Staatstext_web.PDF

  21. 21 neuer termin 07. September 2010 um 12:42 Uhr

    Die Veranstaltung findet am 22.09 im Kafe Marat im Mittwochskafe statt

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