Archiv für März 2010

Le monde est a nous!

Am 30.4 wird es eine linksradikale Abenddemo in München geben – eine hervorragende Idee. Obs was wird, hängt davon ab was wir in den nächsten 4 Wochen in der Mobilisierung und Vorbereitung hinkriegen.
Verschiedene Gruppen haben Aufrufe dazu angekündigt, vollmundige Ankündigungen versprechen Themen wie Arbeitskritik, Queerfeminismus oder soziale Kämpfe und Aneignung. Hier ist erstmal der gemeinsame Kurzaufruf des Bündnisses. Da steht nichts falsches drin, allerdings ist er sehr parolenhaft – letztendlich eine Szene-interne Selbstdarstellung der Demo.
Abenddemo Motiv

Le Monde est a nous!
Für ein ganz anderes Ganzes.
Demo für die Überwindung des Kapitalismus am 30. April in München

Am Abend des 30. April wollen wir in München mit einer linksradikalen, lauten, vielfältigen und ausdrucksstarken Demo, unsere Kritik und Ablehnung der herrschenden Verhältnisse auf die Straße tragen. Es geht uns dabei um ein ganz anderes Ganzes – um ein schönes Leben für alle und jede_n. Es geht uns um die Überwindung des Kapitalismus, um eine befreite Gesellschaft ohne Sexismus, Rassismus, Klassen und alles was uns trennt und in Konkurrenz und Hierarchien zwingt. Die kapitalistische Wirtschafstweise hat gesellschaftliche Reichtümer in nie gekanntem Ausmaß hervorgebracht. Das Paradoxe daran ist, dass trotz und gerade deswegen ein Großteil der Menschen hiervon ausgeschlossen ist. Dies ist eine logische Folge einer Wirtschaftsweise in der in erster Linie nach dem Profit und nicht nach den Bedürfnissen der Menschen richtet. Wir bleiben nicht bei Forderungen nach weniger Arbeit, Bleiberecht, Lohngleichheit oder kostenloser Bildung stehen, wir forden den gesellschaftlichen Reichtum für alle! Umfassende Emanzipation ist innerhalb der herrschenden Verhältnisse unmöglich. Im Kampf für ein freies und selbstbestimmtes Leben müssen wir den Kapitalismus abschaffen.

In dieser Gesellschaft existieren verschiedenste Herrschaftsformen und wir werden diese letztendlich nicht lolsgelöst voneinander überwinden können.
Wir leisten Widerstand gegen jede Form der Herschaft von Menschen über Menschen. Auf dieser Demo wollen wir die Vielfalt emanzipatorischer Bewegungen mit ihren verschiedenen Herangehensweisen und Aktionsformen mit einem gemeinsamen Ausdruck zusammen bringen.

Deshalb hinaus zur linksradikalen Abenddemo am 30. April in München.
Für ein revolutionären 1. Mai, für einen revolutionären Alltag!
Le monde est à nous – Uns gehört die Welt!
Alles für Alle !

Fr. 30.04.10 18 Uhr Rosenheimer Platz, München

party, party, party, party

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben? No war but 4 Tage wach? Tanzen ist auch Sport? Making hedonism a threat again? Was zum Teufel ist das Motto hinter diesem Oster-Party-Marathon?

Mittenwald revisited

Am kommenden Samstag laden diverse Gruppen aus der linksradikalen Mittenwald-Mobilisierung zu einem antimilitaristischem & antifaschistischem Ratschlag. Mehr dazu später.

Die Zerstörung der Mittelschicht und der Aufstieg Berlusconis

Die Veranstaltung mit Sergio Bologna heute Abend verspricht spannend zu werde:

Die politischen Erfolge von Berlusconi, seiner Bewegung „Forza Italia“ und der mit ihr verbündeten „Lega Nord“ in dem durch die Tradition der Arbeiterbewegung geprägten Italien sind schwer erklärlich. Nach Sergio Bologna liegt der Schlüssel zum Verständnis dieser Entwicklung vor allem in der radikalen Umwälzung der italienischen Sozialstrukturen seit Anfang der neunziger Jahre. Die Privatisierungswelle, die extreme Verkleinerung der Unternehmen, eine forcierte Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse und eine außerordentliche Zunahme der selbstständigen Arbeitnehmer kennzeichnen diesen Wandel. Heute sind ein Viertel der Beschäftigten in Italien sogenannte „selbstständig Arbeitende“.
Sergio Bologna, ehemaliger Hochschullehrer in Italien und Deutschland, ist Mitglied des Vorstands der freien Gewerkschaft der selbstständigen Arbeit in Italien. Autor von: „Die Zerstörung der Mittelschichten. Thesen zur neuen Selbstständigkeit“ (Graz, 2006).

20:00 Uhr, Gasteig, Vortragssaal der Stadtbibliothek (EG 12 E), 6€

trying to reach the less worse country

we came till skopia
and my mobile said :

T-mobile welcomes you to the Republic of Macedonia! For assistance please call 0038970122! Have a pleasant stay in our contry!

we were happy and they did welcome us very well as very special gueast. But the police kicked us out of the border, back to greece

i am an unlucky man.

Das ist eine der kleinen Geschichten, die Birds of Immigrants erzählt – ein Kollektivblog, geschrieben von jungen Flüchtlingen die versuchen sich nach Europa durchzuschlagen. Eine ähnliche Ausrichtung hat Schengendangle:

schengendangle is the Blog of people like me, who come to Europe with the hope to finaly escape and find a new home. We are refugees trying to reach the less worse country, the one where we have a chance to get asylum. To achieve that, we are forced to cross the external borders of Europe and the internal ones. We cannot travel on the normal way like a tourist. We don’t have passports. In this world we have to travel in the darkness, in small dinghies, hidden inside and under lorries and by whatever means you might think of or you might not imagine at all.

This Blog is the attempt to fight back against inequalities by telling our stories. The Schengen Treaty gives some people the possibility of free movement in Europe but for others it makes it more difficult if not impossible to travel. It takes our human rights as people only because we are not European citizens. Dangle we call it when we hide underneath a lorry, between the tires – we the unseen of Europe.

Zwei blogs, die ich euch allen ans Herz legen will, und die dringend mehr Bekanntheit verdient haben.

Balestrini in der Black Box

Am kommenden Dienstag ist eine Abendveranstaltung mit dem Autor Nanni Balestrini im Gasteig. Zu meiner grossen Überraschung gibts Genoss_innen, denen der Name nichts sagt, deshalb in aller Kürze: Balestrini hat 68 in Italien die Gruppe Potere Operaio mitgegründet und musste 79 nach Frankreich ins Exil, da ihm die Mitgliedschaft in den Brigate Rosse vorgeworfen wurde. Zusammen mit Primo Moroni schrieb er „Die goldene Horde“, meines Wissens nach das Standardwerk über die Autonomia. In seinen Romanen geht es um verschiedene soziale und politische Bewegungen – „Wir wollen alles“ behandelt die grossen Streiks bei Fiat, das Hooligan-Epos „I Furiosi“ (Die Wütenden) beschreibt die Fankultur des AC-Milan und das kleinkriminelle Milieu darum. Am bekanntesten dürfte „Die Unsichtbaren“ (Gli Invisibli) sein, dass der Generation 77 – der ersten Welle Autonomer Politik in Italien – ein Denkmal setzt. Ein kurzer Auszug:

unser Zentrum war mitten in der STadtund das ganze umliegende Viertel war praktisch von uns besetzt die Leute der Szene schweiften dort umher auf den Bänken des kleinen Parks lagerten den ganzen Tag über Genossen etwa zweihundert Meter entfernt war ein Kaufhaus das tagtäglich von Gruppen von Genossen heimgesucht wurde irgendwann beschloss die Geschäftsleitung gegen diese täglichen schamlosen Raubzüge etwas zu unternehmen und stellte massenhaft Wärter auf die rannten eines Tages hinter ein paar Genossen her die Lebensmittel geklaut hatten rannten auch noch draußen auf der Strasse hinter ihnen her und die Genossen rannten zum Zentrum und schrien laut einen Augenblick lang herrschte Großalarm alle rannten hinaus mit den Fahnen die in Wirklichkeit Spatenstiele waren mit einem roten Stofffetzen dran

auf so etwas waren die Wächter nicht gefasst sie machten vor den ersten roten Fahnen Halt kehrten um und rannten zurück sie hatten jedoch den Namen einer Genossin rausgefunden und zeigten sie an und aus Angst vor unserer Reaktion foderten sie zwei Auto mit Bullen an die von nun an vor dem Eingang standen daraufhin ließen sich die Genossinnen eine schöne Aktion einfallen sie zogen sich alle elegant an und gingen zu zwanzig dreißig ins Kaufhaus und als sie drin waren schlenderten sie mit Rasierklingen durch die Bekleidungsabteilung und ritsch ratsch Jacken Pullover Röcke Hoen Mäntel Capes es war verheerend Schäden in Millionenhöhe und dann gingen sie selenruhig wieder hinaus keiner hatte etwas gemerkt die Polizeiautos standen noch zwei Wochen vor dem Eingang und währenddessen gingen die Leute in einen anderen Supermarkt klauen und dann ging hier wieder alles von vorne an

[…]

In der Zwischenzeit war jedoch ein anderes Problem aufgetaucht das uns plötzlich zu schaffen machte das war das Heroinproblem das immer weitere Kreise zog und auch in die Bewegung einzudringen begann tagelang diskutierten und diskutierten wir darüber ist ja klar das denen an der Macht diese Situation gerade recht kommt die schon einen Haufen Tote gefordert und viele zu Zombies gemacht hat die nun mit Spritze und Löffel an den Brunnen auf den Plätzen herumhängen klar das dem Heroin am ehesten diejenigen verfallen die das System am meisten ablehnen und es nicht mehr ertragen können das Heroin bietet uns ein individualistisches und selbstzerstörerisches Ventil für unseren Wunsch nach Veränderung für die Wut die wir in uns haben

Aufhören, Aussteigen, Abtauchen – zum Umgang mit Ex-Nazis

Bei der gestrigen Veranstaltung um die Kameradschaft-Süd, ihre Bombenbaupläne und was aus den einzelnen Nazis geworden ist, kam mal wieder die Frage nach Jessica F. auf. Anlass für mich, das was in antifaschistischen Kreisen zum Thema Aussteiger_innen erarbeitet wurde, nochmal zugänglich zu machen.

Ich beziehe mich hierbei vor allem auf einen Artikel im Antifaschistischen Infoblatt.
Nazi-Ideologie ist keine einfache Ansammlung von Glaubenssätzen, sondern eine bestimmte Art die Welt und die Leute darin zu deuten und zu bewerten – zum Beispiel das alles in rassistischen Kategorien gedeutet wird, die Überhöhung von Härte und Hierarchie, die positive Bewertung des historischen NS, der Antisemitismus, nach dem immer „die Juden“ schuld sind. Diese Denke legt niemand über Nacht ab, vielmehr muss sich der Ex-Nazi einen neuen Zugang zur Welt erarbeiten. Die vielen Widersprüche in der NS-Ideologie würden dafür eine Handhabe bieten.
Aus irgendwelchen Gründen – keine Zeit, persönliche Streits, Beziehung – den organisierten Kontakt zu Nazis aufzgeben, bedeutet nicht, dass sich derjenige auf diesen Reflektionsprozess einläst. Dementsprechend das AIB:

Ein Ausstieg muss davon gekennzeichnet sein, dass die betroffene Person von sich aus ihre Ideologie als in allen Punkten falsch, menschenverachtend und nicht mehr länger vertretbar erkennt. Die ideologische Grundeinstellung muss als Hauptproblem angesehen werden, nicht deren Ausdruck, Glaubwürdigkeit oder Aktionsform. Es sollte davon ausgegangen werden, dass AussteigerInnen nicht von heute auf morgen ihre gesamten Überzeugungen über Bord werfen können. Ein Ausstieg bedeutet also, einen langen und schwierigen Prozess einer ideologischen Entwicklung durchzumachen, an dessen Ende nur die Konsequenz bleibt, sich selbstverständlich und konsequent gegen seine ehemaligen »Kameraden« zu stellen.

Anders formuliert: Das ist harte, inhaltliche Arbeit, die die Ausstiegswillige zu leisten hat, und die er oder sie auch transparent machen muss. Passiert das nicht, dann ist es auch unangebracht von Ausstieg zu reden – es gibt halt eine_n organisierte_n Nazi weniger, eine_n Bürger_in mit Nazieinstellung mehr.

Der Umgang mit Ex-Faschos wird durch zwei Punkte verkompliziert: Zum einem das Verhältnis, das mensch zum Ex-Nazi hat. Das AIB dazu:

Die Person(en), die einen Aussteiger direkt betreuen, müssen bereit sein, sich dabei kontrollieren zu lassen; sie sollten sich mit einem größeren Zusammenhang koordinieren und kurzschließen und sich dabei auch zugestehen können, daß über einen persönlichen Kontakt zu dem Aussteiger/der Aussteigerin die notwendige Distanz verloren geht. Das gilt insbesondere, wenn der Kontakt den Charakter einer Freundschaft annimmt. Solange ein Aussteiger/eine Aussteigerin nicht öffentlich und unumkehrbar mit seinen/ihren Nazizusammenhängen und mit der entsprechenden Ideologie gebrochen hat, kann es keine Gründe für persönliche Freundschaften geben

Offenbar schreiben sie hier für organisierte Antifas, die eine austiegswillige Person betreuen. Das gleiche Problem stellt sich aber auch, wenn der Kontakt eher informell ist, beim weggehen oder auf Arbeit. Fehlt die persönliche Distanz, geht der Blick für die ideologische Auseinandersetzung verloren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das gerade linke Räume auch ein Schutzraum sein wollen: Wer mal Stress mit Nazis hatte, kann sich besser entspannen wenn garantiert keine da sind. Natürlich wäre es gut, wenn mehr Läden – und nicht nur explizit linke – das so handhaben würden. Zur Zeit ist das in München nicht so.

Demo zum Tag der Frauen in München

Wer am Samstag nicht nach Nürnberg fährt: In München ist eine Demo zum internationalen Frauentag. Los gehts um 12:30 am Stachus, Männer sind willkommen.

… für die soziale Revolution!

Am Samstag ist die Krisendemo des Sozialforums Nürnberg, die OA ruft zu einem antikapitalistischen Block auf. Das politisch spannende daran ist, dass die Demo eher gemeinsamer Ausdruck von konkret geführten sozialen Kämpfen ist, als – wie so oft bei Demos – Ersatzhandlung für die selben. Anders als in München gibt es in Nürnberg ein Sozialforum mit autonomer Beteiligung, und damit Berührungs- und Reibungspunkte zwischen der radikalen Linken und verschiedenen sozialen Initiativen. Oder zumindest sieht es aus der Ferne so aus.

Jedenfalls fahren auch aus München Leute nach Franken, der Zugtreffpunkt ist um 10:45 an der grossen Anzeigetafel im Hauptbahnhof – pünktlich sein lohnt, weil die Regionalexpresse immer ziemlich voll sind.
Bis dahin will ich einen Stadiongesang, einen Sprechchor, Parole haben die gut klingt, sich reimt, vo allem das Versmass muss passen – enden soll sie jedenfalls auf „für die soziale Revolution!“
Die Kommentarspalte ist eröffnet.

Sprachprobleme?

Bei einer öffentlichen Diskussion unter münchner Linken Anfang des Jahres drehte sich viel um die Frage, ob die Linke eine Sprache spricht die ausserhalb der eigenen Szene überhaupt verstanden wird. Es ging nicht nur, aber viel, um Fragen von Ausdrucksweisen, Formulierungen und schwierigen Wörtern. Immerhin: Der Satz „Ich verstehe eure Antifa-Sprache nicht“ blieb ungesagt.

Meine These ist, dass nicht so sehr um die Formulierungen geht, sondern um die Frage an welche Interessen, Bedürfnisse und Ansprüche appelliert wird. Die zwei letzten linksradikalen Aufrufe – Heldengedenken, Siko – fallen dabei eher in die Kategorie „von der Szene, für die Szene“: Beide Aufrufe versuchen, den jeweiigen Anlass in eine breiter angelegte Kritik und Perspektive einzubetten, setzen dabei bei der Leser_in aber einen gewissen Linksradikalismus voraus. Hier soll es um zwei Gegenbeispiele der linksradikalen Textproduktion gehen: Die Strassen aus Zucker und den Aufruf der Organisierten Autonomie Nürnberg „Die Krise beenden: Kapitalismus abschaffen.

Ich muss zugeben, dass ich noch keine komplette SaZ gelesen habe. Die Texte, allesamt auf Schulzeitungsniveau, langweilen mich einfach zu schnell, die meisten der Texte die ich geleen habe blieben relativ früh stehen. Ich bin auch kein fan der doch eher sterilen Spielart an Kapitalismuskritik, die in der SaZ geübt wird.
Ein paar Punkte machen die SaZ aber zu einem grossartigen Projekt: Sie behandeln jugendrelevante Themen, wie street-art oder vor allem Bundeswehr auf eine leicht zugängliche Art, gleichzeitig ist immer auch eine Portion algemeinerer, linksradikaler Gesellschaftskritik dabei. Das ganze ist dabei sprachlich und grafisch mehr als annehmbar gestaltet. Worauf ich aber hinaus will ist, dass die SaZ nicht gelesen wird weil die Macher_innen handwerklich so geschickt sind, sondern weil sie Themen aufgreift dieJugendlichen einfach unter den Nägeln brennen.

Einen engeren Fokus hat der OA-Aufruf. Der versucht Menschen, die sich mit verschiedenen sozialen Kämpfen indentifizieren, zu erklären warum eine grundsätzliche Wende erforderlich ist. Der Aufruf ist dabei nicht der grosse theoretische Wurf, zwei Punkte darin fallen besonders auf: Die Faschismusanalyse im Antifa-Absatz ist arg Dimitroffsch, und streift damit das Naziproblem nur. Das zweite Problem ist, dass stark mit der Polarisierung „die Interessen der Mehrheit“ vs. „eine Minderheit an Kapitalist_innen“ argumentiert wird. Das ist keine falsche Darstellung der Verhältnisse im real existierenden Kapitalismus, und es ist auch agitatorisch sinnvoll an das gemeinsame in der Klasse zu appellieren. Um eine revolutionäre Perspektive zu entwickeln braucht es aber die Einsicht, das der Kapitalismus ein Stück weit von uns allen reproduziert wird, und dass auch die Interessen der Mehrheit nicht einfach so da sind, sondern durch die Verhältnisse geformt und erzeugt werden.
So kurz die theoretische Kritik, die sich bei einem Glas Rotwein trefflich vertiefen und konkretisieren (zugleich!) liesse. Insgesamt fand ich den Aufruf richtig gut, oder besser gesagt, das politische Projekt dass damit verfolgt wird: Verschiedene, ganz konkrete soziale Kämpfe und linke Bewegungen zusammenzuführen, und zu versuchen gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Und diese Herangehensweise bedingt auch die Art, wie die Leser_in gepackt wird: An der Verortung in einem konkreten sozialen Kampf, von Bildung über Antifa und Sozialticket zu Arbeitsplatz und Arge.

Um zur Eingangsfrage nach linker Szene-Sprache zu kommen: Wir müssen uns in unserer Agitation klar sein, wen wdannir erreichen, an welcher Subjektivität wir ansetzen wollen. Dazu gehört manchmal auch, ehrlich damit umzugehen, dass mensch lieber unter sich bleibt, und dazu wiederum gehört auch mit dem Vorwurf des politischen Hornochsentums klarzukommen. Aber dass ist es dann auch, worüber sich zu streiten lohnt. Welche Wörter verwendet werden, in welchen Formulierungen, dass ist dann letztendlich Handwerk.