Archiv für Februar 2010

Aonympunk 089 revisited

Vor deutlich über einem Jahr schrieb ich:

Ich betreibe diesen blog anonym, will heissen ich versuche zu vermeiden dass irgendwelche Cops dahinterkommen wer diese Seite betreibt. Damit das dauerhaft klappt, möchte ich alle, die Bescheid wissen, um etwas einfaches bitten – lasst Sachen, die sich direkt auf den Blog beziehen, aus Telefongesprächen, persönlichen mails an mich heraus, lasst meinen real existierenden Namen (und Anspielungen auf meinen Beruf o.ä.) aus Kommentaren und sonstigen Sachen raus, die sich direkt auf diesen blog beziehen. Ansonsten bitte ich noch darum, auf Tratsch zu verzichten, auch wenn es schwerfällt.

Zwei Gründe gibts für den re-post: Einmal gab es da ein Outing, im konkreten Fall nicht schlimm, trotzdem will ich so etwas selber entscheiden. Auch „unter Blogger_innen“:

Bevor Fragen kommen, eine Diskussion über das für und wider dieser Diskretion zu führen, sehe ich nicht ein. Wie mit unmitelbar mich betreffenden Infos umgegangen wird entscheide ich, ausserdem ist dieser blog faktisch ein Stück linker Infrastruktur und damit genauso zu schützen wie andere Medienprojekte. Wenn der Umgang da zum Teil ein anderer war, will ich daraus keinen Vorwurf machen. Ich habe ja bislang vielen Leuten nicht Bescheid gesagt dass ich mir etwas Diskretion wünsche.

Backstage Disko – linkdump

Bei Radio Lora gibts nen guten Überblick, im Subdays Forum werden einige Low-lights zusammengefasst, Medium entschuldigt sich und Allophilia war auch da.

Backstage: Zeit für Reue

Das Backstage hats nicht leicht. Immer wieder wird der Club kritisiert, weil dort Künstler_innen wie Frei Wild oder Sizzla auftreten. Am letzten Freitag reagierte der Gebeutelte Club endlich auf die Kritik mit einer Podiumsdiskussion zum Thema Homophobie, im Anschluss ein Konzert von T.O.K..
Das Blog Medium, polemisch wie immer, fragte im Vorfeld wieviel Bullshit eigentlich Backstgebetreiber Hans Georg Stocker gefrühstückt hat: Nach der Diskussion spielte eine Band, die für Texte wie „Jeder Schwule sollte tot auf dem Boden liegen“ bekannt ist. Schlimm, wie mit anonymer Hetze aus dem Internet mit freier Meinungsäusserung umgegangen wurde. Jetzt, da endlich mal darüber geredet wurde, ist ja alles geklärt. Medium jedenfalls entschuldigt sich für die Gemeine Hetze:

Liebe Backstage-Besucher,
Liebe Backstage-Betreiber,

hiermit möchte ich mich öffentlich und in aller Form entschuldigen. Ich habe einen Fehler gemacht, nein, ich habe sogar viele Fehler gemacht, als ich dem Backstage unterstellt habe, dass dort homophobe, sexistische und gelegentlich auch rechtsoffene Bands auftreten und als ich diesen Bands vorgeworfen habe sie wären homophob, sexistisch und/oder rechtsoffen.

Die Öffentliche und mit der kleinen Notiz auf eurer Homepage total gut beworbene Diskussionsveranstaltung „Homophobie in der Reggae-Musik“ hat mich überzeugt, dass ihr es alle nur gut meint, und niemand homophob oder irgendwie anders doof ist, und dass der differenzierte und freundschaftliche Dialog unglaublich wichtig ist, und das wir uns alle doch einfach lieb haben sollten und uns über unsere Deutsche Meinungsfreiheit freuen sollten, weil sonst wär ja alles wie so um 1940 oder wann das war.

[…]

Lieber Zündfunk- und Podiumsdiskussionsmoderator,
Danke! Danke dass du nicht den einfachen und so langweilig wie gängigen Weg als neutraler Moderator gewählt hast, sondern uns einen Einblick gewährt hast in die große kulturelle Kenntnis, die du bei deinen Urlaubsreisen in Jamaika gewonnen hast.
Danke, dass du uns deutlich erörtert hast, dass die Jamaikanische Gesellschaft, nein, dass der Jamaikaner an sich halt einfach etwas homophob ist, und das dieser eindeutige kulturelle Umstand halt mal dazu führen kann, dass dem einen oder anderen Musiker aus der Region mal so ein homophober Song so aus Versehen rausrutschen kann.

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Autonome Siko Nachbereitung

Zu wenig linksradikale in der Vobereitung – so wird ein entscheidendes Manko der diesjährigen Siko-Mobilisierung in der autonomen Nachbereitung beschrieben. Die Diskussion darunter ist dann beknackte Szeneperistaltik in Reinform.

Falschparker in Dresden

Ein paar erinnern sich ja noch an den Antifa-Actionday in München: Am Ende der Demo begegneten einige Antifas dem lokalen Nazikader Roland Wuttke, der planlos mit seinem Auto in der Häberlstrasse herumkurvte. Auto wie Nazi wurden leicht lädiert, was eine lustigen Domino-Effekt auslöste: Der Fahrer des Fascholautis wollte ohne richtigen Polizeischutz nicht zum Auftaktort weiterfahren, weshalb ich der Lauti um Stunden verspätete. Das verschob den Start der Demo so weit nach hinten, dass sie ihre komplette Route in der angemeldeten Zeit nicht laufen konnten, und abbrechen mussten. Immerhin: Ihre Vitamine konnten sich die Faschos unterwegs noch abholen. Wir merken uns: Als erkennbarer Nazi in der Nähe von Antifas parken wollen führt zu Lack- und Personenschäden.

Was hat das mit Dresden zu tun? Wuttke hat sich nichts gemerkt:
Gute kurvenlage
Bildquelle: Recherche Nord. Ein Bild weiter sind Flyer zu erkennen die im Auto waren, und an denen die Faschokarre vermutlich als solche erkannt wurde.
Wuttke hat, wie er auf Altermedia schrieb, Dresdens Polizeichef angezeigt. Der hat den Aufruf zur Menschenkette unterstützt, und soll damit zu den Krawallen beigetragen haben. Der notorische Falschparker Wuttke zeigt ich so einmal mehr als beleidigte Leberwurst. Aus dem Text der Anzeige:

So wurde mein Fahrzeug Kennzeichen AIC-YA492, abgestellt in der Friedenstraße etwa 50 m von Polizeieinsatzfahrzeugen (Kennzeichen u.a. LSA-48921 und MD-30017) entfernt, „entglast“ und umgeworfen. Anwohner berichteten, daß die Polizeikräfte keine Anstalten machten, dagegen einzuschreiten.

Wuttke wäre nicht Wuttke, würde er nicht überall eine Verschwörung gegen sich wittern. Er wäre aber auch nicht er selbst, wenn er einen Brief an die Staatsanwaltschaft ohne Putschdrohung schreiben würde:

Der Strafantrag wir öffentlich gemacht. Er wird weiter betrieben, auch wenn die Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungen verweigern sollte. Dies hat zur Folge, daß das Strafverfahren gegen den Beschuldigten, ggf. nach Wiederherstellung rechtsstaatlicher Bedingungen, fortgesetzt wird.

Getroffene Hunde bellen und sorgen so für Unterhaltungswert. Und eine reelle Drohkulisse gegen Faschos schwächt deren Mobilisierungsfähigkeit – ein ganz pragmatischer Grund für Antifaschist_innen, auch in Zukunft beim Einparken zu helfen.

Hamburger Sektenquatsch

Was passiert, wenn sich marginale Linke lieber aneinander abarbeiten, als die Gesellschaft zu verändern? Sektenquatsch, wie diesen Winter in Hamburg. Sehr gut aufbereitet von der Spielgruppe Rantanplan (via keny).

Soziale Kämpfe in München

Wie konnte ich nur so lange vergessen, die Veranstaltungsreihe und den Organisierungsansatz zu sozialen Kämpfen zu hypen?
Los ging das ganze letzten Herbst mit 2 Veranstaltungen. Ein Vertreter der Gruppe Blauer Montag au Hamburg referierte zu der Frage, wann sich Kämpfe entzünden und auch kurz zur Krise. Bei der nächsten Veranstaltung standen Stadtteilkämpfe in Hamburg im Zentrum: Der Film Empire Sankt Pauli wurde gezeigt, ein Aktivist aus Recht auf Stadt & Es regnet Kaviar berichtete von den dort gemachten Erfahrungen. Aus der Einladung zu den Veranstaltungen:

Unsere Veranstaltungsreihe, die wir mit zwei Abenden im November beginnen und Anfang nächsten Jahres fortsetzen wollen, fokussiert verschiedene Bereiche kapitalistischer Arbeits- und Lebensverhältnisse. Dabei geht es uns nicht darum, die Verschärfung der Zustände fatalistisch zu konstatieren, sondern um die Analyse von Herrschaftspraktiken, das Aufspüren gesellschaftlicher Widersprüchen, den Austausch von Erfahrungen und die gemeinsame Entwicklung sozialer Kämpfe. In der Debatte mit Genoss_innen aus anderen Städten und Aktivist_innen aus München wollen wir einen lokalen Diskussionsprozess über mögliche Formen von sozialem Protest und Widerstand anstoßen. Am Ende des ersten Teils der Reihe haben wir ein Treffen angesetzt, zu dem wir alle einladen, die an einer gemeinsamen Debatte über linke Perspektiven und Interventionsmöglichkeiten gegen den kapitalistischen Normalzustand, sowie an einer Vernetzung der verschiedenen Kämpfe interessiert sind.

Seither trafen sich 2 mal Genoss_innen in einer grösseren Runde, um zusammen Handlungsmöglichkeiten auszuloten. Das nächste, für Gruppen wie Einzelpersonen offene, Treffen ist am Donnerstag, den 18.2, um 19:00 in der Ligsalzstr. 8. Vielleicht bringt wer einen Namen mit, der weniger sperrig ist als „Plenum zu sozialen Kämpfen in München.“

Klima-Veranstaltungen

Mittwoch, 17.2, gibt es im Mittwochskafe eine Nachbereitung zum Klimagipfel in Kopenhagen aus Autonomer Sicht, angeblich um 20:00. Am Freitag, 19.2, lädt der Revolutionär-sozialistische Bund zu einem Vortrag über ökologische Fragen bei Marx und Engels. Der Vortrag ist Auftakt zu einer längeren Veranstaltungsreihe. Um 19:00 in der Ligsalzstr. 8.

browser fingerprinting

Wie gut kann eine Seite, die du aufrufst, deinen browser von anderen Unterscheiden? Ziemlich gut. Panopticlick von der eff vergleicht die Daten, die dein browser so hergibt, und sagt dir wieviele andere browser genauso aussehen. Mit aktiviertem Java-script kommt schonmal raus, das du einen ziemlich einzigartigen Fingerabdruck hast.

Zum Hartz-IV Urteil

Emanzipation oder Barbarei fasst zusammen, warum das BVG-Urteil zu den Hartz-IV Regelsätzen so toll nicht ist, und Crull schaut sich die Reaktionen auf das Urteil an.