Iran: Weg mit der Islamischen Republik!

One thing is certain, the regime noticed that people are using the election campaign to undermine and question the entirety of the Islamic Republic. It realised that people will not stop at eroding Ahmadi nezhad and would go all the way against the regime. Therefore, the Right wing decided to put an immediate stop to what it saw as a dangerous unfolding of the political developments. In order to prevent any more unrest, it decided to put an end to the circus of election and therefore, a second round of election was eliminated.

Diese Einschätzung der Worker-communism Unity Party (WUP), dass es schon im Wahlkampf um mehr ging als einen Austausch des Führungspersonals, deckt sich mit einigen, schonmal von mir verlinkten, Berichten über die Stimmung vor der Wahl. Auch Berichte über eine Mussavi-Wahlkampfveranstaltung, bei der dieser so vehement mit seiner Rolle bei den Massakern 1988 konfrontiert wurde bis er ging, sprechen dafür.

Ich kann nicht beurteilen, wie repräsentativ diese Quellen sind. Was also genau in Iran passiert, ist erstmal schwer abzuschätzen – es scheint aber tatsächlich um mehr zu gehen, als einen Mussavi ins Amt zu hieven, es sieht schon so aus als würden viele Leute weitreichende Forderungen nach einer Abschaffung der iuslamischen Republik stellen.
Was mir noch fehlt, ist Wissen darüber, wie gut die diversen Kommie-Gruppen aufgestellt sind, und was die Gewerkschaften vorhaben – im letzten Jahr hat es in Iran immer wieder militante Streiks gegeben, in der aktuellen Berichterstattung kommt eine organisierte Arbeiter_innenbewegung nicht vor. Der angekündigte Generalstreik könnte darüber etwas Aufschluss geben.
Die nächste spannende Frage ist, was ausserhalb der Städte passiert: Was macht eigentlich die linke kurdische Guerilla, die es im Westen Irans git gerade? Sind die Unruhen eine reine Grosstadtsache, oder beteiligt sich auch die Landbevölkerung?

Um Kommunismus gehts wohl nicht, „nur“ um mehr soziale und politische Rechte sowie die Abschaffung der islamischen Republik – definitiv unterstützenswert. Ein Ansatzpunkt könnten die laufenden Soli-Kampagnen für inhaftierte oder anderweitig von Repression betroffene Aktivist_innen der iranischen Arbeiter_innenbewegung sein, mehr dazu findet ihr bei Justice for Iranian Workers und dem Iranian Workers Solidarityx Network.


5 Antworten auf “Iran: Weg mit der Islamischen Republik!”


  1. 1 Entdinglichung 16. Juni 2009 um 16:13 Uhr

    zur Landbevölkerung: http://www.gulfnews.com/business/General/10323103.html

    „Ghadimi [Mirak Agricultural Services] said it was easier to control immigrant workers in the UAE than farm labourers in Iran, where unions were strong“

    viel entscheidender ist m.E., was die ErdölarbeiterInnen machen, bisher scheinen die ruhig zu sein

  2. 2 Bikepunk 089 16. Juni 2009 um 22:11 Uhr

    Es gibt die These, dass die Unruhen in erster Linie von urbanen Mittel- Oberschichtsleuten getragen werden. Ich habe da so meine Zweifel, wüsste das aber gerne genauer – sowohl im Hinblick auf Klassenlage, als auch in punkto Stadt – Land.

    btw, wenn wer mal die grösseren Streiks, sozialen Kämpfe und andere politische Auseinandersetzungen des letzten Jahres sammeln würde, wäre das super um besser einzuschätzenm wie die diversen Bewegungen so aufgestellt sind. Entdinglichung (mit den zehntausen internationalen Quellen), übernehmen Sie!

  3. 3 Entdinglichung 17. Juni 2009 um 13:00 Uhr

    leichter gesagt als getan … so etwas wie eine regelmässige Berichterstattung zu Klassenkämpfen gibt es jedenfalls in der Arbeiternews oder in der Worker’s Voice der CPI/Komalah … was die Landgebiete angeht muss mensch auch noch nationale und religiöse Gegensätze mit in die Analyse einbeziehen … speziell in den sunnitischen Regionen (Baluchistan, grosse Teile Iranisch-Kurdistans und einige weitere kleinere Gebiete am Golf und im Norden) scheint das Regime nicht sehr beliebt zu sein, ähnliches gilt abgeschwächt auch für die (schiitischen) Regionen Aserbaidshan (Heimatprovinz von Mussavi) und Chusistan (arabischsprachig, Erdölprovinz)

  4. 4 star wars 17. Juni 2009 um 14:32 Uhr

    Es gibt die These, dass die Unruhen in erster Linie von urbanen Mittel- Oberschichtsleuten getragen werden. Ich habe da so meine Zweifel, wüsste das aber gerne genauer – sowohl im Hinblick auf Klassenlage, als auch in punkto Stadt – Land.

    Bekannlich war Mussawi unter Khomeini neun Jahre lang Ministerpräsident. Die politische Grundlinie bezüglich Religion, Atomprogramm, Israel/Palästina weicht im Wesentlichen nicht von der Position des Wächterrats, bzw. Ahmadinedschad und der offiziellen Regierungslinie, ab. Der Machtkampf im Iran dürfte sich entsprechend vorerst auf bereits vorgegebene Flügelkämpfe innerhalb des Establishments (reformorientierte vs. konservative) im Iran konzentrieren. Irans Oppositionsbewegung wird für diesen Machtkampf durch Mussawi, Rafsandschani & co. instrumentalisiert.

    Zu handfesten Auseinandersetzungen, und Protest, gegen das Mullah-Regime kam es, auch in der Vergangenheit, eher von Akademikern, Studenten, auch von reichen Leuten, in städtisch geprägten Gebieten. Die Oppositionsbewegung dürfte sich
    (entsprechend ihrer politischen Orientierungslosigkeit, und mangels schlagkräftiger Organisation) innerhalb des vom Mullah-Regime vorgegebenen politischen Spektrums bewegen.

    In den ärmlichen, ländlich geprägten Gebieten dürfte sich, Zwecks Wahlabstimmung, Ahmadinedschad durchgesetzt haben (zumindest in den der Pasdaran als Bastion dienenden Gebieten der religiösen Hochburgen, in westlich-südwestlichen Gebieten des Iran). In den letzten Jahren ist nichts über Unruhen bzw. Protestbewegungen, gegenüber der Regierung bekannt geworden. Da die religiöse Verwurzelung der Bevölkerung im Land noch intakt ist genießen die Mullahs einen Respekt, den sie in den städtisch geprägten Gebieten bereits längst verloren haben. Als ehemaliges, anerkanntes Führungsmitglied der Revolutionsgarden wird Ahmadinedschad als Führungspersönlichkeit anerkannt , der die Bedürfnisse der armen Landbevölkerung versteht. Inwiefern die Korruption der Regierung, und des Establishments, das Standing und Reputation von Ahmadinedschad negativ beeinflusst haben will ich allerdings nicht beurteilen. Zur Erinnern sei nur noch dass Stimmanteile vor Allem der ländlichen Bevölkerungsteile Ahmadinedschad vor vier Jahren an die Regierung gehievt haben.

  5. 5 Entdinglichung 19. Juni 2009 um 11:59 Uhr

    offenbar ist gestern Iran Khodro, die grösste Automobilfabrik des Nahen Ostens in den Streik getreten: http://www.indymedia.org.uk/en/2009/06/432633.html

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