Postlinke Popdeppen

68 und die daraus entstandenen linken Bewegungen zu bashen ist derzeit mainstream, da will auch ein Benno, DJ beim Dept. of Volxvergnügen, nicht hintanstehen – und schreibt sich als DJ „Benno ohne Sorge“ auf aktuelle Flyer und Plakate. Was er damit aussagen will ist mir schleierhaft, faktisch sagt er „Morde durch die Bullen muss ich nicht so ernst nehmen wie meine Selbstdarstellung!“


22 Antworten auf “Postlinke Popdeppen”


  1. 1 sebastianMcC 06. Januar 2009 um 1:05 Uhr

    das „Dept…“ ist bekannt für legendär schlechte veranstaltung. zum beispiel haben sie mal Hermes Phettberg eingeladen und waren dann nicht in der lage, ein halbwegs interessantes gespräch zu führen, weil der interviewer rein auf selbstdarstellung aus war (und nicht die geringste allgemeinbildung hatte).

  2. 2 revolution 06. Januar 2009 um 10:51 Uhr

    kapier ich nicht. was ist das problem? sein name?

  3. 3 Bikepunk 089 06. Januar 2009 um 17:07 Uhr

    Die Anspielung auf Benno Ohnesorg, der am 2.6.67 von Berliner Bullen erschossen wurde.

  4. 4 zicke 06. Januar 2009 um 18:54 Uhr

    Vielleicht macht es Sinn, hier etwas weiter auszuholen und zu erzählen wieso die oben geschilderte Geschichte etwas mehr ist, als nur blöd. Die Crew des Volxvergnügens besteht eben nicht nur aus einem Haufen „Popdeppen“, um hier mal das Vokabular bikepunks zu benutzen, sondern eben aus postlinken „Popdeppen“.
    Das Projekt Volxvergnügen wurde wenn ich mich recht erinnere im Sommer 2006 als ein Versuch gegenkulturell in München Parties zu veranstalten ins Leben gerufen. Ein Großteil der Crew bestand zu diesem Zeitpunkt aus Leuten aus der radikalen Linken Münchens – heute ist davon so gut wie niemand mehr übrig geblieben.
    Ziel war es unter anderem ohne Hierarchien zu feiern, was auch den Versuch beinhaltete z.B. die Trennung in Konsument_innen und Orgaleute zu beseitigen. Desweiteren wurde zu anfangs versucht, explizit politisch zu feiern. Es wurde der probiert, gendertypische Verhaltensweisen auf der Party zu thematisieren und beispielsweise Mackerverhalten nicht zu dulden. Auch der Aspekt des Unkommerziellen war ein fester Bestandteil, so sollte damals alle Arbeit kollektiv und ehrenamtlich geleistet werden, was auch artists mit einschloss. Mensch kann sich ja mal das Selbstverständnis durchlesen, in dem das Konzept ausführlich erläutert ist. http://anonym.to/?http://http://www.volxvergnuegen.org/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=19&Itemid=36
    Es wurden noch eine ganze Reihe von teilweise auch für die Münchner Szene neuen politischen Geschichten gemacht. Über kurz oder lang entwickelte sich das Ganze in der Art, das der Partyaspekt zwar beibehalten wurde, der kritische Anteil, durch den sich diese Verantstaltung eben genau vom restlichen Münchner Nachtleben abhob, wurde über Bord geworfen. Politische Leute verließen teilweise die Crew, viele Linke gingen nicht mehr hin. Das Volxvergnügen ist ein nahezu aus dem Bilderbuch der gescheiterten linken Projekt entnommenes Projekt: Das sich mit den anfänglichen kritischen Ideen heute anscheinend niemand mehr befasst, merkt mensch u.a. daran, dass das Selbstverständnis nie überarbeitet wurde. In ihm will sich des Volxvernügen von zwei Läden (Funky Kitschen, Woanders Club) abheben, die beide seit Jahren nicht mehr existieren. Bezeichnend, dass das Volxvergnügen sich nichtmal mehr die Mühe macht, das zu aktualisieren, wenn schon die darin erhobenen Forderungen und Inhalte längst nicht mehr auf diese Party zutreffen. So kanns gehen, wenn Leute von anfänglichem Linkssein nichts mehr als die Ästhetik behalten, dann wirds halt ’ne Party wie jede andere, außer das der Eintritt noch 3€ kostet ist von den Ursprungsideen nichts mehr übrig.

  5. 5 revolution 08. Januar 2009 um 11:29 Uhr

    @bikepunk ist das so eindeutig, dass der name auf benno ohnesorg bezug nimmt? also zumindest in deinen andeutungen kann ich da keinen beleg für entdecken…

  6. 6 Bikepunk 089 08. Januar 2009 um 14:00 Uhr

    @revo – ist die Frage ernstgemeint? Klar bezieht sich das auf Benno Ohnedsorg, auf wwen oder was denn sonst?

  7. 7 nana 08. Januar 2009 um 15:45 Uhr

    z.b. könnte der dj benjamin heißen

  8. 8 revolution 08. Januar 2009 um 16:46 Uhr

    vielleicht heißt der so, vielleicht ist er ein großer fan von benno berghammer aus ‚der bulle von tölz‘, ich weiß es nicht… aber der vorname benno steht doch nicht unbedingt im bezug zu benno ohnesorg

  9. 9 Bikepunk 089 08. Januar 2009 um 17:22 Uhr

    Der Benno heisst tatsächlich Benno, darum ging es mir doch überhaupt nicht … es geht um den Beinahmen Ohne Sorge, der in Kombination mit diesem Vornahem tatsächlich nur als Anspielung auf Benno Ohnesorg verstanden werden kann.
    Diese ganzen Popdiskursfreaks, zu denen sicherlich viele der Volksvergnügenleute zählen, stehen doch immer voll auf Verweise und Zitate, da kann ich einfach nicht glauben, dass die Anspielung voll der Zufall ist. Zumal es ja jetzt kein Spezialwissen ist, wer Benno Ohnesorg war, die GEschichte der neuen Linken wurde ja im letzten Jahr oft genug durch die Medien gepeitscht.
    Ich habe eher den Verdacht, dass du nicht einsehen willst, dass einer deiner Lieblingsdjs so ein Horst ist.
    wenn dich das beruhigt: Niemand hier hat was gegen die Gäste des Volxvergnügens, also wenn du diesen Samstag dahin gehen wolltest – viel Spass!

  10. 10 revolution 08. Januar 2009 um 18:37 Uhr

    Jetzt check ich, der schreibt sich also nicht ohne Sorge als Benno auf die Flyer, sondern als ‚Benno ohne Sorge‘…. ok dann ist der Bezug klar. Vielleicht kannst du in deinem Eingangsposting den Namen irgendwie in Anführungszeichen setzen, das hat mich nämlich zumindest verwirrt.

  11. 11 revolution 08. Januar 2009 um 18:39 Uhr

    ansonsten muss ich gestehen, dass ich department of volxvergnügen noch nie gesehen habe, aber nett wie du mir sowas als motivation unterschiebst.

  12. 12 Lurchi 04. Februar 2009 um 17:36 Uhr

    wow hat da endlich jemand nen aufreiser gefunden um übers vv zu lästern.
    fakt ist das viele leute aus der „linken“ aus anderen gründen, ala „da kenn ich ja kaum noch jemanden“, „da sind ja viel zu viel normale leute“ usw. nicht mehr hingehen.
    dazu fällt mir nur folgendes ein „unter der schmusedecke der subkultur das wahre leben verpassen“
    die „linke“ ist wohl nicht fähig mit normalen, unpolitischen leuten in einem raum zu sein.
    anstatt es als chance zu begreifen mit „normalen“ menschen zu auf einer party zu sein, ohne das die gefahr eines türstehers im nacken besteht, macht die revolutionäre linke das was sie am besten kann sich: sich isolieren…

    … und dämliche blogeinträge schreiben

  13. 13 Theodor W. Adonis 12. Februar 2009 um 3:14 Uhr

    ein weiterer kleiner kommentar von anderer seite (nicht von rechts, aber die seiten bestimmt ja anscheinend bikepunk):

    habt ihr neunmalklugen naseweisInnen überhaupt die betreffende person mal zu ihrer motivation gefragt, anstatt hier gleich mit dem vorschlaghammer drauf zu dreschen?
    warum muss der djname als zynischer angriff gegenüber der linken gedacht sein?
    könnte doch auch selbstironie, eine homage oder was auch immer sein.

    mehr weiß mensch erstmal nicht und mehr sagt auch ein djname nicht aus.

  14. 14 Bikepunk 089 12. Februar 2009 um 16:04 Uhr

    Das Volxvergnuegen ist tatsächlich eine der wenigen Parties, wo mensch mit wenig Geld durch den Abend kommt, und wo es keine eklige Tür gibt. Und manchmal laden die auch DJ_anes ein, die mir gefallen. Und das letzte mal als ich da war, waren die Leute von der Crew auch echt nett.
    Ansonsten ist von dem Anspruch, mit dem das ganze gestartet wurde (siehe z.B. Diskursvergnügen, Verweis auf die Repression gegen die Freeteknoszene bei der subbavaria party) nicht mehr viel sichtbares übriggeblieben, wie Zicke schon angemerkt hat. Und damit ist das Volxvergnügen leider tatsächlich so ein Fall, wo sich Leute über den Umweg Kulturarbeit von ihrem Aktivismus verabschiedet haben.

    Für das Münchner Nachtleben ist das vv nach wie vor eine Bereicherung, und spielt damit in der gleichen Liga z.B. wie die diversen DIY-crews die hardcore Konzis organisieren (partygarage, agathe meister shows) – nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.

    Ein Genosse hat mal versucht, Benno auf den Namen anzusprechen, der ist daraufhin weggerannt (kein Witz!).
    Benno Ohnesorg war ein Genosse, der von den Bullen ermordet wurde. Der Name „Benno ohne Sorge“ verweist auf den GEnossen, und sagt gleichzeitig „Aber ich muss keine Angst haben“ – was, angesichts der Tatsache dass sich das Department mittlerweile abseits von politischen Strukturen und Bewegungen verortet, eben nicht ironisch ist, sondern die real vorhandene Distanz zur „Gefahrenzone“ des Aktivismus unterstreicht. Postlinks eben.

    Kann natürlich sein, dass sich Benno das ganze als Homage oder ironisch gedacht hat – hat er halt falsch gedacht, und wer sich mit so einem Scheiss auf Plakate und Flyer schreibt, muss auch damit leben können öffentlich angekackt zu werden.

  15. 15 Crustpunk 089 14. Februar 2009 um 15:45 Uhr

    Lurchi, der wahre Grund warum viele Linke nicht mehr zum VV gehen, ist dass deren resident DJs einfach mal hart schlecht auflegen. Benno, wenn er denn mal an die turntables gelassen wird, produziert nur fades Geplätscher … dass kann einfach kein mensch hören! Und logisch, dass die Genoss_innen, die am Anfang das VV mit Leben füllten (als noch keine „normalen“ Leuteaus der Schranne vorbeischauten) als erstes abgegessen sind.

    Und Teddy, gerade bei deinem Nick solltest du doch Leute gut finden, bei denen der Vorschlaghammer der Kritik locker in der Golftasche sitzt … aber dein Gejammer von „hat einer von euch B selber gefragt“ zeigt ja, dass du inhalte eh nicht verdauen kannst … aber hab mal arsch in der hose, und nimm die kritik!

  16. 16 Pleeeeenum 19. Februar 2009 um 0:25 Uhr

    > Der Name “Benno ohne Sorge” verweist auf den GEnossen, und sagt
    > gleichzeitig “Aber ich muss keine Angst haben”

    Haha, grandios! Da hat aber einer lange drüber gebrütet, wa?! :o )

  17. 17 Helge vs Teddy 20. Februar 2009 um 0:28 Uhr

    Ich verstehe immer noch nicht was das Problem ist.
    Der DJ hat einen Namen, der uns jetzt was genau sagt?
    Und jetzt bitte keine Interpretationen oder Spekulationen.

  18. 18 Bikepunk 089 24. Februar 2009 um 16:31 Uhr

    Yeah, mehr argumentfreies rumgepöbel von den fans des postlinken popdeppentums! Nur her damit!

  19. 19 Helga 13. März 2009 um 22:54 Uhr

    Wieso Rumgepöbel? Du kannst offensichtlich eine simple Frage nicht beantworten.
    Bisher weiß ich lediglich dass hier manche bißchen enttäuscht wegen irgendwas sind, vielleicht auch die Parties schlecht finden aber trotzdem immer wieder dorthin gehen.
    Leute denen offensichtlich oft langweilig ist?
    So schlecht können die Parties ja nicht sein, wenn sie euch wie das Licht die Motten locken. ;-)

  20. 20 Poplinker Postbote 12. April 2009 um 12:23 Uhr

    Spiesser!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  21. 21 blub 24. Oktober 2009 um 4:45 Uhr

    „hat er halt falsch gedacht“

    Achso, danke für die Auklärung! Amen!

  1. 1 Könnte doch was auch immer sein « bikepunk 089 Pingback am 17. Mai 2009 um 15:10 Uhr
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