Archiv für November 2008

Pervers als Selbstbezeichung?

Anhand der Parole „Wir bleiben unserm Motto treu, queer, pervers, und arbeitscheu!“, die bei den Aktionen gegen den 1000 Kreuze Marsch viel gerufen wurde, kam kürzlich folgende Frage auf: Ist es ok, macht es Sinn den Begriff pervers so offensiv für sich zu verwenden und damit zu versuchen ihn positiv zu drehen?
Meine Antwort auf die Frage war ein klares Ja – Mich interessiert aber, wie das andere sehen, daher stelle ich die Frage auch mal dem Internet. Dazu kommt, dass mir nie Text zu dem Thema untergekommen ist (gender studies oder queer theory standen noch nie auf meinem Lehrplan), wenn wer einen guten weiss – her damit.

Um mal meine Position zu skizzieren: Platt gesagt bedeutet „pervers“ einfach mal abweichend von der Norm, und wird meistens sexuell konnotiert verwendet. Damit ist der Begriff nahe an der Bedeutung der Vokabel „queer“ im englischem Sprachraum, bevor sich diese von, nun ja, queeren Aktivist_innen angeeignet wurde. Ander als der Begriff „pervers“ bezog sich „queer“ immer expliziter auf nicht heterosexuelle Lebensweisen, im deutschen Sprachraum wird „queer“ (meiner Beobachtung nach) zum Teil auch als Synonym für „LesBiSchwul“ bzw. „schwullesbisch“ verwendet. Weil „queer“ in den deutschen Sprachraum eben über die subversive Aneignung rübergeschwappt ist, und die negative Konnotation wie im englischen hier nicht so stark hatte, kann im deutschen logischerweise nicht von der subversiven Aneigung eines negativ besetzten Begriffes gesprochen werden.
Anders bei der (positiv besetzten) Verwendung des Wörtchens „pervers“: Diese vermittelt meiner Meinung nach, dass Normalität und Abweichung nicht unsere Massstäbe sind.

Für mich noch unentschieden ist die Frage, in welchen Zusammenhängen die Aneigung des Begriffs „pervers“ Sinn macht, und in welchen nicht. Die oben zitierte Demopraole, gerufen von einem eher bunten Mob fand ich super, die gleiche Parole im schwarzen Block – ich wär mir nicht so sicher.
Ebenso unklar ist mir, wie gut oder schlecht die oben erwähnte Vermittlung tatsächlich funktioniert. Last not least formuliert die Selbstbezeichnung als „queer, pervers und arbeitscheu“ auch einen diffusen Anspruch. Wären wir (die wir z.B. actions wie die oben erwähnten machen) wirklich gerne queer und pervers, oder bringen wir damit Sachen in Verbindung mit denen wir lieber nichts zu tun haben?

Bei München pervers sowie bei schwul, pervers, und arbeitscheu ahne ich wie sie es halten (aber auch hier interessiert mich feedback) – was meintder Rest dazu?

Räterevolution Veranstaltung

Am Mittwoch, den 19.11, findet im Marat eine Veranstaltung zur Räterevolution in München statt. Gezeigt wird ein Film, in dem verschiedene Aktive der Räterepublik zu Wort kommen.

Was so los war & und was es darüber zu lesen gibt.

Über den letzten Samstag sind diverse Berichte im Netz, was vielleicht ein guter Ansatz ist um sich ein bisschen Gedanken über die linke Münchner Internet-Medienlandschaft zu machen. Luzi-M schreibt über die Ausrufung des Freistaats Baiern und über die Aktionen gegen die anschliessende Mahnwache. Über die Mahnwache schreibt auch Munich resistance, letzteres ist scheinbar der Werbeblog der Münchner SDAJ.
Ein Indybericht über die Demo gegen Nazis und Krieg in Kurdistan wurde, mit ein paar Kommentaren versehen, auch auf Luzi-M gestellt, last not least bietet dieser indyartikel (bei dem es eigentlich um die Verbotsstiuation morgen geht) einen Überblick über den Samstag.
Über den Schulstreik am Mittwoch steht ein bisschen was auf indymedia, und etwas mehr bei revolution. Dort wird darüber diskutiert, wie die radikale Linke mehr in die Bildungsproteste eingreifen könnte.

Zunächst einmal stellt sich mir die Frage, warum es weder für den Schulstreik, noch für die Demo am Samstag Abend einen Bericht aus der Perpektive der Veranstalter_innen gibt. Insbesondere die Samstagsdemo war auch ein Versuch, verschiedene Spektren zusammenzuführen, da wäre es doch wichtig sich auch hinterher öffentlich auszutauschen. Der Indybericht enthielt jedenfalls eine sehr dezidierte (in meiner Lesart solidarische) Kritik, daran liesse sich doch gut weiterdiskutieren. Aber auch für andere Aktionen gilt: Schreibt mehr kluge Berichte auf Indymedia!

Zwei Tage, vier Aktionen, und die Berichte dazu verteilen sich auf mindestens zwei blogs, Indymedia und Luzi-M. Etwas unübersichtlich, vielleicht wäre es mal langsam an der Zeit einen „Planet Monaco“ (vergleichbar mit dem, was bei mir unter „planetarium“ auf der Startseite verlinkt ist, nur München bezogen) o.ä einzurichten, um die einzelnen Berichte und Artikel mit lokalem Bezug etwas zu sammeln.
Speziell für letzten Samstag hat dabei Luzi-M relativ viel von den wesentlichen Berichten gesammelt, was erstmal ganz gut. Bei anderen Gelegenheiten ist das nicht passiert, weshalb ich mich im Sinne so einer Sammlungsfunktion nicht auf das Luzi-M kollektiv verlassen wollen würde. Genausowenig wie auf diesen blog, ich habe auch eher selten Lust dazu umfangreiche Indymedia-Verlinkungen zusammenzustellen.

Noch ein paar letzte Worte zu Luzi-M: In ihrer Berichterstattung über den Samstag sind zwei sachliche Fehler drin (gewesen). Die rasenden Reporter_innen des Medienkollektivs sind Mittags gegangen, bevor die Aktionen gegen Nazi-Infotisch richtig angelaufen sind, und schrieben einen entsprechend niederschmetternden Bericht. Das wurde dann durch einen Nachtrag von einer_m Antifa korrigiert. Zum Bericht über die Demo schreiben sie „USK (Unterstützungskommando)in der Demo konnte nicht bestätigt werden“, da hätten die Genoss_innen vielleicht mal ein bisschen genauer fragen können. USK war, auf dem kurzen Stück Goetherstr., sehr wohl in der Demo, wie auch aus indykommentaren und den Erzählungen einiger Beteiligter hervor geht.
Beide Fehler sind nicht wahnsinnig tragisch, im ersten Fall klappte ja auch die Korrektur. Sie zeigen aber dass die Genoss_innen von Luzi-M halt auch nicht alles mitkriegen – was mensch beim Lesen anderer Berichte dort vielleicht im Hinterkopf behalten sollte.

Opa, halt’s Maul! Ich scheiss auf Hitlers Feldzug!

Nicht vergessen – am Samstag wollen die Nazis in München laufen. Derzeit ist deren Marsch verboten, was sich auch Samstag früh noch ändern kann. Kommt also alle nach München, es wird so oder so Antifa-actions geben. Unser Treffpunkt ist 10:30 auf dem Marienplatz, und der gelungene Antifa-Aufruf ist hier.

Antifa heisst: ein Haufen linker basics, eine Portion Militanz, schwerpunktmässig gegen Nazis

Aktuell wird in der linken Bloggosphäre viel und hitzig über den Text „Antifa heisst radikale Gesellschaftskritik“ der Leibziger Antifagruppe LeA diskutiert, im*moment*vorbei hat dazu jede Menge links. Den Text gibt es im akutellen Antifaschistischem Infoblatt AIB, online gibt es ihn bislang wohl nur dank der Scanbemühungen von einblog (als .doc). Entstanden ist das Werk als Beitrag zur Diskussion unter dem Motto „Antifa heisst …“, die seit Sommer `07 im AIB geführt wird.
Um die Diskussion grob verkürzt zusammenzufassen: Die Kampagne NS-Verherrlichung stoppen! (NSVs!) eröffnete die Diskussion mit der These, dass die antifaschistische Praxis in der Krise ist – Rechte Grossveranstaltungen bleiben unwidersprochen, es müsse darum gehen gesellschaftlich zu intervenieren und Kräfteverhältnisse zu verschieben, eine militante Pose sei dabei oft eher im Weg. Die Bestimmung, wann und wo antifaschistisch interveniert wird, richtet sich demnach nicht nach der Frage der politischen Bedeutung eines Nazievents, sonder nach der Frage „wo was geht.“
Die Antifaschistische Linke Berlin ALB antwortet darauf mit dem Text Antifa heisst … Angriff!: Es müsse sehr wohl darum gehen, gesamtgesellschaftlich zu intervenieren – aber dazu kommt es nach Meinung der ALB darauf an, Mobilisierungsfähig zu sein, darauf dass „was geht“. Grossevents mit direktem NS-Bezug haben nach Einsachätzung der ALB weniger Bedeutung als Naziaktionen mit einem direkten Bezug zum Alltag der Leute. Antifaarbeit beinhaltet Arbeit in breiten Bündnissen, die autonome Antifa müsse dabei aber ihr eigenes Profil, die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft der Nazis entspringen, schärfen.
Die Göttinger Antifaschistische Linke international ALI argumentiert ähnlich der ALB, konkretisiert aber ein paar Punkte in ihrem Text Antifa heißt… zusammen kämpfen, auf allen Ebenen, mit allen Mitteln! Die ALI versteht sich als Teil einer Weltweiten Linken, linksradikale Antifa funktioniert nur in der Einbettung in einen breiten linksradikalen Ansatz. Bündnisse dienen nicht nur der Intervention, sondern sind selber Schauplatz gesellschaftlicher Auseinandersetzungen, die Antifa kann in diese Auseinadersetzungen ihren Aktivismus und ihre Militanz als „Verhandlungsmasse“ einbringen. Wie auch die ALB sieht die ALI linke, antifaschistische Kulturarbeit als wesentlich, weiter benennen sie die Polarisierung zwischen Antideutschen und nicht-Antideutschen als klares Problem für Bündnisse und Mobilisierungen. Die Beiträge von ALI und ALB legen eher über die bestehende Praxis Rechenschaft ab, als Impulse für eine Weiterentwicklung zu geben.
Die LeA schliesslich sieht ein ganz grundlegendes Problem in der Diskussion: Die Wirksamkeit von Anti-Naziaktionen ist kein poliitscher Massstab. In den bishereigen Diskussionsbeiträgen werden die zu mobilisierenden Menschen als Manövriermasse betrachtet, nicht als Genoss_innen. Erst müsse Mensch eine Kritik an der Gesellschaft entwickeln, aus der dann auch eine Kritik an den Nazis folgt, ansonsten kommt Affirmation der bürgerlichen Gesellschaft heraus. Ohne eine solche Gundlage ist die geführte Diskussion nichts als eine Bestätigung der gewohnten Praxis, eine Entwicklung von Strategien damit sinnlos. Diese Diskussion muss von denen geführt werden, die auch praktische (Antifa-)Politik machen, eine Trennung in Theorie- und Praxisgruppen wäre falsch.

Damit, dass es für eine linke Antifaarbeit nicht darum gehen kann, Nazis nur als Abweichung vom demokratischem Normalzustand zu skandalisieren, benennen die LeAs einen wichtigen Punkt.
Meine Probleme mit dem Text fangen da an, wo sie die affirmative Haltung zur bürgerlichen Gesellschaft beklagen, die einge Antifagruppen ihrer Meinung nach einnehmen. Sie machen nämlich nirgends klar, worin präzise diese Affirmation besteht, die sie den anderen Gruppen vorwerfen. Durch die Bündnis- oder Öffentlichkeitsarbeit? Durch die Schwerpunktsetzung auf Nazis? Selber geben sie, anders als die restlichen Diskussionsteilnehmer_innen keinen einblick in ihre Praxis, und nehmen sich dadruch aus der Diskussion raus. Der Mainstream der autonomen Antifabewegung jedenfalls arbeitet zu recht vielen verschiedenen Themen, das berühmte „… mehr als gegen Nazis“ ist eben keine Floskel sondern eine Zustandsbeschreibung, diese thematische Breite ist ja auch Ausdruck einer Kritik, die die ganze Gesellschaft im Blick hat.
Auch auf theoretische Ebene lässt sich die LeA nicht so richtig in die Karten schauen, ihre Kritik an der Gesellschaft umreissen sie nicht viel genauer als ALI oder ALB. Bei mir entsteht der Eindruck, dass die LeA ein allgemeines Theorie- oder Kritikdefizit in der Antifabewegung wahrnimmt, dieses aber nicht so richtig festmachen kann. Ihr Beitrag jedenfalls ist dann auch eher moderierend als inhaltlich.
In der Frage, wie grundsätzlich die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft ist, haben aber interessanterweise alle vier Beiträge eine Leerstelle gemeinsam, nämlich dass eine emzipatorische Bewegung natürlich auch Teil dieser Gesellschaft ist, und sich entsprechend mit Hierarchien, Sexismus, Klassenverhältnissen etc. untereinander herumschlagen muss. Denn „Wer in Anspruch nimmt, linksradikale Politik zu betreiben, muss sich an linksradikalen Inhalten messen lassen“ (LeA), und die stehen halt nicht nur in Aufrufen, sondern werden gelebt, mal mehr, mal weniger.
Diese Leerstelle überrascht bei der LeA eigentlich am wenigsten, lassen sie doch ihre eigene Subjektivität am weitesten aussen vor:

Wer es mit Gesellschaftskritik ernst meint, muss die Reflexion antifaschistischer Praxis auch von diesem Standpunkt aus vornehmen. Das bedeutet, die Schädigungen, die sich aich aus dem gesellschaftlichen Prozess ergeben, zu skandalisieren und mit der Beseitigung ihrer Gründe auch die Änderung der Gesellschaft selbst ins Auge zu fassen. Das Vorkommen von Neonazis ist dafür eine praktische Hinderung und der Grund für eine reale Schädigung anderer Leute, der ohne Frage auszuräumen ist. Vernünftig ist, sich dafür geeignete Mittel zusammenzusuchen.

Was hier mit „realer Schädigung“ trocken umschrieben wird, ist ein Grund für ziemlich viel Wut, Hass und auch Angst gegenüber der Nazibagagge, wie gegenüber anderen Teilen der bürgerlichen Gesellschaft. Das auszublenden wäre dann gleich die nächste reale Schädigung – wem geht’s schon auf Dauer gut damit, sowas zu unterdrücken? Natürlich sollten wir mit dem Kopf entscheiden, was wir tun und was nicht – aber dabei eben auch so ehrlich sein und anerkennen dass wir nicht ausserhalb der Verhältnisse stehen, die wir bekämpfen.
Theoretisch am nachvollziehbarsten ist für mich noch die Kritik, dass wenn mensch in den Mobilisierungen auf taktische Erfolge gegen Nazis setzt, leicht ein ebenso taktisches Verhältnis zu den mobilisierten Mitstreiter_innen entsteht. Gleichzeitig fällt es mir schwer, diese recht abstrakt formulierte Kritik auf eine konkrete Praxis anzuwenden. Wer wird hier zu Manöviermasse, wie könnte ein anderer Umgang aussehen? Wieder mal hat die LeA nicht viel mehr zu sagen, als eine grundsätzlich kritische Haltung einzufordern.
Die Kernforderung, mehr als nur ein paar gesellschaftskritische basics abzuklären, bevor über antifaschistische Strategien oder Bündnisse geredet wird, ist nicht falsch, aber auch nicht furchtbar originell. Gleichzeitig lässt die LeA wenig über sich selbst durchblicken, der Text könnte genau so auch von einer reinen Theoriegruppe geschrieben worden sein. Damit ist es schwierig, dass was die schreiben auf eine konkrete Praxis runterzubrechen. Für mich neue Impulse für die Antifaarbeit habe ich bei der Lektüre jedenfalls nicht mitgenommen.
Um nochmal zurück zu sonstigen Debatte zu kommen, ALI, ALB und NSVs! habe in ihren Beiträgen klar gemacht, wo sie sinnvolle Schwerpunkte für Antifaarbeit sehen, und warum. Spannend wäre auch die Frage, wie verschiedene Zusammenhänge nach aussen gehende Kampagenen einerseits und Szenepflege bzw. Kulturarbeit anderseits gegeneinander gewichten, sowie die Gewichtung zwischen Antifa und anderen Politikfeldern.
Eine weiteres Thema, das sich durch die ganze Debatte zieht, ist die Mobilisierungsfähigkeit zu verschiedenen Aktionen und Themen. Interessant wäre hier, wie es verschiedene Antifazusammenhänge schaffen, oder zumindest versuchen, Leute nicht einfach zu mobilisieren, sondern in Diskussionen und Vorbereitungen aktiv miteinzubeziehen.

Um diesen langen Beitrag mal zu einem unrühmlichen Ende kommen zu lassen – ein paar der Diskussionen über den gleichen Artikel in anderen blogs waren hart bescheuert oder auch einfach nur ausufernd. Ich habe darauf keinen Bock, wenn ihr Anmerkungen habt haltet sie kurz, themenbezogen und undissig, Mit Zensur in meiner Kommentarspalte habe ich nämlich gar kein Problem.

Nachtrag – Linkspam!
Ein paar der diversen anderen Bloggosphären-Reaktionen auf den LeA-Text. Auf verschiedenen blogs – u.a. Schildkröte, Bauhaustapete und im*moment*vorbei wurde der Text nur angepriesen, bei den beiden letzten entspann sich dann eine zerfaserte, wenig ziehlführende kommentarspaltendiskussion – mir war die Zeit zu schade sie zu lesen. Rockstar hat noch die Kritik, dass die LeA sich für einen neuen „revolutionären Antifaschismus“ starkmacht.

„Was mich an den Muslimen stört …“

Der ältere Passant war von dem NPD Infostand sicherlich nicht begeistert, deren Hetze gegen ein geplante Moschee fand er dann aber doch wieder gut. Logik und Widerspruchsfreiheit waren das seine aber auch nicht, Sinngemäss sagte er etwa folgendes:

Ich will ja garnicht alle Muslime in einen Topf werfen
[…]
Aber was mich an all den Muslimen stört, ist dass sie alle Christen umbringen wollen.

Bauernkinder

Beim letzten NPD-Infostand entspann sich ein Disput zwischen einigen Antifas und einem NPD-Opi. Genauer: Der Nazis sonderte rassistischen Mist ab, die Antifas lachten ihn aus und übertönten ihn. In dieser Situation bewies der Nazi Klassenbewusstsein, als er den Antifas vorhielt:

Ihr habt kein Niveau, ihr seid doch die Nachfahren leibeigener Bauern!

Anonympunk089!

Ich betreibe diesen blog anonym, will heissen ich versuche zu vermeiden dass irgendwelche Cops dahinterkommen wer diese Seite betreibt. Damit das dauerhaft klappt, möchte ich alle, die Bescheid wissen, um etwas einfaches bitten – lasst Sachen, die sich direkt auf den Blog beziehen, aus Telefongesprächen, persönlichen mails an mich heraus, lasst meinen real existierenden Namen (und Anspielungen auf meinen Beruf o.ä.) aus Kommentaren und sonstigen Sachen raus, die sich direkt auf diesen blog beziehen. Ansonsten bitte ich noch darum, auf Tratsch zu verzichten, auch wenn es schwerfällt.
Bevor Fragen kommen, eine Diskussion über das für und wider dieser Diskretion zu führen, sehe ich nicht ein. Wie mit unmitelbar mich betreffenden Infos umgegangen wird entscheide ich, ausserdem ist dieser blog faktisch ein Stück linker Infrastruktur und damit genauso zu schützen wie andere Medienprojekte. Wenn der Umgang da zum Teil ein anderer war, will ich daraus keinen Vorwurf machen. Ich habe ja bislang vielen Leuten nicht Bescheid gesagt dass ich mir etwas Diskretion wünsche.

Blackblockpunk089?

Wie ein_e aufmerksame_r Kommentarschreiber_in festgestellt hat, stand über die Demo für das Rülps in Kirchheim folgendes in der Zeitung:

Die Polizei hatte Vorsorge getroffen und einen Zug mit 30 Polizisten hinter der S-Bahn platziert. „Wir sind auf Nummer Sicher gegangen“, begründete Einsatzleiter Josef Trenkler, von der Inspektion Haar, die Maßnahme: „Im Internet hatte leider der Schwarze Block mitgeteilt, teilzunehmen.“

Die Demo wurde auf einer eigenen Mobilisierungs-Seite, auf der Homepage des Rülps, auf abgefuckt liebt dich, auf Luzi-M, der Marat-Homepage und hier, auf Bikepunk 089, beworben. Sieht fast so aus, als wäre dieser blog von einem Cop aus Haar zum offiziellen Sprachrohr des schwarzen Blocks, Ortsverein München, geadelt worden.

Nazis stresse, Revolution ausrufen, gegen dt. Faschos und graue Wölfe demonstrieren, Georg Elser feiern

Der Samstag wird voll, ich rate dazu ein gutes Lunchpaket zu packen. Etwas Obst sollte darin sein, ein oder zwei Stullen, und natürlich Süssigkeiten – für den kleinen Zucker-push zwischendurch. Für 10:00 bis 14:00 hat die Münchner NPD einen Infostand hinter dem Rathaus angekündigt, antifaschistische Problembär_innen können sich hier schonmal für den 15.11 warm machen. Vom Rathausbalkon aus wird um 12:00 Mittags die Republik ausgerufen, ein szenische Lesung im Rahmen des Projektes 90 Jahre Räterevolution. Massen, rote und schwarze Fahnen sind ausdrücklich erwünscht. Keine Ahnung ob die Aktion eher eine Verarsche linker Geschichte wird, oder etwas total gutes – ich schaus mir mit meiner schwarzen Fahne mal an.
Weiter geht es, hoffentlich nach einer kleinen Kaffeepause, um 16:00 auf dem Stachus, mit einer Demonstration unter dem Motto „Stoppt die rassistischen Pogrome! Organisiert den antifaschistischen Selbstschutz gegen deutsche und türkische Faschisten!“
Am Abend schliesslich bitten die RASH zum Tanz, neben den Rancors spielen Los Fastidios (!) auf. Das hat mit Fussball nichts zu tun, die Party findet zu Ehren Georg Elsers statt.