„Heldengedenken“ – Nachlese

Der letzte Samstag war frustig für Antifas, die Münchner Polizei hat sich wohl dafür rächen wollen dass ihnen die Situation am 13.6 etwas entglitten ist. Damals demonstrierten Nazis gegen das Kafe Marat, Antifaschist_innen und Anwohner_innen reagierten auf diese Provo wurde mit der gebührenden Aggressivität. Die Presse schwieg diesen Aufmarsch im Vorfeld eher tot, im Nachhinein war von „Flaschenwürfen zwischen Jugendlichen“ zu lesen – 5 Monate später sind die Vorfälle auf einmal schlimme „Ausschreitungen“, und der Grund für einen Polizeieinsatz, der sogar für Münchner Verhältnisse einfach nur noch meschugge war.
Ein erste Sammlung an Berichten zu den Vorfällen findet sich unter diesem indymedia-Artikel (der eigentlich nur darauf hingewiesen hatte, dass der Marsch nach anfänglichem Verbot erlaubt ist). Luzi-M bietet eine gute Zusamenfassung des Tages, etwas ausführlicher ist ein weiterer indy-Artikel.
Beide letztgenannten Artikel sind sich einig, dass die bürgerliche Mobilisierung eher enttäuschend war, und das Bullenaufgebot jenseitig. Die Schlussfolgerungen daraus sind aber unterschiedlich.
Luzi-M bemängelt eine mangelnde Entschlossenheit und Flexibilität bei den Antifaschist_innen, und schlägt vor von den bürgerlichen Bündnispartner_innen das nächste mal mehr als nur Lippenbekenntnisse zu fordern. Die Schreiberlinge auf indymedia plädieren eher gegen breite, bürgerlich geprägte Bündnisse die dann doch niemanden auf die Strasse bringen, und regen an Nazis dann anzugehen wenn sie mal keine 1000+ Bullen um sich rum haben, die entsprechenden Adressen seien ja bekannt. Möglicherweise denken die Autor_innen da an Aktionen wie den Farbanschlag auf die Nazikneipe Fanarena in der Woche vor dem Aufmarsch.
Wie auch immer mensch zu den einzelnen Vorschlägen für eine weitere Praxis steht, entscheidend ist die Matchtfrage – wer machts? Solange es in München so unglaublich wenige organisierte Zusammenhänge gibt, die mobilisieren, auf der Strasse Akzente setzen oder auch des Nachts um die Häuser ziehen, solange schweben all die taktischen und politischen Überlegeungen etwas im luftleeren Raum. In diesem Sinne: Bildet Banden!


2 Antworten auf “„Heldengedenken“ – Nachlese”


  1. 1 Muccer_in 19. November 2008 um 16:54 Uhr

    Naja, selbst wenn wir da noch 200 wirklich organisierte Leute gehabt hätten, wäre einfach nichts machbar gewesen. Mensch muss sich ja nur mal bei Luzi-M die Fotos von dem Bullenaufmarsch angucken, das ist einfach unpackbar.

  2. 2 Bikepunk 089 24. November 2008 um 14:07 Uhr

    Auf Aida ist ein weiterer Bericht über den Tag, an dem auch die anderen Nazi-Veranstaltungen erwähnt werden, etwa das enttäuschende Rechtsrockkonzert oder der klägliche Aufmarsch in Gräfenberg.
    Hier ist ausserdem detaillierter aufgelistet, welche Nazis konkret am Aufmarsch teilnahmen. Klick!

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