Archiv für November 2008

Kick it like Hessen?

Die erste Studidemo in München vor einigen Wochen war noch mit dem Motto „Kick it like Hessen!“ angekündigt worden. Ein ganz aktuelles Beispiel, was das konkret heissen würde, ist die Aktion vom vergagngenen Mittwoch in Frankfurt: Student_innen haben sich gebührenfrei in der Mensa bedient und anschliessen das „House of Finance“, ein Prestigebau für die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften besetzt, von Kameras befreit, in „Karl Marx Haus“ umbenannt und mit vielen Parolen und Aufklebern verschönert. Wer so viel Stress macht wird auch ernst genommen – was die Mehrzahl der Münchner Student_innen wohl noch nicht so sieht.

Studidemo die zweite

Am kommenden Dienstag, den 2.12, ist die nächste Demo gegen Studiengebühren in München. Start ist um 12:00 vor dem „LMU Hauptgebäude“ – was ist nur aus der GSU geworden? Laut Luzi-M will das vorbereitende Bündnis dabei dem AK-Gewerkschaften keinen Redbeitrag geben und beklagt sich darüber dass sich bei den Schüler_innenprotesten nicht genug von den bösen Linken abgegrenzt wurde. Damit wird es mal wieder unser Job sein, lautstark mit vernünftigen Aussagen zu intervenieren. Wir bleiben unserm Motte treu, asozial und arbeitsscheu!

Zugtreffpunkt

Heldengenken on tour, die Antifa tourt dagegen. Zugtreffpunkt für ale Münchner_innen, die den Naziaufmarsch in Landsberg kippen wollen, ist um 9:45 in der Schützenstr. vor der Nordsee. Support your rural Antifa!

praktischer Täterschutz

Vereinstrukturen, die in Weimar aufgebaut wurden um Häuser zu halten, werden aktuell verwendet um den Täter einiger sexisitischer Übergriffe zu schützen. Von hier aus solidarische Grüsse an die Betroffenen, ihre Unterstütz_innen und die Gerberstr. 1! (via lysis)

Tom Hengst weiss was gut für mich ist?

Wegen einer gewissen Abneigung gegen sexistische Kackscheisse habe ich den Trackback nicht freigeschalten, einen Link gibts aus dem gleichen Grund auch nicht. Aber ich wollte doch mal auf die absurde Tatsache hinweisen, das mich Tom Hengst verlinkt hat.

5 punx und ein Fahrschein

„Heldengedenken on Tour“ – am kommenden Samstag wollen Augsburger Nazis einen Heldengedenkmarsch in Landsberg durchführen, die Faschos laufen um 13:00 am dortigen Bahnhof los. Sie beziehen sich wohl auch auf den „Schlageterstein“, ein Nazidenkmal das letztes Jahr von dem Aktionskünstler Wolfram Kastner umgeworfen worden war. Mehr Infos gibts in diesem indy-Artikel, und hier ist noch ein Artikel mit einem leidlich lustigem Bild. In diesem Sinne: Stoff Stoff Stoff!

Smash, we can!

Ich veröffentliche ja selten Aufrufe unkommentiert bei mir im blog, aber der Titel hat es mir einfach angetan & ich find ihn inhaltlich gelungen. Hoffen wir als auf property damage we can truly believe in im Februar:

Smash we can!

Den herrschenden Kriegszustand sabotieren

Februar 2009 – wieder treffen sich die Führenden der NATO-Staaten und ihre Verbündeten sowie Vertreter_innen der Rüstungsindustrie in München. Die sogenannte Sicherheitskonferenz ist laut ihrem neuen Vorsitzenden Wolfgang Ischinger „das wichtigste Forum zum Gedankenaustausch von Entscheidungsträgern der internationalen Sicherheitspolitik“. Das Ergebnis dieser militärischen „Sicherheitspolitik“ bedeutet für Millionen Menschen Krieg und Unterdrückung.

April 2009 – zeitnah zur „Sicherheitskonferenz“ wollen sich die Kriegstreiber der NATO-Staaten in Strasbourg/Baden-Baden versammeln, um den 60.Geburtstag der NATO auf einem Frühjahrstreffen zu begehen. 60 Jahre mörderische Politik – das ist für sie ein Anlass sich auf die Schultern zu klopfen…
Wir sehen das anders!

Wir werden planen, demonstrieren, sabotieren – wir werden es nicht zulassen, dass sie ungestört Kriege vorbereiten und 60 Jahre imperialistische Politik abfeiern! Deshalb auf nach München! Auf nach Strasbourg!

Kein Friede mit der NATO-Kriegspolitik!

Im Oktober 2008 hat der Bundestag eine Verlängerung des Mandats für die deutschen Isaf-Truppen in Afghanistan und eine Ausdehnung des Kontingents deutscher Soldaten auf 4500 beschlossen. Dies bedeutet Bestätigung und Fortsetzung einer Kriegspolitik, deren verheerende Folgen im seit sieben Jahren von NATO-Truppen besetzten Afghanistan mehr als deutlich werden.
Zehntausende Menschen wurden als Folge des Krieges getötet, hundertausende sind auf der Flucht. Die Bevölkerung ist neben den direkten Gefahren eines offenen Krieges mit einer katastrophalen Ernährungslage und der Zerstörung der sozialen Infrastruktur konfrontiert. Der marktliberale Kapitalismus, den die westlichen Mächte unter maßgeblicher Beteiligung Deutschlands zu ihren Gunsten in Afghanistan gewaltvoll durchsetzen,
verschärft die Armut der breiten Bevölkerung. Als ein Beispiel für diese Politik wäre das vom Westen diktierte Investitionsabkommen zu nennen, das Zollreduzierungen ebenso beinhaltet wie weitreichende Befugnisse für
ausländische Investoren: Ihnen wird 100% Firmenbesitz mit weitreichendem Schutz vor Enteignungen, die Befreiung von Steuern und voller Gewinntransfer ins Ausland zugesichert. Die zynische Rede vom „Wiederaufbau des Landes“ und einem „humanitären Auftrag“ als eine der offiziellen Begründungen für die Besatzung ist bar jeglicher Realität. Die vermeintlich zivile „Entwicklungshilfe“ wird der militärischen Logik untergeordnet und in westliche Profite umgemünzt. Ein großer Teil des Geldes, das Deutschland erklärtermaßen für „Entwicklungshilfe“ in Afghanistan zur Verfügung stellt, fließt in den durch deutsche Polizisten angeleiteten Aufbau eines Polizeiapparates. Die meisten Menschen in Afghanistan lehnen die Besatzung ab.

Zwar nehmen auch in Europa die kritischen Stimmen gegenüber einem zeitlich unbegrenzten und zunehmend eskalierenden Krieg zu, aber um eine grundlegende Veränderung herbeizuführen, braucht es eine lautstarke antimilitaristische Praxis. Der vermeintliche „Kampf gegen den Terrorismus“ in Afghanistan, im Irak und anderswo muss als brutaler, von kapitalistischen Interessen geleiteter und im Kontext westlichen Hegemonie- und Kontrollstrebens geführter Krieg benannt werden. Diesem setzen wir unseren vielfältigen Widerstand entgegen!

Weder euren Krieg – noch euren Frieden!

Von der Macht harmlos klingender Begriffe wissen die Teilnehmer_innen der „Sicherheitskonferenz“, wenn sie sich unter diesem Titel auch im Februar 2009 wieder versammeln, um Kriege zu planen und Rüstungsgeschäfte zu forcieren. Das Wort „Sicherheit“ hat Konjunktur. Erst kürzlich fühlte sich ein NATO-Stabschef bemüßigt, ein Strategiepapier „Towards a Grand Strategy for an Uncertain World“ zu betiteln und seine kriegerischen Thesen somit als Ausweg aus einer vermeintlichen allumfassenden „Unsicherheit“ zu beschreiben. Fast kein politischer Kontext kommt ohne „Sicherheit“ als sich scheinbar selbst erklärendes Ziel aus. Es gibt momentan kaum andere Label, die so wenig konkret bestimmt sind, aber gleichzeitig so viel Gewalt umschreiben und diese legitimieren sollen.

Während unter dem Motto der „äußeren Sicherheit“ Kriege geführt werden, lässt auch die „innere Sicherheit“ den Herrschenden keine Ruhe. Mit ihrem Papier „Sicherheitsstrategie für Deutschland“ vom 6.5.2008 bekräftigt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ihre Forderung nach der grundsätzlichen Ermöglichung des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren. „Die bisherige Trennung von innerer und äußerer Sicherheit oder in Kriegszustand und Friedenszeit“ sei nicht länger aufrechtzuerhalten, so ist als Begründung für ihre Forderung zu lesen. „Ein völlig neues Verständnis von Sicherheitspolitik“ müsse sich in einer „deutschen Sicherheitsarchitektur“ niederschlagen.

Das Verschwimmen der Grenzen zwischen Krieg und Frieden und „innerer“ und „äußerer Sicherheit“, welches hier als evolutionärer Zustand erscheint und als Argument für repressive Neuerungen herhalten muss, ist aber nicht Ursache, sondern Folge einer Politik, die kapitalistische Herrschaft und Kontrolle lokal wie global repressiv durchsetzt. Nicht zuletzt auf europäischer Ebene entstehen ständig neue Organisationen, in denen Militär, Polizei und zivile Hilfsorganisationen in einem bürgerrechtsfreien, zwischenstaatlichen Raum mit umfassenden Kompetenzen ausgestattet zusammenarbeiten. Ihr Ziel ist es, die Festung Europa als weltweit stärksten Wirtschaftsraum zu behaupten, ihre globale Kontrolle zu forcieren, ihre Grenzen aufzurüsten und politische Opposition und Widerstand effektiver bekämpfen zu können. Die EU baut nicht nur im Ausland militaristische und repressive Regime auf, sie konstituiert sich auch selbst als solches.

Das bestätigt einmal mehr unser Wissen, dass die viel proklamierte „Sicherheit“ eine der herrschenden Klasse ist, die für den Großteil der Menschen dieser Welt, Armut, soziale Unsicherheit, Krieg, Repression und Unterdrückung bedeutet.

Wir wollen ihre „Sicherheit“ nicht! Lasst sie uns offensiv und kreativ erschüttern!

Frontex abschaffen! Für freies Fluten!

Eine der Organisationen, die die Verschmelzung von Polizei und Militär vorantreibt, ist die europäische Grenzschutzagentur Frontex. Frontex verfolgt eine Politik der Migrationsabwehr um die Festung Europa. Dabei geht es nicht „nur“ um die europäische Außengrenze – der Krieg gegen Flüchtlinge soll überall entlang der Migrationsrouten geführt werden: In den Herkunfts- und Transitländern werden die Grenzpolizeien aufgerüstet und Transportfirmen zur Abschiebung von Flüchtlingen in die Pflicht genommen.

Im Mittelmeer, aber auch unmittelbar vor den Küsten einiger westafrikanischer Staaten patroullieren europäische Kriegschiffe, um sogenannte boat people abzufangen. Diese Einsätze zwingen den Flüchtlingen und Migrant_innen längere, gefährlichere Routen auf und führen damit jährlich zu tausenden Todesfällen in Mittelmeer und Atlantik. Auch die eigentliche EU- Außengrenze wird zunehmend militarisiert und technisiert, etwa durch den Einsatz von militärischen Drohnen und die explizite Einbeziehung der Kriegsministerien in den Grenzschutz.

Für das Innere der EU plant Frontex eine Datenbank, die alle Ein- und Ausreisen erfasst und Menschen, die länger bleiben als ihr Visum gültig ist, automatisch zur Fahndung ausschreibt. Älter als die Organisation Frontex sind zehntausende Flüchtlingslager, sowie all die anderen Entrechtungen, denen Flüchtlinge und Migrant_innen in Europa ausgesetzt sind.

Mit diesem rassistischen Grenzregime betreiben die EU-Staaten den gewalttätigen Ausschluss derer, die nicht als billige und rechtlose Arbeitskräfte in Europa gebraucht werden. Die weitgehende Abschottung der Unerwünschten ist aber auch kapitalistisches Krisenmanagement; wenn Menschen vor Kriegen oder den Folgen ökonomischer Zusammenbrüche fliehen, versuchen die Metropolenstaaten ihr Möglichstes, um Flüchtlinge weit vor Europa aufzuhalten. Nicht umsonst führt die NATO in ihren Strategiepapieren „unkontrollierte Migrationsbewegungen“ als Kriegsgrund an.

Wir setzen dieser Politik unsere praktische Solidarität mit den Kämpfen von Flüchtlingen und Migrant_innen entgegen! Offene Grenzen für alle – Freedom of movement is everybody‘s right!

Widerstand lässt sich nicht verbieten!

Die Verschmelzung von „innerer“ und „äußerer Sicherheit“ zeigt sich auch an der Situation, mit der wir im Februar in München konfrontiert sein werden: Es ist kein Treppenwitz der Geschichte, wenn die „Sicherheit“ der „Sicherheitskonferenz“ durch ein neues Versammlungsrecht „gesichert“ wird, das als Vorstufe seiner eigenen Abschaffung erscheint. Auch hier wird deutlich, dass die Diskurse der „Sicherheits“-strategen über „zivil-militärische Zusammenarbeit“, „Homeland Security“ und „vernetzten Heimatschutz“ nicht nur in Afghanistan und im Irak materielle Realität werden, sondern auch vor der eigenen Haustüre.

Die Bayerische Landesregierung hat Mitte Juli 2008 ein neues Versammlungsgesetz für Bayern beschlossen, welches die faktische Abschaffung der Versammlungsfreiheit und einen Freibrief für absolute Polizeiwillkür, was die Genehmigung und Durchführung von Demonstrationen angeht, bedeutet. Besonders absurd sticht dabei das so genannte „Militanzverbot“ hervor, das u.a. verbietet, „gleichartige Kleidungsstücke als Ausdruck einer gemeinsamen politischen Gesinnung zu tragen, sofern damit eine einschüchternde Wirkung verbunden ist.“ Was einschüchternd ist und was nicht, liegt selbstverständlich im Ermessen der jeweiligen polizeilichen Einsatzleitung. Dieser Paragraf kann konkret sowohl den Schwarzen Block als auch einen gewerkschaftlichen Streikposten kriminalisieren. Wer denkt, das sei wieder mal Ausdruck der „bayerischen Art“, täuscht sich: Es wäre nicht das erste Mal, dass in Bayern erfolgreich ausprobierte repressive Maßnahmen zum bundesweiten Maßstab würden.

Das neue bayerische Versammlungsgesetz passt als Baustein in die Logik eines repressiven Staates, der wachsende soziale Unsicherheit in einem krisenhaften Kapitalismus mit Überwachung und Kontrolle beantwortet.

Wir werden uns niemals von dem neuem bayerischen Versammlungsgesetz beeindrucken lassen! Wie unser Widerstand aussieht, bestimmen wir selbst!

Antikapitalismus globalisieren!

Wenn eine Folge der momentanen Finanzkrise mit Sicherheit voraussagbar ist, dann ist dies die weitere Verschärfung der Umverteilung von unten nach oben. Nicht nur lösen sich Pensions- und Rentenkassen in Luft auf und verschwinden Spareinlagen, die Summen in Milliardenhöhe, mit denen die Staaten versuchen ihre Geldinstitute zu retten, werden aus Lohn- und Einkommenssteuer, durch Kürzungen in den Sozialversicherungsystemen und bei sozialen Hilfsprogrammen usw. aufgebracht. Die zur Schau gestellte Bestürzung der PolitikerInnen über diese als unvorhersehbar dargestellte und vermeintlich einer „Anormalität“ der Marktwirtschaft entspringenden Krise verschleiert ihre Ursprünge. Krisen gehören zum Kapitalismus und die Schaffung riesiger Schuldenblasen ist integraler Bestandteil des Neoliberalismus, der Ende der 80er Jahre von den global dominierenden Staatsregierungen und den ökonomischen Eliten in Form der Deregulierung von Kapital- und Finanzmärkten forciert wurde. Diese wesentlichen Aspekte der Globalisierung führen zu einer starken Verschiebung der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse. Die Auswirkungen der aktuellen Finanzkrise treffen am härtesten die arme Bevölkerung des globalen Südens. Alle, die sich gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen im Zuge dieser Entwicklung wehren, sind zunehmend mit Repression und Militarisierung konfrontiert. Es ist durchaus nichts Neues, dass ein krisenhaftes kapitalistisches System sich nur durch globalen und zeitlich unbegrenzten Krieg am Laufen hält.

Gegen die Umverteilung von unten nach oben setzen wir auf globale Aneignungskämpfe – gegen ihre Repression auf emanzipatorischen Widerstand weltweit!

Für eine direkte antimilitaristische Praxis!

Wenn die Strategen der herrschenden „Sicherheit“ es sich zum Ziel gesetzt haben, die Unterschiede zwischen „innerer“ und „äußerer Sicherheit“, zwischen Polizei und Militär, zwischen Razzia und Krieg aufzulösen, so müssen wir ihre Strategie zu unserer Waffe machen und unsere Kämpfe gegen die verschiedenen Facetten dieser Politik verknüpfen.

Weltweit gibt es immer wieder Versuche, militärische Ausrüstung für ihren kriegerischen Einsatz untauglich zu machen. Die einen nennen es aktive Abrüstungsinitiative oder Sabotage, einige FriedensaktivistInnen sprechen vom sogenannten ploughsharing (»Schwerter zu Pflugscharen machen«), während die Herrschenden solche Aktionen wahlweise Sachbeschädigung, Brandstiftung oder Terrorismus nennen. In Deutschland sind es die Paragraphen 129ff StGB, auf deren Grundlage immer wieder versucht wird, antimilitaristische Praxis zu kriminalisieren. Was aber ist die Zerstörung von Kriegsmaterial im Vergleich zu dessen tödlichem Einsatz in Kriegen?
Deshalb bleibt das Ziel ihre Wehrkraft zu zersetzen und die Ruhe an der Heimatfront zu stören! Für die lokale Etablierung praktischer Abrüstungsinitiativen!

Sorgen wir für eine Ächtung des Militärs, nehmen wir ihnen das Gefühl des Rückhalts. Wenn die Militarisierung der Gesellschaft so weit fortgeschritten ist, dass uns das Kriegspersonal überall begegnet, im Zug und bei Familienfeiern, bei Rekrutierungsevents bei Schulen und Arbeitsämtern – dann werden wir überall dort stören und intervenieren! Bundeswehr wegtreten!

Zur Wehrkraftzersetzung gehört auch der Kampf gegen das Patriarchat, dessen brutalster Ausdruck sexualisierte Gewalt darstellt. Wo Krieg und Militär den Alltag bestimmen, nehmen Vergewaltigungen, Zwangsprostitution und Frauenhandel drastisch zu. Das ist kein Zufall. Militärische Mobilisierung und Drill funktionieren über dominante Männlichkeitsbilder.
Machismo ist eine Kriegsressource! Kampf gegen alle militaristischen Männerbünde!

Unsere Solidarität gilt jenen Soldat_innen weltweit, die beschlossen haben, sich der Grausamkeit und Ungerechtigkeit von Kriegseinsätzen zu verweigern und heute in Militärgefängnissen sitzen oder mit Repression überzogen werden! Organisiert Hilfe und Unterstützung für DeserteurInnen!

Solidarität mit Olli, Florian und Axel, denen vorgeworfen wird, im Juli 2007 Bundeswehrfahrzeuge der Firma MAN angezündet zu haben!

Pazifist_innen vereinigt Euch – und schlagt die Militarist_innen, wo ihr sie trefft!
In diesem Sinne: Kommt alle am 6./7. Februar nach München! Wir sehn uns im Internationalistischen Block!
Vermiesen wir den 60ten Geburtstag der NATO in Strasbourg vom 4. bis 8. April!

wie jeder Jahr wird es in München am Protestwochenende ein Convergence
Center geben:
Kafe Marat, ehem. Tröpferlbad, Thalkirchnerstr. 104, 2. Aufgang U3/U6 Goetheplatz

www.no-nato.de
www.natogipfel2009.blogsport.de

Es geht durch die Welt ein Geflüster

Kürzlich wurde im Marat der Film „es geht durch die Welt ein Geflüster“, in dem aktive der münchner Räterepublik zu Wort kommen, gezeigt, dieser Artikel ist eine grobe Beschreibung des Films und ein Zusammenfassung einiger Statements aus der Diskussion danach. Weil ich nicht mitgeschrieben habe ist das alles etwas unvollständig und ungenau.

Die im Film interviewten Menschen waren zur Zeit der Räterevolution zwischen 12 und 17, sie waren überwiegend in sozialisitschen, kommunisitschen oder syndikalitischen Zusammenhängen organisert. Fast alle der interviewten waren auch nach der Räterevolution noch politisch aktiv, sie sind nicht nur Überlebende der brutalen Niederschlagung derRäterevolution sondern auch der Verfolgung durch die Nazis.
In dem Film berichten sie von der sozialen Situation während des Weltkrieges, vor allem aber von ihren Eindrücken von der Räterevolution und von der Niederschlagung durch die weissen. Insbesondere die Kämpfe am Stachus und im „roten Giesing“ im Mai 1919 werden sehr detailliert geschildert, ebenso die Massenerschiessungen mit denen sich die weissen an den Kämpfer_innen der Roten Armee rächten.

In der Diskussion mit zwei der Macher_innen des Films äusserten diese ihr Bedauern darüber, zu spät angefangen zu haben: Als sie 1988 die Interviews drehten, konnten sich viele der Interviewten nicht mehr an eigentlich spannende Details erinnern – Wie funktionierte die Organisierung der sehr jungen Leute damals? Was wurde auf den Plena geredet? Wie war die Rolle von Frauen in der Räterevolution, insbesondere in der roten Armee? Auch war es schwierig, mit den hochbetagten Genoss_innen eine Diskussion über die autonome Politik der 80er zu führen.
Eine Motivation, Überlebende der Räterevolution zu fragen, war auch die Auseinandersetzung mit dem bewaffneten Kampf. In den 80ern gab es mit RAF und RZ bewaffnete Gruppen, ausserdem gab es massenmilitante Auseindersetzungen vor allem in der Anti-AKW Bewegung. Was hatten Genoss_innen, die unter anderen Bedingungn gekämpft hatten, zu erzählen?

In der Diskussion, die zum Teil etwas anstrengend war weil einzelne Beiträge langatmig, dafür aber ohne Themenbezug waren wurden u.a. folgende Thesen geäussert.
Die entscheidende Spaltlinie verlief in der Räterevolution nicht zwischen USPD, Kommies und Anarchist_innen, sondern an der Frage des Krieges. Die gleiche Fraktion in der SPD, die auch den ersten Weltkrieg unterstützt hatte, war gegen eine weitreichende Revolution und holte Schlussendlich die weissen nach Bayern. Die These war weiter, das eine ähnliche Unterscheidung auch heute aktuell sei – zwischen denen, die ihre Metropolenprivilegien militärisch (oder grenzpolizeilich? – meine Interpretation) abgesichert haben wollen, und denen die soziale Rechte für alle wollen.
Ein Plakat von damals, das auch ausgestellt wurde, trug die Aufschrift „Wir fordern den Kommunismus! (das bedeutet: Alles für alle.)“ – eine der besseren Demoparolen die es so gibt stammt wohl dirket von der Münchner Räterevolution. By the way, hat das wer geknipst?
Viele Errungenschaften, wie das Frauenwahlrecht oder die Abschaffung des Gesinderechts (das Hausangestellte in vielen Punkten ihren Bossen schutzlos auslieferte) stammen aus dieser kurzen Zeit.
Der antikommunisitsch aufgeladene Antisemitismus wurde massgeblich in dieser Zeit propagiert, das Phantasma von der „jüdisch-bolschewistschen“ Weltverschwörung bezog sich im Anfang direkt auf Politiker_innen wie Kurt Eisner oder Gustav Landauer. Massgeblich propagiert wurde es von der Thulegesellschaft, die auch an der Niederschlagung der Räterepublik beteiligt war.
Einige der Überlebenden wurden, z.T. nach KZ-Haft unter den Nazis, auch noch in der BRD verfolgt und sassen auch in der Nachkriegszeit als Kommunist_innen in deutschen Knästen. In den späten 80er Jahren war diese Verfolgung noch so präsent, dass manche nicht mit Klarnahmen im Film vorkommen wollten.

Insgesamt ein spannender Abend, und eine gute Diskussion an der trotz nerviger Einlagen viele Leute lange teilnahmen. Im Laufe des Abends klang auch an, demnächst ein Veranstaltung mit Christina Haug zu machen, die kürzlich ein Buch über die Rolle von Frauen in der Räterevolution geschrieben hat, zu machen. Auch das dürfte interessant werden.

Ihr für uns und wir für euch … (oi!)

Der nächste Termin zum vormerken – auch BaWü will sein Versammlungsgesetz nach bayerischem Vorbild verschärfen, auch dort regt sich Widerstand. Ein guter Termin, um die Genoss_innen dort zu supporten, ist Nikolaus – am 6.12 findet in Stuttgart eine Grossdemo statt, nichts wie hin!

„Heldengedenken“ – Nachlese

Der letzte Samstag war frustig für Antifas, die Münchner Polizei hat sich wohl dafür rächen wollen dass ihnen die Situation am 13.6 etwas entglitten ist. Damals demonstrierten Nazis gegen das Kafe Marat, Antifaschist_innen und Anwohner_innen reagierten auf diese Provo wurde mit der gebührenden Aggressivität. Die Presse schwieg diesen Aufmarsch im Vorfeld eher tot, im Nachhinein war von „Flaschenwürfen zwischen Jugendlichen“ zu lesen – 5 Monate später sind die Vorfälle auf einmal schlimme „Ausschreitungen“, und der Grund für einen Polizeieinsatz, der sogar für Münchner Verhältnisse einfach nur noch meschugge war.
Ein erste Sammlung an Berichten zu den Vorfällen findet sich unter diesem indymedia-Artikel (der eigentlich nur darauf hingewiesen hatte, dass der Marsch nach anfänglichem Verbot erlaubt ist). Luzi-M bietet eine gute Zusamenfassung des Tages, etwas ausführlicher ist ein weiterer indy-Artikel.
Beide letztgenannten Artikel sind sich einig, dass die bürgerliche Mobilisierung eher enttäuschend war, und das Bullenaufgebot jenseitig. Die Schlussfolgerungen daraus sind aber unterschiedlich.
Luzi-M bemängelt eine mangelnde Entschlossenheit und Flexibilität bei den Antifaschist_innen, und schlägt vor von den bürgerlichen Bündnispartner_innen das nächste mal mehr als nur Lippenbekenntnisse zu fordern. Die Schreiberlinge auf indymedia plädieren eher gegen breite, bürgerlich geprägte Bündnisse die dann doch niemanden auf die Strasse bringen, und regen an Nazis dann anzugehen wenn sie mal keine 1000+ Bullen um sich rum haben, die entsprechenden Adressen seien ja bekannt. Möglicherweise denken die Autor_innen da an Aktionen wie den Farbanschlag auf die Nazikneipe Fanarena in der Woche vor dem Aufmarsch.
Wie auch immer mensch zu den einzelnen Vorschlägen für eine weitere Praxis steht, entscheidend ist die Matchtfrage – wer machts? Solange es in München so unglaublich wenige organisierte Zusammenhänge gibt, die mobilisieren, auf der Strasse Akzente setzen oder auch des Nachts um die Häuser ziehen, solange schweben all die taktischen und politischen Überlegeungen etwas im luftleeren Raum. In diesem Sinne: Bildet Banden!