Bullen gehen mit Messer auf Antifas los

Regelmässige indy-Leser_innen werden das schon wissen. Am 5.7 dieses Jahres erlitten zwei Genoss_innen bei einer Antifademo Stich- bzw. Schnittverletzungen. Vieles deutet darauf hin, dass sie von Polizist_innen mit einem Messer attackiert wurden. Ein Bericht der Oldenburger Rechtshilfe (pdf) beschreibt die Vorfälle minutiös:

Etwa um 16:15 Uhr befindet sich eine Sanitäterin (in Folge „A.“) in den ersten Reihen der DemonstrantInnen. Als die Polizeiketten aufgelöst werden, bewegt sie sich mit dem Strom der DemonstrantInnen auf den Bahnhofsvorplatz zu. Unter der Überbauung im Ausgangsbereich der Straße drängen sich Polizeibeamte in die Menge. Dabei gerät A. zusammen mit einer ihr unbekannten jungen Frau zwischen zwei Gruppen von Polizeibeamten. Nach ihren eigenen Aussagen ist A. ausschließlich von Polizisten umgeben, als sie ein „Aufblitzen“ sieht und einen Schmerz im linken Brustbereich verspürt. Als sich eine Lücke zwischen den Beamten auftut, bewegt sie sich wieder zurück zum Lautsprecherwagen. Auf dem Weg sieht sie nach ihrer Verletzung, Sie bemerkt eine Schnittverletzung im linken oberen Brustbereich, die nicht sehr stark blutet. Sie versorgt die Wunde selbst mit einem Pflaster und begibt sich zum Lautsprecherwagen. Dort erhält sie bei einem weiteren Vorstoß eines Trupps der Einheit (A) auf den Lautsprecherwagen einen Tritt in den Bauchraum, der sie zu Fall bringt und mit dem Hinterkopf auf den Boden aufschlagen lässt. Infolge dessen verliert sie das Bewußtsein.
[…]
Bei der Schnittverletzung handelt es sich um eine ca. 4 cm lange, annähernd waagerecht verlaufende Wunde auf
der linken Brustseite, ca. 5 cm seitlich der Brustbeinmitte, knapp oberhalb des Brustansatzes. Die Wunde weist
glatte Wundränder auf, was auf einen Schnitt mit einem sehr scharfen Gegenstand schließen lässt. Die Tiefe der
Verletzung ist unbekannt. Eine Röntgenaufnahme im Evangelischen Krankenhaus ergibt allerdings keine
Verletzung der unterliegenden Rippen. Da die Wunde am dritten Tag der Verletzung wieder zu bluten begann,
musste sie im Klinikum Bremen-Mitte mit fünf Stichen genäht werden. (Materialien 4.6)

Gegen 16:19 Uhr bewegen sich die auf dem linken Gehweg an der Ecke des Parkplatzes versammelten Beamten der Einheit (A) zurück Richtung Bahnhofsplatz. Dabei drängen sie eine Gruppe von DemonstrantInnen zurück, die sich auf dem Gehweg befindet. In der ersten Reihe der DemonstrantInnen befinden sich C. sowie drei unbekannte Personen. C. erwähnt in seiner Beschreibeung der Situation eine schwarzhaarige Frau, die direkt neben bzw. vor ihm gestanden habe. (Videoaufzeichnung – Materialien 4.7. Abb. 13-15)
C. sagt aus, dass die Beamten Tonfas einsetzten, um die DemonstrantInnen zurückzudrängen, und dass dann ein
Beamter, der ihm direkt gegenüber stand, an seinen Gürtel griff und ein Messer mit einer etwa 10 cm langen
Klinge zog. Mit dieser habe er ihm zwei Mal in den linken Unterarm geschnitten. In dieser Situation sei er mit
seinem Nachbarn eingehakt gewesen.
Mehrere Personen haben beobachtet,dass C. nachdem sich die Einheit (A) aus der Kaiserstr. zurückgezogen hatte, C. höchst aufgeregt im Bereich Kaiserstraße/Moslestraße herumgelaufen sei, immer wieder rufend: „Die Bullen haben mich geschnitten!“ (nach 16:21 Uhr)
[…]
Der Sanitäter, der die Wunde vor Ort versorgte, beschrieb „ zwei ca. 4 – 6 cm lange, exakt parallele, ca. 1 – 1,5 cm tiefe (bis in die Subkutis reichende) Schnitte am Unterarm links außen, sauberer Schnitt“ Die gerade, glatte Schnittführung lässt auf die Verletzung mit einem scharfen Gegenstand schließen. Die Verletzung durch einen Sturz o.Ä. erscheint als äußerst unwahrscheinlich, zumal keine weiteren Verletzungen (z.B. Schürfwunden) vorlagen.
Die exakt parallele Schnittführung lässt zudem die Vermutung zu, dass der Täter im Umgang mit einem Messer
als Waffe trainiert ist.

Der oder die Täter_innen brauchen sich im Moment nicht zu fürchten. Anstelle ergebnisoffen auch gegen die Polizei zu ermitteln, wurde gegen eine der verletzten Personen Anzeige gestellt – wegen „Vortäuschung einer Straftat.“ Die OldenburgerPolizei folgt damit demm sattsam bekannten Muster, auf Anzeigen wegen Straftaten im Amt grundsätzlich mit einer Gegenanzeige zu reagieren.
Angesichts des starken Corpsgeistes in der Polizei, und des offensichtlich fehlenden politischen Willens, ist eine juristische Aufarbeitung zunächst mal eher unwahrscheinlich. Der Bericht der Oldenburger Rechtshilfe gibt aber durchaus Material her, um den Vorfall öffentlich zu thematisieren und Druck aufzubauen. Daher: spread the word!


4 Antworten auf “Bullen gehen mit Messer auf Antifas los”


  1. 1 medium 16. September 2008 um 12:12 Uhr

    Unter diesen Artikelt absurde Google-Werbung:

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  2. 2 Bikepunk 089 16. September 2008 um 15:10 Uhr

    google ads zeigt mein browser nicht an. Aber wenn google wirklich gut wäre, würden sie Werbung für Schutzkleidung schalten.

  1. 1 Messerstechende Bullen « Medium Pingback am 15. September 2008 um 16:30 Uhr
  2. 2 Weihnachten? | Ennos Testwelt Pingback am 15. September 2008 um 19:56 Uhr
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