Diverses gegen 1000 Kreuze

In Berlin hat sich mittlerweile ein Bündnis gegen den dortigen 1000 Kreuze Marsch gebildet – no 218, no fundis!
Auch wenn es für meine Wette mit im*moment*vorbei nichts gutes verheisst, ist es doch schön unter so einem Aufruf eine so erkleckliche Unterstützer_innenliste zu sehen.
Auf indymedia ist ein Bericht erschienen, in dem detailierter darauf eingegangen wird wie weit rechts viele Abtreibungsgegner_innen stehen. Da wundert es auch nicht, dass sich Münchner Nazis am 1000 Kreuze Marsch beteiligen wollen.
Auch die Maedchenmannschaft will gegen ein Abtreibungsverbot mobil machen. Hier wird der Zusammenhang zwischen der einheitlichen Richtlinie, die die EU-Staaten anstreben und den vermehrten Aktivitäten der anti-choice Aktivist_innen gezogen.

Wie Bevölkerungspolitik in Deutschland aussieht, beleuchten zwei Artikel im Mädchenblog: Zum einen über spezielle Tamagotschis, die den Unterschichtsfrauen das Kinderkriegen ausreden sollen, zum anderem über die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln für Hartz vierer_innen.


7 Antworten auf “Diverses gegen 1000 Kreuze”


  1. 1 auch nett... 09. September 2008 um 13:43 Uhr

    Die “Freien Nationalisten München” hatten Anfang September dazu aufgerufen, eine Kundgebung der Organisation “EuroProLife” zu unterstützen. Ex-JN-Bundesvorstand Philipp Hasselbach trieben dabei allerdings offenbar weniger ethische Bedenken gegen Abtreibungen, sondern ihm geht es – wie für Neonazis üblich – um das Volk. Das deutsche Volk genauer gesagt. Ein Lehrstück der völkischen Argumentation, das die Ideologie der Ungleichwertigkeit genau darlegt. Den Abtreibungsgegner scheint das herzlich egal zu sein. Auf Anfrage zu der Unterstützung durch die “Freien Nationalisten” schrieben sie:

    “EuroProLife ist eine reine Gebetsvereinigung, die in keiner Weise politisch aktiv ist. Wir möchten betonen, dass wir unsere Veranstaltung als Gebetsprozession und nicht als Demonstration betrachten. Jeder, der von Herzen in diesem Anliegen mit uns mitbeten möchte, ist willkommen.”

    Statt mit radikalen muslimischen Antisemiten nun doch lieber eine Querfront mit radikalen Christen. Wenn sich da mal nicht neue Aktionsformen und Sprüche für die Neonazis anbieten: “Im Gebet gegen ein Scheiß System!” beispielsweise.

    http://npd-blog.info/?p=2139

  2. 2 Bikepunk 089 09. September 2008 um 14:04 Uhr

    Dass den anti-choice Leute auch Faschos als „Mitbeter_innen“ recht sind hat vielleicht auch damit zu tun, dass das noch nicht genug skandalisiert wurde. Warten wir ab, was die in ein paar Wochen dazu sagen.
    Es ist auf alle Fälle interessant, wie die Fundis ihr rechtsoffenheit hinter einer vorgeblich apolitischen Haltung (Gebetszug, keine Demo) zu tarnen versuchen.

    Der Satz „Statt mit radikalen muslimischen Antisemiten nun doch lieber eine Querfront mit radikalen Christen.“ ist Blödsinn, genau diese Münchner Faschjos hatten ja auch den „nein zur Moschee“ Wahlkampf der BIA unterstützt – im Zweifelsfall ist bei denen der Rassismus immer stärker als das Interesse an einer Querfront mit Muslim_innen.

  3. 3 Entdinglichung 09. September 2008 um 15:11 Uhr

    sogenannte radikale „LebensschützerInnen“ aus dem protestantisch-fundamentalistischen Spektrum hatten in den USA in den 1990ern Jahren auch kein Problem mit einigen Nazis und anderen White Supremacists zusammenzuarbeiten, obwohl von letzteren Statements bekannt waren, welche aussagten, dass mensch im Falle von „Nichtweissen“ Abtreibungen nicht nur befürwortet sondern diese am liebsten zur Pflicht machen würde (Quelle kann ich raussuschen) … letztendlich die Fortsetzung einer Kooperation zwischen Gruppen und Individuen aus beiden Strömungen aus der Zeit der afro-amerikanischen Civil Rights-Bewegung

  4. 4 Bikepunk 089 11. September 2008 um 15:41 Uhr

    Hier nun die mobilisierungsseite für den 4.10: asabm.blogsport.de – antisexistisches Aktionsbündnis München.

  5. 5 vik 23. September 2008 um 16:07 Uhr

    Aktuell findet in den USA eine riesige Mobilisierung der Abtreibungsgegnergruppen statt: 40 days for life. Akkordierte Klinikbelagerungen sind in mehr als 170 Städten in den USA und Kanada geplant!
    xxx.www.40daysforlife.com/about.cfm
    Involviert sind hier altbekannte Gruppen, darunter selbstverständlich auch HLI und Philipp Reilly, der „Erfinder des Sidewalk-Counseling“, also des Terrors gegen Frauen und Mädchen vor Arztpraxen und Kliniken.

    Die Praktiken von HLI in z.B. Österreich verwendet in Deutschland der HLI-Ally „Helfer Gottes kostbarer Kinder“, die sogenannte „Jugend für das Leben“ gibt sich in Österreich von HLI unabhängig (was selbstverständlich nicht stimmt!) und gehört in Deutschland zu AlfA – Aktion Lebensrecht für Alle. Die deutsche „Jugend“ wirbt für die Methoden a la „Helfer“ oder HLI/Ja zum Leben: „Wir fangen die Frauen vor den Kliniken ab!“

    In Österreich existiert seit 2007 eine Partei, die zu den Nationalratswahlen Ende September 08 bundesweit antritt. Auch hier sind die Vernetzungen zu HLI evident! Die Partei hat ein rechtsextremes Frauen- und Gesellschaftsbild. (Jahrzehnte lange) Kontakte des Parteichefs der „Christenpartei“ – des Anwalts Dr. Alfons Adam – zu Rechtsextremen in Deutschland und der Schweiz sind nachweisbar.
    Auch wenn das Fußvolk der 1000KreuzeMarschierer noch so harmlos aussehen mag, ihre FührerInnen sind es keineswegs!

    Viel Erfolg und Power für die Gegenaktionen in München!

    Details zu den Machenschaften von HLI und Co auf: http://www.die-abtreibung.at.tf

  1. 1 20.9. vs §218 - stand der dinge « im*moment*vorbei Pingback am 08. September 2008 um 22:47 Uhr
  2. 2 neu in der linkliste « im*moment*vorbei Pingback am 10. September 2008 um 23:03 Uhr
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