„Also, ich kaufe da nicht mehr ein.“

Also, ich kaufe überhaupt nichts mehr bei , weil die sozialpolitisch katastrophal sind. Ich find einfach nicht richtig was die machen. Und Discounter kommen mir auch nicht in die Tüte. Klar, für dich ist das nichts, mit Hartz IV und so, aber wir gucken schon darauf was wir so einkaufen.

Mir hat selten jemand so unbeabsichtigt offen erklärt, was individualisierter Boykott letzlich ist – Gewissensberuhigung für besserverdienende. Die zitierte Person ist Mitglied in der SPD und trägt Hartz I – IV voll mit, dann die Sozialpolitk einer einzelnen Firma zu kritisieren ist dan schon superdreist.


5 Antworten auf “„Also, ich kaufe da nicht mehr ein.“”


  1. 1 revolution 07. August 2008 um 10:46 Uhr

    ist das nicht bei diesen ganzen ‚polit‘-konsum geschichten das selbe? also bio, fairtrade usw.? das können sich im normalfall nur besserverdienende leisten und schlussendlich wird grundsätzlich gar nichts verändert, sondern nur durch den dickeren geldbeutel ein gewisses wohlfühl-feeling mitgekauft. moralische beruhigung für besserverdienende.

  2. 2 Bikepunk 089 07. August 2008 um 11:09 Uhr

    Kommt im Einzelfall drauf an. Bei Cafe Libertad z.B. geht die Kohle an sinnvolle Strukturen. Und der Kaffee ist lecker.

  3. 3 blafoo 07. August 2008 um 13:38 Uhr

    Mhm… Vegetarismus/Veganismus scheint mir einer der größten Boykotte zu sein. Da seh ich das Argument nicht, vermutlich kann man Vegan ziemlich billig leben. Mein Rumpsteak gestern hat fast 6 Euro gekostet. Oder ist das hier schon nicht mehr „individualisiert“?

  4. 4 revolution 07. August 2008 um 14:41 Uhr

    @bikepunk Geld in vernünftige politische Strukturen zu stecken ist sicher sinnvoll, aber das Konzept bei so Kaffee bspw. ist doch gerade aus dem linken Szenesumpf raus zu kommen und auch Normalos so ne Unterstützung durch den vermeintlichen moralischen Gewinn schmackhaft zu machen. Ich zumindest gebe Geld an polit. Strukturen auch ohne Gegenleistung, wenn ich das für sinnvoll halte. Die Frage nochmal anders gestellt: Wird denn das Konzept von politischem Konsum als Möglichkeit die Weltzu verbessern besser, nur weil das Geld ausnahmsweise mal in vernünftigen Strukturen landet? Dieses ‚richtige Leben‘ in den falschen Verhältnissen ist zumindest mir äußerst suspekt.

  5. 5 Bikepunk 089 08. August 2008 um 11:06 Uhr

    An Konsum führt kein Weg vorbei, „politischer Konsum“ kann dann die am wenigsten blöde Variante sein. Problematisch wirds, wenn dass auf einmal als „Weltverbessern“ durchgeht, und andere Praxis und Auseinandersetzung ersetzt.

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