Salzburg: „Linke Milizionäre“ gegen Lebenschützer_innen

Wie schon mal erwähnt, findet am 4.10 in München ein sog. „1000 Kreuze für das Leben“ Marsch christlicher Abtreibungsgegner_innen statt. Vergangene Woche war so ein Marsch in Salzburg, hier sieht mensch schon mal was München so erwartet:

Wie in England oder Berlin „erwartete man tausende Lebensschützer“, gekommen sind dann nur 100-120 Leute, was aber auch nicht wenig ist und doch auffiel. Dazu muss man allerdings sagen, dass sie ne Menge Leute aus Deutschland, vornehmlich aus München wo zuvor auch schon ne Gebetspause stattfand (hxxp://www.kostbare-kinder.de/files/gebetszug_flyer_1.pdf), mit Bussen herangekarrt hatten.
[…]
Jedenfalls sind sie mit viel Brimborium und geschulterten Kreuzen vom Domplatz weg, durch die Innenstadt, rauf zum Landeskrankenhaus wo Abbrüche stattfinden, dort dann ein erstes Kniegebet hinlegten, weiter über die Salzach hin zur Staatsbrücke wos dann wieder auf die Knie sind, dann Blumen für jedes „ermordete Kind“ in den Fluss warfen und dabei nen Vornamen aufsagten (völlig irre!!).
[…]
Entlang ihrer Route waren auch noch Plakate angebracht, die Laun mit einem Pandabären mit rosa Armreifen zeigen, der dem predigenden Wicht einen in die Eier haut…drauf stehen tut: „AbtreibungsgegnerInnen wegschubsen!“ und informiert über das gruselige Happening jeden ersten Samstag eines Monats vor dem LKH (Kniegebet einmal im Monat). Die Mitverantwortlichen versuchten dann auch gleich sie runterzukratzen (siehe Bild). Scheint also, dass das Plakat ganz gut bei denen ankommt :) Was auch gut einschlug war ein großes Transpi, dass mensch in ansehnlicher Höhe quer über den Müllnersteg spannte. Drauf stand: „HÖLLE der Vernunft“ und unten durch gelatscht mit Kreuzen ist die Meute dann auch….hahahahahaha. Am anderen Ende der Brücke wurden sie dann mit dem bereits beliebten Transpi „Hätte Maria abgetrieben wärt ihr uns erspart geblieben“ empfangen was mancheR augenscheinlich den Rest gegeben hat: „Das meint ihr also mit Vernunft wenn man nicht mal ne vernünftige Antwort auf eine Frage bekommt“ -> blickt auf das „Maria-Transpi“ -> blickt auf grinsende TranspihalterInnen -> Gesicht fällt zusammen, geradezu bleich wurde es und geht weg ohne Worte.

Wir werden am 4.10 also viel Spass haben können. Die Wirkung auf die Christenfundis war wohl ganz gut, in einem Videobeitrag (xxxx://xxx.gloria.tv/?video=oibei1udb4fxsfufllte) heisst es:

Ferner spannten die Vertreter der Kultur des Todes auf dem Weg der Beter ein Transparent mit der Aufschrift „Hölle der Vernunft“ auf. Sie zwangen die Beter, unter dem handgeschmierten Plakat durchzulaufen. Bei einem späteren, zweiten Versuch, die Gläubigen unter ihr Banner zu zwingen, blieb der Gebetszug stehen. Erst als Polizisten anmarschierten, rückte die linken Milizionäre ab.

Die Christenfundis sind ein leichtes Ziel für allerlei derbe Spässe, warum sollten wir das nicht auch am 4.10 nutzen?

Nachtrag: Fast hätte ich das tolle Plakat vergessen. Go Panda!
Abtreibungsgegner_innen wegschubsen


4 Antworten auf “Salzburg: „Linke Milizionäre“ gegen Lebenschützer_innen”


  1. 1 Bikepunk 089 06. August 2008 um 21:57 Uhr

    Auch das rechte Katholikenportal kreuz.net berichtet. Hier ist die verwendete Bezeichnung für die Genoss_innen „Lebensfeinde,“ auch für die kreuz.net Schreiberlinge scheint das Höllentranspi ganz besonders schlimm gewesen zu sein.
    In diesem, wie in einem von dort verlinkten Bericht, betont kreuz.net die „Gewaltbereitschaft“ und Agressivität der linken, ein weiterer Baustein in deren Feindbildpflege.
    hxxp://www.kreuz.net/article.7606.html

  2. 2 medium 07. August 2008 um 12:42 Uhr

    genau so eine Geschichte gab es auch schon 2006 in München. Hab grad n paar Fotos davon gefunden. Schien recht groß gewesen zu sein:
    http://augenzeuge.stern.de/fc/user/46789/

  3. 3 NTist 08. August 2008 um 10:08 Uhr

    1000 Kreuze???
    Die Reaktionären Kreise der „Lebensschützer“

    Mit „1000 Kreuzen für das Leben“ wollen sie am 4. Oktober in München
    aufmarschieren: radikale Abtreibungsgegner aus mehreren Ländern, die
    sich selbst „Lebensschützer“ nennen und es sich zum Ziel gesetzt haben,
    Frauen das Leben möglichst schwer zu machen. Ihre Angriffe auf das
    Selbstbestimmungsrecht von Frauen, schwanger zu werden oder eben nicht,
    gehen mit einer völkischen Propaganda vom „Aussterben“ der „Deutschen“
    ebenso einher wie mit homophober Hetze. Nach den Debatten um den §218
    StGB Anfang der neunziger Jahre mögen die Abtreibungsgegner aus der
    öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sein, tatsächlich haben sie ihre
    Strukturen gefestigt, neue Bündnisse gebildet und kämpfen längst wieder
    erfolgreich um Einfluß auf offizielle Politik und gesellschaftliche
    Diskurse. Höchste Zeit, um sich der „Lebensschützer“-Szene aus
    antifaschistischer und queerer Perspektive zu widmen. Die Münchner
    Gruppen hinter dem reaktionären „Tausend-Kreuze“-Marsch und aus dem
    „Lebenszentrum“ in der Westendstrasse und ihre antiemanzipatorische
    Ideologie werden ebenso wie die Verbindungen zur extremen Rechten beim
    Antifa-Café beleuchtet werden. Und als Antifas wollen wir an die
    Notwendigkeit erinnern, dem antifeministischen Rollback und der
    Heteronormativität den Kampf anzusagen…

    Außerdem wie immer Antifa-News und -Stammtisch, Info- und Büchertische,
    gute Musik und kühle Getränke. In der Küche zaubert das Kulinariat.

    Donnerstag, 4. September 2008 – 20 Uhr
    Antifa-Café im Kafe Marat, München
    Thalkirchnerstraße 104/II
    Vortragsbeginn: 21 Uhr
    www.antifa-nt.de

  1. 1 Berlin stinkt ab! - Wer wettet mit? « bikepunk 089 Pingback am 14. August 2008 um 17:35 Uhr
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