Archiv für Juni 2008

Rematch im Fahnensport!

„1021, wir singen 1021 …“ hiess es vor zwei Jahren in Nürnberg – die dortigen Genoss_innen hatten etwas Volxsport betrieben, und eben so viele Schlandfahnen eingesammelt und den Flammen übergeben. Auch in anderen Städten wurden Schlandfahnen gesammelt und puttgemacht, laut indymedia z.B. 967 in Bremen, in Berlin will eine Team alleine 1500 Schlandlappen gesammelt haben. Anderswo wurden Leute destruktiv-kreativ, und verwandelten die Schlandlappen in schwarzrote Fahnen.
Und München? Eine kurze Umfrage im Bekanntenkreis ergab: Die Fränk_innen hätten wir schon schlagen können, mehr als Tausend Fahnen gab es sicher. Leider wurde es verpeilt, eine kleine Feier um deren Vernichtung herum zu organisieren. Aber die EM läuft, und die Sammelei auch. Natürlich gilt es, sportlich fair zu bleiben, und nicht Fahnen die seit der WM in diversen WGs vor sich hin modern zu verwenden.

Auch verschiedene rechte Sturmgeschütze haben den Fahnensport entdeckt: Der Focus beschreibt ihn als Kitt des linken Wirr-Gefühls, Die Bild findet das urinieren auf Schlandfahnen Schwarz-rot-GESCHMACKLOS
(via waiting, hier findet sich auch Abriss dazu wie hohl das nattionale Wir-Gefühl faktisch ist.)

Selbstverständlich (wir leben hier immerhin in Deutschland) ist der Fahnensport verboten, unter anderem als „Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole“. Hierzu will ich euch allen die Prozesserklärung einer Genossin ans Herz legen, die wegen rufen der Parole „BRD, Bullenstaat, wir heben dich zum kotzen satt“ angeklagt wurde (kein Witz):

Jenseits der Frage, was ‚Verunglimpfung‘ überhaupt sein soll – es wird wohl sowas wie Beleidigung sein – muss mensch doch bezweifeln, dass ein Staat – ein Konstrukt! ein Gebilde! – überhaupt Gefühle haben kann, wie sollte er sich verunglimpft oder beleidigt fühlen??

Es wird aber von diversen Staatsuntertanen die Meinung vertreten, dieser genannte Spruch verunglimpfe – was ist den eigentlich verglimpfen??? – den Staat. Bei exakt der selben Sorte Leuten muss mensch jedoch feststellen, dass sie selber keine Probleme haben, andere Menschen als Chaoten zu beleidigen, willkürlich zu beschimpfen, zu diffamieren, zu verprügeln, anzuklagen, zu verurteilen, zu schikanieren. Alles im Namen eines Staates, der wegen eines kleinen Spruches jetzt die beleidigte Leberwurst macht. Eine ganz schöne Mimose dieser Staat!

1. Mai Nachlese

Viele aus München waren am ersten Mai in Nürnberg, bei der guten Demo und bei den frustigen Versuchen, an x Bullenabsperrungen vorbei auf die Naziroute zu kommen und selbige zu blockieren. Auf zwei Nettigkeiten davor und danach will ich nochmal hinweisen.
Zum einem auf die Vordemo, bei der die Stadt aufgefordert wurde den Nazis nicht unbedingt den roten Plüschteppich auszurollen. Der erste Mai selber hat gezeigt, dass es nicht gelungen ist genügen öffentlichen Druck aufzubauen. Aber eine öffentliche Auseinandersetzung darüber, wie ausgeprägt der politische Wille bei Polizei und Stadtspitze ist, Naziaufmärsche zu ermöglichen ist überfällig.
Wie erwähnt, am Tag selber ging nicht viel gegen die Nazis. Die Bullen hatten einen Stadtteil mit mehreren Raihen Gittern abgesperrt, wohl vor allem um zu verhindern dass der bürgerliche Kundgebung mit Beckstein als Redner durch effektive Blockaden die Show gestohlen wird. Als Reaktion darauf ist dann wohl diese Street-Art Aktion zu sehen: „… haben AktivistInnen eine Parole am Rathenauplatz auf das Gebäude der bayrischen Beamtenversicherung gesprüht. Dort stand zu lesen: 1. Mai Nazis laufen dank Bullen und Stadt. Außerdem war die Nürnberger SPD-Zentrale Ziel eines Farbanschlags geworden, der auch das Glas der Tür nicht ganz ließ.

Nazikundgebung vor Marat geplant!

Für Freitag, den 13.06 (abends) planen Nazis eine Kundgebung vor dem linken Zentrum Kafe Marat. Die Faschoveranstaltung wird von Münchens „Autonomen Nationalisten“ gemeinsam mit der im Stadtrat vertretenen Bürgerinitiatva Ausländerstopp und der NPD durchgeführt und richtet sich gegen das Aida-Archiv und eine vermutete Verschwörung aus SZ und Antifa. Sei es als politischer Raum, sei als Ort für gute Konzerte – keine_r, der/die das Marat mag kann diese Provokation hinnehmen, soviel ist klar. Verbreitet die Info weiter und haltet euch auf dem Laufenden!

prozessfortführung

Der Prozess gegen R., den die Staatsanwaltschaft zu 110 Tagessätzen verknacken wollte, weil er als Anmelder einer Demo den Auflagenbescheid nicht dabei hatte, geht weiter – Am Dienstang, den 3.05, um 16:30 im Amtsgericht. Auch hier gilt: Betroffen ist einer, gemeint sind wir alle – also kommt auch alle zum Prozess!