Mixed picks #5 – alles ganz normal

Beim npd-blog wird die empirische Studie “Ein Blick in die Mitte. Zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellungen” zusammengefasst (die komplette Studie, pdf, 497 s.):

Das Problem liegt im Denken großer Bevölkerungsteile, nicht im Handeln kleiner ‘Randgruppen’. Unabhängig von Bildung, Alter, Geschlecht oder sozialem Status trifft man in Deutschland auf hohe Zustimmung zu rassistischen Einstellungen. […] Als Grund für die Probleme von Antinazi-Initiativen in Dörfern und Kleinstädten ermittelte die Studie ein Demokratiedefizit. ‚Andere Meinungen in wichtigen politischen Fragen werden kaum ertragen‘.

Diese unerträglichen Meinungen werden dann gerne als „Extremismus“ gelabelt. Diesen Unfug sein zu lassen fordert eine Initiative gegen jeden Extremismusbegriff aus Leibzig:

Als Argument für solche Maßnahmen wird immer wieder das Modell des politischen Extremismus angeführt. Dieses besagt, dass es eine demokratische Mitte der Gesellschaft gäbe, die durch extremistische Ränder bedroht sei. Diese klare Aufteilung verharmlost Rassismus, Antisemitismus und andere Ungleichwertigkeitsideologien, die sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche ziehen, oder blendet sie gänzlich aus. (Klick)

Was macht dieser Rassismus mit den Leuten aus der Mehrheitsgesellschaft? Katunia erklärt einen Ansatz, dieser Frage nach zu gehen:

(Critical) Whiteness ist in erster linien eine (kritische) positionsbestimmung in einem sozialen raum*, z.b. in der deutschen gesellschaft. dabei geht es darum, sich als weiße_r mal selbst auf die perspektive / die privilegien / die fingerlein zu schauen und eben nicht darum mit den eigenen fingern auf die anderen zu zeigen. […] paradoxerweise sind solche konstrukte wie mann/frau/weiß/schwarz „harte realität“ und lebens“wirklichkeit“: sie sind wirksam. und zwar gerade dann, wenn sie nicht benannt sind!