Archiv für Mai 2008

bimovie

Am Samstag (31.05) started das diesjährige Bimovie Frauenfilmfest. In den letzten Jahren waren immer ein paar interessante Sachen dabei.

Demmo

Wer jetzt noch nicht weiss, dass am Samstag die erste grosse Demo gegen das geplante bayerische Versammlungsgesetz ist, weiss es jetzt. Um 14:00 am Sophie-Scholl Platz (Universität).

Konzerte!

Heute (Mi., 28.05) spielen Subsistance (HC-Punk, Kanada) & The Fine Print (Punk, Regensburg) im Marat auf, am Freitag (30.05) ist dann das Infoladenfest – Mit Kurzer Prozess (Hip Hop, Nürnberg) und Lecsa Punk (Punk, Ungarn). Wird fett.

Antifa heisst …

Letzten Herbst veröffentlichte die Kampagne NS Verherrlichung stoppen! ihren Text Antifa heisst … !, eine Kritik an der derzeit praktizierten Antifa-Arbeit. Alle organisierteren Antifas haben sich wahrscheinlich schon zehmal die Köpfe darüber heiss geredet, allen anderen will ich den Text mal ans Herz legen.

auf nach Bamberg!

Am kommenden Wochenende findet der Bundeparteitag der NPD statt. Die NPD ist momentan zerstritten und krisengebeutelt, wenn sie jetzt also bei ihrem Parteitag reell gestört werden macht das schon was um. Dafür, dass das klappt spricht dass aus 5 Städten Busse anreisen – vor Ort sind wir also tendenziell viele organisierte Genoss_innen. Den Zugtreffpunkt für München erfahrt ihr wie üblich erst kurz vor knapp. Weiteren Lesestoff findet ihr auf Nazis minus stoppen punkt mobi.

Rassistische Angriffe in Südafrika

Seit letzter Woche wurden in verschiedenen Townships, scheinbar vor allem in der Nähe von Johannesburg, 13 Menschen bei rassistischen Angriffen gegen Immigrant_innen aus afrikanischen Ländern ermordet.
Ein Artikel aus der Times erklärt die Ausschreitungen so:

When liberation arrived, South Africa’s working class saw a better future for themselves. Progressive labour laws were enacted, trading opportunities opened up in parts of the cities and towns from which black people had been barred, and they had access to services they previously did not have. Life, they believed, was going to be better for all.
They did not count on the flood of people who would descend on the country in search of that same better life.
The stories of how the competition for resources created this resentment are well documented.
Immigrants were willing to work longer hours for less money and in less conducive conditions than the rights- conscious South Africans. On the pavements, the hawkers resented competing with the new arrivals. Unscrupulous officials accepted bribes from South Africans and foreigners to jump housing and other queues. The fact that municipalities were failing dismally to deliver services did not help.
At first, the incidents were sporadic and sparked by ridiculous disputes over double-timing lovers or shebeen-bill quarrels. There was even that famous incident in Durban a few years ago, when a foreigner was beaten up for hogging a payphone.
“First you took our jobs, then you took our women, now you are also taking our phones,” the victim remembered his attackers saying.
One of the reasons we did not see it coming is that South Africans have generally been tolerant, and co-existed with the newcomers. It was more about resentment than hatred and xenophobia. We crossed that line this week and became a xenophobic people.
If we want to nip this xenophobia in the bud, we need to rethink our national identity.
The millions of Bangladeshis, Somalis and Zimbabweans in our towns are never going home. This is their home now. They are part of our diversity.
This is not to say we should just open our borders. Border control is something we should be tightening anyway, for purposes of national security and crime control.
But dispatching policemen to conduct foreigner hunts on the streets, and detaining people in inhospitable camps before loading them onto trains is inhumane. It fosters xenophobia by sending a message that “these people do not belong here”.

Die Zabalaza Anarchist Communist Front (ZACF) stellt einen Zusammenhang zwischen den global gestiegenen Lebensmittelpreisen und den Ausschreitungen her, und entwickelt folgende Perspektive:

The insane increase in food prices is a global crisis, and is meeting with global resistance. Throughout the world, workers, peasants and the poor face starvation as World Bank structural adjustment programmes, trade agreements prepared by and for the capitalists, oil profiteering, biofuel programmes that seek to evade the energy crisis by burning food, and price fixing so plainly criminal that even the South African state has felt obliged to fine food company Tiger Brands nearly R100 million (a mere 4.5 percent of these robbers‘ 2007 profit of R2.24 billion, bringing no relief in the price of bread), are united in a single onslaught of plunder and starvation.
But the people are fighting back. Workers and the poor have rioted from Egypt to Mozambique, from Haiti to the Philippines. In Haiti and in Cameroon, these actions have forced the state to cap food prices.
The ZACF supports Cosatu’s demands to defend workers and the poor against food inflation. And we go further. We declare that by taking to the streets, the working class can win a price cap on all basic food.
In struggle the workers can unite. In struggle the workers of the world can defeat the capitalist plunderers who would starve us all to death if they could make a profit from it. In struggle the workers can reach beyond small differences of nationality, can topple the tyrant Mugabe as we toppled the tyrants of the apartheid regime, can build a world where neither boundary fence, nor plundering mielie merchant, nor policeman of hatred, will deprive us of our needs and hold us in terror.

Wenn wer weitere Analysen findet, immer her damit.

Schickes Video …

Bruno ist zurück, und kämpft mit uns gegen das neue Versammlungsrecht … dann muss es ja klappen. Klick!

Nazis über NASOFI

Die Sau, die zur Zeit durchs Dorf getrieben wird trägt den sperrigen Namen „Nationale Sozialisten für Israel.“ Zum Einstieg empfiehlt sich der Artikel im NPD-blog, Überlegungen dazu, inwieweit das vielleicht ein Fake ist findet ihr bei Classless. Wendy hingegen ist die Frage „Fake oder nicht“ egal, wie Nachdenklich setzt er_sie auf die Vermittlung von Inhalten und Klassenkampf, anstelle von inhaltsleeren Symbolen und Ritualen. Schildkröte schliesslich erklärt den Faschos, dass es Nationen eigentlich nicht gibt (wurde auch Zeit, das denen mal wer Bescheid gibt), und Elser verspottet Antideutsche. Und wie diskutieren die Nazis über ihre angeblichen Israelsolidarischen Kameraden?

Nach Überfliegen von Altermedia-Kommentaren & einem Forenthread (Wikingerversand) finden sich, in absteigender Häufigkeit, folgende Einschätzungen.
Viele Schreiberlinge scheinen die NASOFIS für einen Fake zu halten. Die Einschätzung wird meistens nicht begründet, es scheint einfach bei vielen dem Bauchgefühl zu entsprechen dass die NASOFIS eine Erfindung der Antifa sind. Zum Teil wird damit argumentiert, dass die noch niemand live mit Fahne auf einer Demo gesehen hätte.
Fast so viele Nazis können sich zumindest vorstellen, dass „nationale Wirrköpfe“ hinter den NASOFIS stecken. Hier wird einerseits auf „Autonome Nationalisten“ (AN) verwiesen, „die zusammen mit der Antifa die NPD angreifen“ (altermedia Kommentar) würden, sowie auf diverse Querfront-Projekte. Alle, die die NASOFIS in diese Ecke rücken, scheinen mit AN, bzw. Querfront nichts anfangen zu wollen.
Eine ähnliche Argumentation verweist auf PI und andere antimuslimische Gruppen, zumindest unter den altermedia Kommentator_innen scheint PI (obwohl verweinzelt in antisemitscher Manier als „Judenpresse“ bezeichnet) angesehener zu sein als AN.
Einige Nazis hetzen in wüster antisemitischerr Manier, warum NSler niemals solidarisch mit Jüd_innen sein könnten. Diese Kommentare sind aber erstaunlich selten, die gehen meistens einher mit der Einschätzung „Fake“, oder der Forderung die „Abweichler“ an die Wand zu stellen, vierzuteilen, o.ä..
Häufiger sind Kommentare, die mit Verweis auf angebliche Zusammenarbeit zwischen dem NS-Faschismus und der zionistischen Bewegung erklären, warum ihre israelsolidarischen (Ex-) Kamerad_innen so ticken. Die wenigsten Faschos scheinen in der Lage zu sein, die völkische Logik der NASOFIS intellektuell nachzuvollziehen, und dann zu kritisieren oder gutzuheissen. Eine Sub-Diskussion dreht sich um die Frage, ob der antimuslimische Rassismus derzeit wichtiger ist als der Antisemitismus.
Kommentare, die sich mit dem Inhalt der NASOFIS befassen, und nicht mit Spekulationen darüber wer die sind, scheinen am Anfang sehr selten gewesen zu sein, und kommen im Laufe der Zeit häufiger vor.

Ein vorsichtiges Fazit – Die Nazis sind im grossen und ganzen intellektuell überfordert, was mensch daran sieht dass die Inhalte der NASOFIS wenn überhaupt auf einer anekdotischen Ebene diskutiert werden. Die Widersprüche in ihrem völkischem Weltbild, die die NASOFIS eigentlich verdeutlichen, erkennen sie jedenfalls nicht. Dass die pro-Israel Nazis den grossen Spaltpilz unter die Faschos tragen bezweifle ich. In den Diskussionen zeigen sich aber ältere Spaltlinien ganz deutlich, z.B. zwischen NPD und AN. Wann diese Streitereien auch wieder zwischen der Münchner NPD und ihren AN Wahlhelfer_innen ausbrechen ist nur eine Frage der Zeit. Zum Beispiel dann, wenn AN-Kader Hasselbach seinen Leuten erklären soll, warum sie sich am (von Münchner NPDlern organisierten) Bayerntag der NPD beteiligen sollen, und nicht an der Konkurenzveranstaltung „Frankentag.“ Deren Programm ist viel klarer auf ein Nazipublikum zugeschnitten, im Vergleich zum eher an Familiern orientierten Bayerntag.

Quellen, die xx in urls durch tt ersetzen:
„Nationale Sozialisten für Israel“:
hxxp://nasofi.blogspot.com/
Altermedia: „Nationale Wirrköpfe oder Fake?“
hxxp://de.altermedia.info/general/nationale-wirrkopfe-oder-fake-160508_14227.html
Wikingerversand Forum „Vorsicht Fake:
hxxp://forum.wikingerversand.de/showthread.php?t=9270

„Nationale Sozialisten für Israel“

Bei den Faschos gibt es nichts, was es nicht gibt. Nachdenklich hat eine israelsolidarische Faschogruppe entdeckt:

Dass die Völkischen auf die Idee kommen, dass auch das jüdische Volk seinen Platz in einer völkischen Welt haben sollte, ist nicht verwunderlich. Seltsam ist, dass es so lange dauert, bis die ersten Nazis* mit Israelfahnen herumwedeln. Gerade das Widersprüchliche macht doch für die neue Generation der NationalsozialistInnen wieder den Reiz aus.

Nachtrag: Elser hält das ganze für einen gelungen fake, die Nazis die im Wikingerversand-forum darüber diskutieren scheinen sich nicht so sicher zu sein. Bislang vollzieht dort niemand die Logik der pro-Israel Nazis nach, verschiedene Diskutant_innen sind aber auch nicht besonders überrascht.
Aber seht selbst:
hxxp://forum.wikingerversand.de/showthread.php?t=9270

3 mal Antirepression

Heute Abend (Mi, 14.05.08) spielen Jayne Wayne and the pink popes im Marat auf, das ganze für einen guten Zweck: Die Rote Hilfe. Morgen (Do. 15.05.08) ist eine wichtiger Prozess – R. wurde zu 110 Tagessätzen verknackt, weil er bei einer Kundgebung den Auflagenbescheid nicht dabei hatte. Dagegen – eine Vorstrafe wegen eines vergessenen Bescheides – hat er natürlich Widerspruch eingelegt, der wird morgen verhandelt – um 10:00, im Amtsgericht München, Nymphenburgerstr. Geht alle hin. Und am Freitag, 16.05.08, gibt es im Freitagskafe Infos über die 3 inhaftierten Hausbesetzer_innen und über Natalja, die seit der Siko im Bau sitzt.