Hoch die Trans-Inter-Anti!

Ich glaube, so was nennt sich Cut-up: einen Text aus lauter Schnippseln anderer Texte zu montieren. Die Idee hab ich von classless. Da es mir mehr darum ging, ein paar Standpunkte aneinander zu reiben als etwas kohärentes zu schreiben, schien mir das passend. An feedback bzgl. Stil und Inhalt bin ich interessiert.

Der Weg des alltäglichen Kampfes gegen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus usw. usf. ist unspektakulär, steinig, von Misserfolgen geprägt und deshalb oftmals frustrierend. Ungleich einfacher erscheint da doch der Weg der Identifikation mit einem mächtigen Akteur, der gewissermaßen stellvertretend für die deutsche Linke das durchzusetzen verspricht, wozu diese offenkundig außerstande ist. Dies gilt dabei für verschiedene linke Fraktionen durchaus gleichermaßen: Während die einen ihre enttäuschten revolutionsromantischen Hoffnungen auf mehr oder weniger emanzipatorische und heutzutage zumeist sehr fragwürdige Befreiungsbewegungen der Dritten Welt setzen, üben sich die anderen, die historische Konstellation des 2. Weltkriegs neu aufleben lassend, im virtuellen Schulterschluss mit der US-Army. […]Die Antiimps. Unter dieser Bezeichnung firmierte ein politisches Lager, das von 1977 bis 1990 die militanteste Fraktion der linken Szene Westdeutschlands bildete und sich im Verlauf der 1990er auflöste. […]
Speziell die Palästinasolidarität brachte durch die ihr eigene Umkehrung des Täter-Opfer Verhältnisses eine linke Spielart der deutschen Schuldabwehr hervor, die durch die unerschütterliche Selbstgewissheit, als Linke per definitionem frei von jeglichem Antisemitismus zu sein, ihre besondere Wirksamkeit erhielt. Derart hermetisch gegen Kritik und Selbstkritik abgedichtet, tat sich dann ironischerweise ausgerechnet die Linke durch eine besonders erbitterte Feindschaft gegen den neu entstandenen jüdischen Staat hervor. […] Aber für die Antiimps war eine knappe Dekade später die Israel-Feindschaft nur noch Bestandteil einer Agenda mit einer als gegeben angenommenen Feindliste, auf der Israel nicht einmal besonders wichtig war. Verschiedene Staaten wurden aufgrund der internationalen Rolle, die sie damals spielten, als imperialistische Frontstaaten angesehen und daher als Hauptfeinde: Die USA, alle südamerikanischen Diktaturen mit Chile und Uruguay an der Spitze, Großbritannien, Frankreich, die Bundesrepublik Deutschland, das Apartheid-Südafrika und Israel. […]
Über das Baskenland, Kurdistan, Irland oder Palästina schwadronierend, kann das in Deutschland vorerst nicht ohne weiteres mögliche Bekenntnis zu Volk und Nation ganz unbefangen artikuliert werden, und die Menschheit – entgegen jedem linken Anspruch – anhand wahnhafter Phantasmen über eingebildete Ethnien, Völker, Kulturen und ihre angeblich angestammten Lebensräume sortiert werden. […] Im Rahmen bewegungslinker Aufmerksamkeitsökonomien hat Mittelosteuropa – jedenfalls von einem deutschen bzw. westeuropäischen Standpunkt aus – noch nie sonderlich gut abgeschnitten. […] Ebenso war der Begriff der Antiimps von internationaler Solidarität keine Solidarität mit den armen Massen im Trikont im Allgemeinen, sondern primär mit bestimmten Guerrillabewegungen: Mit den Tupamaros in Peru und Uruguay, mit der Frente Polisario in Westsahara, mit dem ANC in Südafrika und mit der PFLP und DFLP in Palästina. Die sich aus der Palästina-Solidarität ergebende Israelfeindlichkeit hatte teilweise haarsträubende Ergebnisse, etwa eine Pro-Saddam-Haltung […]
viele der unmittelbaren problemlagen existieren im norden und süden gleichermaßen, das ist ein direkter effekt kapitalistischer globalisierung. exemplarisch seien die systematische zerstörung der existenzgrundlagen von kleinbäuerinnen und – bauern, die privatisierung von wasser, bildung, gesundheitsdienstleistungen etc. und die verschuldungsspirale öffentlicher haushalte genannt. und doch: so sehr die strukturellen gemeinsamkeiten herauszustellen und zur grundlage gemeinsamer kämpfe zu machen sind, die meist nicht minder großen niveau-unterschiede dürfen auch nicht aus den augen verloren werden: […] Unter dem Diktat von Weltbank und IWF wurden den in die Schuldenfalle geratenen Entwicklungsländern Strukturanpassungsprogramme aufgezwungen, die ihre gemischtwirtschaftlichen Sektoren zerstörten und die entlassenen Beschäftigten dem Elend des informellen Sektors oder dem Niedriglohndiktat einer exportorientierten Landwirtschaft bzw. der gewerblichen Produktion auslieferten. Zum Versuchslabor des Neoliberalismus wurde Chile unter dem Diktator Augusto Pinochet ab 1973 (15). In den 90er Jahren folgte eine zweite finanzpolitische Enteignungswelle, die die Unter- und Mittelschichten einiger lateinamerikanischer und südostasiatischer Schwellenländer verarmen lies (16). […] die weltweit vorangetriebenen liberalisierungs-, deregulierungs- und privatisierungsregime nehmen die patriarchalen geschlechterverhältnisse nicht nur als eine ihrer zentralen (aber ungenannten) voraussetzungen in regie, sie modeln sie auch grundlegend um – im süden wie im norden. […] “begleitet vom umbau der staatlichen und überstaatlichen institutionen und arrangements – abbau des sozialstaats, privatisierung der öffentlichen aufgaben und zuständigkeiten – kommt es zu nachhaltigen verschiebungen zwischen öffentlichen und privaten sowie zwischen profit- und non-profit-bereichen, die das soziale ökonomisieren und es effizienzkriterien unterwerfen. was diesen kriterien nicht unterworfen werden kann, wird noch weiter ins gesellschaftliche abseits katapultiert. damit sind diese tätigkeiten aber noch lang nicht überflüssig. sie werden vielmehr nebenbei und unbezahlt geleistet, jenseits der kriterienkataloge, in geringer werdenden zeitlücken. und zwar oftmals von frauen. daher ist ein ‚hinterland’, das nicht unmittelbar nach kapitalgesetzen reguliert ist und nicht den gesetzen von profiten und produktivitätssteigerungen gehorcht, eine zentrale bedingung, eine art untergrund neoliberaler globalisierung.” […] Insbesondere durch die […] Verklärung der amerikanischen Politik und Gesellschaft und einen sich immer stärker bemerkbar machenden emphatischen Bezug auf westliche Werte, Freiheit, Demokratie und dergleichen mehr weicht die Kritik zusehends der Apologie des Bestehenden. Resultat ist eine faktizistische Weltsicht, in der es keine anderen Möglichkeiten mehr zu geben scheint, als sich zwischen vorgestanzten (Schein-)Alternativen zu entscheiden: Westen oder Islam, bürgerliche Freiheit oder Barbarei, Amerika oder Europa. […]
Der Neue Antiimperialismus kritisiert die patriarchal-positivistische Konzeption der westlichen Moderne an sich und wendet sich gegen die von Antiimps öfter unterstützten Modernisierungsdiktaturen im Trikont. Nicht marxistisch-leninistische Guerrillagruppen, die für vom Reißbrett entworfene Revolutionen kämpfen, finden die Solidarität der VerteterInnen des Neuen Antiimperialismus (die sich nicht Neue AntimperialistInnen, sondern sozialrevolutionäre Autonome, kurz Sozrevs nannten und heute meist unter der Rubrik Antiras laufen), sondern zum Beispiel Brotpreisrevolten oder die Landbesetzungen landloser Bauern. […]
In der tendenziellen Unbekümmertheit gegenüber den sozioökonomischen Aspekten Mittelosteuropas dürfte obendrein auch der Umstand zum Ausdruck gekommen sein, dass internationalistische Fragestellungen immer noch – und zwar nicht nur in Deutschland – eineher randständiges Dasein fristen: eingeklemmt zwischen demonstrativem Desinteresse des linksradikalen Mainstreams, latinophilem Revolutionstourismus und antiimperialistischer Dogmatik. […] Zum einen erscheint fraglich, welchen Einfluss diese ohnehin marginalisierte Linke hier überhaupt haben sollte, zum anderen führt eine Parteinahme – und eine andere Möglichkeit bleibt mangels eigener Handlungsoptionen hier wohl kaum – für den einen oder anderen weltpolitischen Akteur notwendig auf das Terrain der Realpolitik […]
Beispielhaft sei etwa auf die derzeit verhandelten EPA-Verträge („Economic Partnership Agreements“) zwischen der EU und zahlreichen afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten verwiesen (ak 514). Obwohl diese im Falle ihrer Umsetzung die Existenzgrundlagen vieler Millionen Menschen ruinieren werden, sind es bislang vor allem NGOs und Teile von attac gewesen, welche hierzulande überhaupt so etwas wie Gegenöffentlichkeit aufgebaut haben. […]
Die Die zunehmenden Proteste und Kämpfe von Flüchtlingen und MigrantInnen stellen sowohl die äußeren Grenzen Europas wie auch die sozialen und juristischen Barrieren innerhalb Europas mehr und mehr in Frage. Die vielfältigen Kämpfe untergraben, durchkreuzen und attackieren das brutale und mörderische System von Migrationskontrolle und rassistischer Ausbeutung.
[cara]
Während in Rostock und Heiligendamm Duschcontainer, Internetzelte oder multiflexible Volksküchen zum allenthalben begrüßten Campstandard gehörten, ging es beim NoBorder-Camp in der Ukraine vergangenen August ungleich bescheidener zu. […] In den 80er Jahren verschärfte sich auch die innere Strukturkrise der osteuropäischen Übergangsgesellschaften. Deren teilweise hohe Außenverschuldung ermöglichte es dem IWF, die Wirtschaftspolitik dieser Länder immer stärker zu beeinflussen. Nach der Implosion des Realsozialismus wurden überall unter Beteiligung der bisherigen Staatseliten Schockprogramme durchgeführt und damit alle bisherigen sozioökonomischen und institutionellen Strukturen zerstört. Das alles führte zu einer katastrophalen Massenverarmung der Bevölkerung. […] Im Zuge rascher und kompromissloser Marktöffnungen – und somit ungebremster Konkurrenz durch die Weltmärkte – ist Mittelosteuropa von einer massiven Pleitewelle heimgesucht worden. Insgesamt schrumpfte die industrielle Produktion in den Ex-RGW-Staaten zwischen 1990 und 1993 um 40-70 Prozent. Dies wiederum hat die Arbeitslosigkeit von 0 Prozent auf rund 20 Prozent, teilweise 40 Prozent hochschnellen lassen, besonders betroffen waren bzw. sind Frauen. […] Besonders dramatisch ist das so genannte Phänomen desTransformationstodes: Nach einer UNICEF-Studie sind im Jahr 1993 in Mittelosteuropa – inklusive Russland und der Ukraine – 1,4 Millionen Menschen mehr gestorben als 1989. Zurückgeführt wurde das vor allem auf den rasanten Anstieg von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Es überrascht also nicht, dass Migration bis heute einer der wenigen Hoffnungsanker geblieben ist. Zum Beispiel sollen seit 1994 ca. 12-14 Prozent der UkrainerInnen das Land verlassen haben, in Rumänien und Bulgarien sind es etwa 10-12 Prozent gewesen. […]
den nord-süd-interessensgegensatz anzuerkennen, heißt indessen nicht, sich (schuldgequält) nur noch für die kämpfe des südens solidarisch in’s zeug werfen zu müssen. angesagt ist vielmehr, einen solidaritätsbegriff zu entwickeln, der solidarität als gleichberechtigte politische kooperation jenseits von paternalistischer dominanz, karitativem unterstützungseifer und unkritischer glorifizierung sozialer (bzw. nationaler befreiungs-)bewegungen im süden begreift. nur so können niveau-unterschiede (und andere differenzen) im direkten kontakt zwischen nördlichen und südlichen bewegungsaktivist/innen offen kommuniziert und daraus gemeinsam die erforderlichen (ggf. auch programmatischen) schlussfolgerungen gezogen werden. […]
Da das unmittelbare Schicksal der Opfer imperialistischer Gewalt ein zentrales Anliegen ist, ist ein Großteil der Sozrevs in der Flüchtlingsarbeit engagiert und trägt einen Großteil der ehrenamtlichen Asylberatung und Flüchtlingssozialarbeit. […]
Gerade die Ereignisse um Wiedervereinigung und Rostock zeigten trefflich eine weitestgehende Übereinstimmung von Führung und Volk: Der Mob fackelt die AsylbewerberInnenheime ab und errichtet National befreite Zonen, während die Regierung schnellstmöglich diesem Volkswillen nachkommt und das Asylrecht im folgenden Jahr faktisch abschafft. […]
Die SPD, in der Sorge, sie könnte den Anschluss an die Stimmung der Bevölkerung verlieren, knickte ein und stimmte der Verfassungsänderung zu. Am 1. Juli 1993 trat der neue Artikel 16a GG in Kraft. Die darin verankerten Einschränkungen des Asylrechts wurden in den folgenden Jahren von den anderen europäischen Ländern übernommen und wurden zum Grundstein für die Abschottung Europas. In der Folge haben die meisten Flüchtlinge in Deutschland heute keinerlei reelle Chance mehr, Asyl zu bekommen. […]
In einem Land, in dem der Rassismus fest zum Alltag gehört, ein Drittel der Bevölkerung trotz gründlich betriebenen Massenmordes nach wie vor der Ansicht ist, dass die Juden hier zu viel Einfluss haben, Teile des Landes als so genannte National befreite Zonen bzw. No Go Areas für Menschen nicht-arischen Aussehens gelten und beinahe täglich offen nationalsozialistische Aufmärsche vom Staat gewaltsam durchgesetzt werden, sollte eigentlich klar sein, wo das Problem zu verorten ist: nicht jenseits des Atlantiks, nicht am Hindukusch und auch nicht irgendwo, sondern genau vor unserer Nase. […] Die EU lässt indessen nichts unversucht, angrenzende Nachbarländer wie Marokko, Libyen oder die Ukraine zu Pufferstaaten auszubauen. Zentraler Hebel ist die so genannte „Europäische Nachbarschaftspolitik“. In ihrem Rahmen werden Handelserleichterungen, Lockerungen in der Visa-Politik oder Kreditprogramme in Aussicht gestellt, umgekehrt erklären die beteiligten Länder ihre Bereitschaft zur Implementierung migrationpolitischer (oder anderer), meist durch die EU finanzierter Maßnahmen. […]
es gibt keinen privilegierten standpunkt für die erkenntnis und veränderung globaler verhältnisse, d.h. niemand – ob im süden oder norden – sollte für sich in anspruch nehmen, wichtigere kämpfe als andere auszufechten. einzig auf der basis global vernetzter erkenntnis-, organisierungs- und widerstandsprozesse kann die herrschende welt aus den angeln gehoben werden. […] Die Möglichkeiten, die Zustände andernorts wirksam zu beeinflussen, sind allerdings für AktivistInnen hierzulande sehr begrenzt, und die Vorstellung, religiösen Wahnvorstellungen, Antisemitismus, Nationalismus oder Sexismus in weit entfernten Weltgegenden wirksam entgegentreten zu können, wenn dies nicht einmal vor der eigenen Haustür gelingen mag, ist fast schon vermessen. Viel wichtiger wäre es also, die Verhältnisse dort anzugreifen, wo sie einem auf die Füße fallen. […] Mit dieser Kette ist auch der Versuch verbunden, herauszufinden, wo die Gemeinsamkeiten in den vielfältigen Erfahrungen liegen, die MigrantInnen inner- und außerhalb Europas machen. Angefangen von
SaisonarbeiterInnen, die in den andalusischen Feldern von Spanien ausgebeutet werden, oder “legalen” MigrantInnen, die im europäischen Raum leben und arbeiten, über Migrantinnen ohne Papiere, die in italienischen Fabriken oder britischen Haushalten prekär beschäftigt sind, oder “geduldete” Flüchtlinge, die in einem der norddeutschen “Dschungel-Camps” isoliert leben müssen, bis hin zu MigrantInnen, die in einem Lager in Polen oder Griechenland oder sogar noch vor der Grenze zur EU in Marokko oder der Ukraine interniert sind. Sie alle überschreiten und bekämpfen Grenzen, sie alle leben und kämpfen gegen die gleiche “Bestie des Migrationsregimes”!


11 Antworten auf “Hoch die Trans-Inter-Anti!”


  1. 1 blackone 21. März 2008 um 14:14 Uhr

    Irgendwie verschließt sich mir der Sinn dieser Cut-up-Geschichte ein wenig. Ist das Kunst?

  2. 2 Bikepunk 089 21. März 2008 um 15:33 Uhr

    So allgemein kann ich zu deiner Frage nichts sagen. Konkret ging es mir darum, dass ich mich ein paar Positionen, die ich in dem Sinistra-text sehe gestört haben, ich aber zu faul war selber was zu schreiben. Ein paar Texte mit einander zu verhackstücken schien mir weniger Arbeit zu sein, zumal zu dem Themenkomplex Internationalismus schon viel schlaues geschrieben wurde.
    Beim Stückeln hat sich dann auch viel so ergeben – ein paar Stellen aus völlig verschiedenen Texten könnten sich tatsächlich aufeinander beziehen, oder zumindest kam es mir so vor. Das dieses Stückwerk ziemlich lang geworden ist, liegt auch daran.

    Gegenfrage: Ist das irgendwie mit Erkenntnisgewinn lesbar, ohne alle zitierten Texte mindestens grob zu kennen?

  3. 3 blackone 21. März 2008 um 21:12 Uhr

    Das würde ich schon sagen, ich sehe da auch durchaus Bezüge (wobei ich ein paar Texte auch gekannt habe), eine wirkliche Aussage lässt sich dem Ganzen aber meiner Meinung nach nicht entnehmen.

  4. 4 che2001 21. März 2008 um 22:53 Uhr

    Witzige Kompilation. Ob die Sinn macht, kann ich gar nicht sagen, hat aber Spaß gemacht, sie zu lesen!

  5. 5 Bikepunk 089 23. März 2008 um 13:46 Uhr

    Diese Kompilation ist in erster Linie eine wohlwollende Kritik an dem Sinistra-text. Die schreiben sinngemäss, mensch solle vor der eigenen Haustür kehren, da wo einem_r die Verhältnisse auf die Füsse fallen – da will ich schon nochmal nachhaken, wem denn diese Verhältnisse auf die Füsse fallen, und wo die eigene Haustür ist.
    Ein paar Hintergedanken mehr hatte ich beim schreiben schon noch, aber eigentlich steckt dass alles ja in dem unübersichtlichen Wust drinne …

  6. 6 che2001 26. März 2008 um 16:02 Uhr

    Im Wesentlichen führen die eine Auseinandersetzung mit einem Kontrahenten, den es nicht mehr gibt bzw. dessen Erscheinungsbild projiziert wird. Es gibt natürlich im Spektrum Die Linke bis DKP und MLPD AnhängerInnen eines Antiimperialismus tendenziell prokubanischer und propalästinensischer Ausrichtung, aber der die Solidarität mit linken Befreiungsbwegungen in den Mittelpunkt stellende, die USA und Israel als Hauptfeind sehende Antiimperialismus in der nicht-parteiförmigen linken Szene ist ein an das RAF/2.Juni/RZ-Umfeld und an die Palästina-Gruppen gebundene Erscheinung der 70er und 80er Jahre. In einer erstaunlichen Gesamtprojektion machen Antideutschs ja aus jedem Palitichträger einen Antiimp und aus einer schon historischen Bewegung,die auch zu ihren besten Zeiten bundesweit nur ein paar Hundert Leute umfasst hat eine immer noch bestehende Szene von Zehntausenden.

  7. 7 blackone 28. März 2008 um 1:25 Uhr

    Naja, ob mensch nun überall radikal-propalästinensische Antiimps entdeckt oder „einen erheblichen Avantgarde-Einfluss“ der radikalen Wursthaarlinken auf die Gesamtgesellschaft, Projektionen erleichtern die politische Analyse ganz gewaltig.

  8. 8 Bikepunk 089 28. März 2008 um 14:14 Uhr

    Gruppen die z.B. Hamas gut finden gibt es vereinzelt schon, der Mainstrwam in der Autonomen Szene ist das aber garnicht. Vielleicht werden die beknackten Projektionen auch dadurch erleichtert, dass in der nicht antideutschen Linken eine Abgrenzung von bestimmten durchknall-positionen nich so sichtbar gemacht wird? Wobei umgekehrt so viel antideutsche Kritik an der Bewegungslinken überhaupt nicht ernstzunehmen ist, da ist dann auch nicht verwunderlich wenn darauf keine sachlichen Reaktionen kommen.
    Vielleicht würden machne Streits anders verlaufen, wenn eher sozialrevoluti0när oder bewegungsorientierte linke ihern antinationalismus stärker betonen würden, und vielleicht die Kritik an total durchgknallten, vermeintlich antiimperialistischen Positionen nicht Anti-Ds überlassen? (habe ich hier probiert)

  9. 9 schildkroete 18. April 2008 um 17:31 Uhr

    auf jeden fall ein spannendes cut up. ich kenne nur einige der texte, und mir erschließt durchaus ein sinn.

  1. 1 the kulla in me is the kulla in youuuuuu « Reich und Schön Pingback am 17. April 2008 um 12:34 Uhr
  2. 2 classless Kulla » Blog Archive » Bei Blogsport wird vorsichtig gecuttet Pingback am 18. April 2008 um 15:52 Uhr
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