Gutes Regionalgeld-bashing

Harald Winkler, der zu dem Thema auch nächst Woche referiert, hat einen guten Artikel zur Kritik am Regionalgeld geschrieben. Gut vor allem deshalb, weil er die sozialen Effekte einer Regionalgeldwirtschaft genau unter die Lupe nimmt, und sich nicht mit dem Verweis begnügt, Silvio Gesell sei Antisemit gewesen. Der Aspekt, dass Regionalgeld faktisch eine Art Kund_innenbeschaffungsmassnahme für den lokalen Mittelstand, ist mir etwas unterbelichtet. Wichtig finde ich aber diesen Kritikpunkt:

Es sind aber von seiten der VWeG [=Münchener „Verbindungswerk eG“] meines Wissens keinerlei soziale oder ökologische Standards festgelegt worden, die für die beteiligten Unternehmen in irgendeiner Weise verbindlich wären!
Im sogenannten „Qualitätssiegel des Verbindungswerks“ heißt es lediglich: „Gezielte Auswahl der Mitglieder nach Kompetenz und Qualität des Unternehmens- die Mitglieder sind persönlich bekannt.“ Irgendwelche Kriterien für „Kompetenz und Qualität“ werden nicht genannt. Persönliche Bekanntschaft ersetzt allgemein verbindliche Richtlinien. Mit dieser Methode schafft man keine Transparenz, sondern ein geradezu ideales Umfeld für Manipulation und Günstlingswirtschaft.

Früher haben linke Kollektivbetriebe gegründet, und versucht sich gegenseitig zu unterstützen – z.B. im Netzwerk München. Wenn heute z.B. Leute von attac-München meinen1, für den Münchner Regio Werbung machen zu müssen, dann ist das demgegenüber ein riesiger Rückschritt.

  1. So geschehen vor einigen Monaten bei einer Party in der Glocke [zurück]