Zwei Sachen zur Bundeswehr in Afghanistan

In einem german foreign policy Artikel werden 2 Sachen erwähnt, die mensch eigentlich nicht so mitkriegt, die dann aber gar nicht so überaschend sind. Erstens, die Bundeswehr hatte in den letzten Wochen grosse Kampfeinsäte ausserhalb ihres Mandatsgebietes. Dabei wurden massiv afghanische Hilfstruppen eingesetzt, in vorderster Reihe. Zweitens, Bundeswehr und das auswärtige Amt lassen sich ihre Einrichtungen zum Teil von Söldnern schützen, und pumpen damit Geld in die afghanische Kriegsökonomie. Laut der in dem Artikel zitierten Studie stabilisert das Södnerunwesen die Macht lokaler Warlords:“While [private scurity companies] PSC may provide security for their clients, they are considered not to enhance the security of the genreal population. […] Several reasons were named for this, including the legitimization and empowerment of local power-holders and militias when PSCs hire them or otherwide collaborate with them„(Aus der summary, komplette Studie)

Zwei wesentliche Absätz aus dem gfp Artikel:

Ohne besondere Beachtung durch die deutsche Öffentlichkeit haben in den vergangenen Wochen die beiden ersten größeren NATO-Kampfeinsätze in Nordafghanistan stattgefunden – unter deutschem Kommando. Während es lange Zeit hieß, die von der Bundeswehr kontrollierte Besatzungszone sei vergleichsweise friedlich, beginnt der Krieg nun in vollem Umfang auf das Gebiet überzugreifen. Bereits im Oktober verfolgten bis zu 160 deutsche Soldaten gemeinsam mit rund 400 afghanischen Armeeangehörigen Aufständische südlich von Feyzabad.[1] Der „Operation Harekate Yolo I“ folgte „Harekate Yolo II“. Dabei gingen bis zu 300 deutsche Soldaten gemeinsam mit norwegischen ISAF-Truppen und 900 afghanischen Militärs erneut gegen Insurgenten vor. Das Kommando führte der deutsche Befehlshaber des Regional Command North, Dieter Warnecke. Der Angriff wurde außerhalb der deutschen Besatzungszone und damit unter Bruch des Mandats durchgeführt.[2] Wie ein norwegischer Kommandeur urteilt, waren die Kämpfe für die Soldaten seines Landes die schwersten seit dem Zweiten Weltkrieg. An vorderster Front schickte die ISAF einheimische Soldaten ins Gefecht. Man wolle dem Einsatz ein „afghanisches Gesicht“ geben, hieß es beschönigend über die Nutzung der Hilfstruppen, die an Kriegsstrategien aus Kolonialzeiten erinnert.[3]

[…]

Während die Bundeswehr ihre Militärbasis systematisch vervollständigt, wird scharfe Kritik an den privaten Security-Firmen laut, von denen sich Vertreter der westlichen Besatzungsmächte in Afghanistan beschützen lassen. Erst kürzlich waren im Irak massive Proteste gegen sogenannte Sicherheitsunternehmen aus den USA entbrannt (Private Security Companies, PSC). Auch in Afghanistan gibt es große Vorbehalte gegen sie.[…] Vor allem aber gelinge es Warlords und örtlichen Machthabern, sich als PSC zu deklarieren und sich auf diese Weise der Demobilisierung zu entziehen.
Die Vorwürfe treffen auch die Bundesrepublik. So ist Swisspeace zufolge auch eine deutsche PSC in Afghanistan tätig; ihr Name wird mit „Professional Track“ bzw. „Uqabi Safed“ angegeben.[9] Zudem lässt sich das deutsche Provincial Reconstruction Team (PRT) in Feyzabad von ortsansässigen Milizen schützen und verhindert auf diese Weise deren Entwaffnung. Die deutsche Botschaft in Kabul schließlich wird Swisspeace zufolge von der britischen PSC „Saladin Security“ bewacht. „Saladin Security“ gehört zu den ältesten PSCs, beschafft nicht nur Security-Personal und Waffen, sondern trainiert auch Soldaten, unter anderem in Oman. In Afghanistan gehört die Firma zu den größten ihrer Branche und beschäftigt auch einheimische Arbeitskräfte, die unter Anleitung westlichen Führungspersonals und unter Inkaufnahme großer Gefahren den Schutz westlicher Ausländer vor Ort übernehmen. UN-Mitarbeiter bezeichnen die Arbeitsteilung, die auch vor der deutschen Botschaft praktiziert wird, als „koloniales Modell“.[10]