Fragmentarisches zu Faschos und Moschee-Hickhack

Am 133.09.07 war in Wien ein Aufmarsch von ca. 700 Bürger_innen und Faschos aus dem Spektrum von ÖVP (konservative Volkspartei), FPÖ (rechte Partei, politische Heimat von Jörg Haider), BZÖ (Haiders Abspaltung von der FPÖ) und Kameradschaften, dieser richtete sich gegen den geplanten Bau einer Moschee. Einen guten Hintergrundartikel dazu gibts auf no-racism.net.
Interessant ist die Feststellung, dass in Österreich die aktuell, von Politiker_innen aus ÖVP bis FPÖ und BZÖ, erhobene Forderung nach einem „Minarett Verbot“ ein Import aus der Schweiz ist – das ist wichtig zu verfolgen, weil prinziepiell nichts dagegen spricht dass sich auch Rechte in anderen Europäischen Ländern davon inspirieren lassen.
An dieser Stelle noch neues aus Münchens Lokalpolitik – die Fascho Tarnliste „Pro München“ hat sich gespalten, es gibt jetzt auch eine „Bürgerinitiative Ausländerstopp München“, unter der Führung Norman Bordins. Was das mit dem Thema zu tun hat?

Inhaltlich unterscheiden sich die beiden neonazistischen Münchner Wahlprojekte bislang kaum. Beide haben als programmatischen Schwerpunkt die Hetze gegen MigrantInnen und Muslime, beide versuchen, Einfluss auf die Bürgerinitiativen gegen den Moscheebau in Sendling zu gewinnen.(AIDA)

Last not least – Wenn über Faschos berichtet wird, die sich islamophb betätigen, kommt Gebetsmühlenartig die Frage „warum denn ausgerechnet Nazis gegen Muslime seihen sollten, die hätten sich doch immer gut verstanden“ und jede Menge historsiche Fakten die das belegen sollen. Davon abgesehen dass schon rein empirisch viele Nazis in entsprechenden Bürgerbewegungen mitmischen, etwa in Heinersdorf, und die Frage damit doof ist – In Wien hat das wer einen Fascho gefragt:

„Österreich gehört befreit vom System, vom internationalen System. … Die Politiker sind ja alle abhängig vom Kapital, vom internationalen Kapital. Und de Politiker g‘hören umdraht oder entmachtet, und wir kämpfen dafür. Es gehört eine Partei geschaffen, die außerhalb des Systems steht, eine nationale Partei, die was sich nicht beeinflussen lasst.“ Die Antwort auf Frage, was dies mit der Moschee zu tun habe: „Da fangt’s einmal an. Das System will uns ja schwächen, indem sie uns unterwandern.“ offenbart das verschwörungstheoretische Weltbild des nazionalen Kämpfers.


2 Antworten auf “Fragmentarisches zu Faschos und Moschee-Hickhack”


  1. 1 eob 19. September 2007 um 16:28 Uhr

    kleine korrektur: es ist und war an besagtem ort in wien nie eine moschee geplant (ob mit oder ohne minarett), auch wenn diese obskure bürgerinitiative das behauptet. es geht um den ausbau eines islamischen vereinszentrums – im wesentlichen wird ein hof abgedeckt. das war der bezirks-fpö und -övp auch bekannt – die haben alle eingereichten anträge, pläne etc. im bezirksparlament abgenickt. um dann mit neonazis dagegen aufzumarschieren…

  2. 2 Administrator 19. September 2007 um 17:01 Uhr

    @eob – Danke für den Hinweis, ich hatte mich schon gewundert warum in dem Artikel immer von „angeblichem Moschjeebau“ die Rede war.

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