Lesenswertes zum Bahnstreik

1 – Hintergründe von Wal Buchenberg auf indymedia:

die Lokführer in der GDL sind keine „Klassenkämpfer“. Sie bedrohen mit ihrem Streik nicht den Fortbestand des Kapitalismus in Deutschland. Die streikenden Bahnbediensteten tun nur, was jeder tun muss, der im Kapitalismus überleben will: Sie nutzen ihre Verhandlungsmacht und verschenken sie nicht für ein Linsengericht an die Kapitalseite.
Vielleicht nehmen sich ja andere Lohnarbeiter ein Beispiel daran. Es wäre nicht zu ihrem Schaden.

2 – Thomas Trüten darüber, warum es auch ums Streikrecht geht:

Wir haben ja in Deutschland kein Streikrecht als allgemeines Grundrecht wie in Frankreich. Das ist hier stark reglementiert, mit Friedenspflichten und der Beschränkung auf Tariffragen. Wenn es jetzt noch weiter eingeschränkt werden würde, durch Verbote oder hohe Regreßdrohungen, ist das ein politischer Angriff auf alle Gewerkschaften.

3 – Die junge Welt findet Gründe gegen die „Einheit“ der Bahnbeschäftigten:

Bahn und Transnet werfen der GDL, die nach einer gescheiterten Gesprächsrunde mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn vor zwei Wochen die Urabstimmung einleitete, vor, sie wolle »Privilegien« für einzelne Berufsgruppen. Angesichts der Arbeits- und Entgeltbedingungen von Lokführern und Zugbegleitern ist das ausgesprochen zynisch.


1 Antwort auf “Lesenswertes zum Bahnstreik”


  1. 1 schatten.kontrastieren 05. September 2007 um 7:47 Uhr

    Man darf auch nicht vergessen, dass TRANSNET in den letzten zehn Jahren ziemliche Lohnzurückhaltung praktizierte (und auch für die Bahnprivatisierung ist). Das macht das Ganze verständlicher, auch wenn der positive Effekt der Tarifgemeinschaften mit dem DGB (das die untersten Lohngruppen stärkere Lohnsteigerungen verbuchen als die Obersten; so zumindest die Theorie, manchmal werden diese auch mal einfach aus dem Tarifvertrag ausgegliedert) zu gunsten einer SpezialistInneninteressenvertretung aufgegeben wird (in diesem Fall erst nach langen Gesprächen).

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