Archiv für August 2007

Immer wieder Antifa

Die wahrscheinlich bundesweit einzige Hess Gedenkaktion der Nazis, die auch so heisst, ist mal wieder in München – Fuck you Rudi! heisst es da. Und am nächsten Tag fährt ein Bus zu den nächstbesten Antifa-Aktionen, wo ihr Karten kriegt steht hier. Was das alles soll weiss diese Kampagne.

Muahahaha

Auf der Seite meiner derzeit liebsten Karnevalstruppe habe ich folgendes entdeckt:

Fast zeitgleich wird DVC berichtet, dass der größte deutsche „Anti-Islam“-Blogger www.politicallyincorrect.de GEHACKT wurde und daher zurzeit unzugänglich ist! Näheres ist noch nicht bekannt.

(von hxxp://www.deusvult.info/Aktuelles.htm von heute, die x‘e in hxxp natürlich durch t’s ersetzen, Hervorherbungen im Orginal).
Die PI Seite ist derzeit nicht erreichbar, mehr weiss ich erstmal auch nicht. Wer mehr erfährt (z.B. ob das eine Ente ist), gerne ergänzen!

Wer nicht weiss um wen es bei PI geht, hier ein Artikel von TP zum Thema, und noch einer der sich mit den Reaktionen auf den ersten befasst.

Weiter gehts

Die Aktionen gegen die Botschaftsvorführung gehen weiter, und auch du bist gefragt!

Lesenswertes zum Bahnstreik

1 – Hintergründe von Wal Buchenberg auf indymedia:

die Lokführer in der GDL sind keine „Klassenkämpfer“. Sie bedrohen mit ihrem Streik nicht den Fortbestand des Kapitalismus in Deutschland. Die streikenden Bahnbediensteten tun nur, was jeder tun muss, der im Kapitalismus überleben will: Sie nutzen ihre Verhandlungsmacht und verschenken sie nicht für ein Linsengericht an die Kapitalseite.
Vielleicht nehmen sich ja andere Lohnarbeiter ein Beispiel daran. Es wäre nicht zu ihrem Schaden.

2 – Thomas Trüten darüber, warum es auch ums Streikrecht geht:

Wir haben ja in Deutschland kein Streikrecht als allgemeines Grundrecht wie in Frankreich. Das ist hier stark reglementiert, mit Friedenspflichten und der Beschränkung auf Tariffragen. Wenn es jetzt noch weiter eingeschränkt werden würde, durch Verbote oder hohe Regreßdrohungen, ist das ein politischer Angriff auf alle Gewerkschaften.

3 – Die junge Welt findet Gründe gegen die „Einheit“ der Bahnbeschäftigten:

Bahn und Transnet werfen der GDL, die nach einer gescheiterten Gesprächsrunde mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn vor zwei Wochen die Urabstimmung einleitete, vor, sie wolle »Privilegien« für einzelne Berufsgruppen. Angesichts der Arbeits- und Entgeltbedingungen von Lokführern und Zugbegleitern ist das ausgesprochen zynisch.

Aktion gg. Botschaftsvorführung

Am kommenden Mittwoch ist eine Kundgebung gegen eine Botschaftsvorführung, ab 9:00 früh in der Tischlerstr, Fürstenried West.

2 mal Antifa

Veranstaltung über den heurigen Hess-Gedenkmarsch – am heutigen Donnerstag, den 02.08, ab 20:00 im Marat. Und am Samstag ist eine Demo durch Giasing, „Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren“ – losorganisiert wird um 14:00 an der Silberhornstr.

Sendlinger Kreuzritter

Eine der bizzareren Gruppen, die gegen die geplante Moschee in Sendling in München hetzen ist wohl „deus vult“ (hxxp://deusvult.info), der Name ist das Motto eines Kreuzzuges. Angeführt wird die Rittertruppe (die wohl grade mal 3 Leute umfasst) von Stefan Ullrich, laut SZ Vorstandsmitglied der Harlachinger CSU. Inhaltlich hebt „Deus Vult“ darauf ab, dass Islam und Grundgesetz unvereinbar seihen, gleichzeitig sind sie fundamentalistische Christen. Ein paar Häppchen von ihrer Homepage, die durchaus Unterhaltungswert hat.
(hxxp://deusvult.info, die wenigen Unterseiten sind leicht zu finden, deshalb erspare ich mir eine genauere Verlinkung)

In einem ersten SZ Artikel über die Combo wurde erwähnt, dass Ullrich im Kreuzritterkostüm aud der Startseite posiert. Dieses Bild führte zu der besorgten Zuschrift, die rät „Deutlichen Bezug zu den Kreuzzügen bitte zurückstellen. Erstens ist das „Ritterkostüm“ abschreckend und pseudowitzig; es verkörpert Gewalt…“, ein andere schrieb „Als Werbeprofi möchte ich aber anregen, das Kreuzritterbild wegzunehmen. Dieses wirkt lächerlich und erinnert an Faschingsumzüge in München“. Das mit der Gewalt ist vielleicht gewollt, in ihrer Erklärung schreiben Deus vult „DV distanziert sich ausdrücklich von jeglicher unlegitimierter Gewalt“ und lassen damit durchaus Spielraum, und „fungiert dabei das „Kreuzritter-Image“ nur als erster Blickfang für die Seite und „DeusVult!“ als Aufruf zur Verteidigung unserer Rechtsordnung und christlichen Werte im übertragenen Sinne bzw. mit den Mitteln des demokratischen Rechtsstaats.“ Also ein Eiertanz aus Rechtsstaatlichkeit und Gewaltdrohungen – dass der Zusatz „mit den Mitteln des demokratischen Rechtstaates“ bei einigen ihrer Fans unter den Tisch fallen dürfte, erschliesst sich aus den Kommentaren die sie veröffentlichen (Es gibt keine Kommentarfunktion, aber eine Seite mit Ausschnitten aus e-mails die bei der Addresse 007@deusvult.info eingingen). Hier wird in klarer Fascho-Sprache beklagt dass „wir schon, vom demographischen Ansatz her gesehen, keine großen Chancen mehr haben“ oder „wurde das deutsche Volk seit Kriegsende permanent einer Gehirnwäsche unterzogen“. Andere bieten einfach an, die „Weltnetzseitenadresse“ witer zu verbreiten. Auch die Tradition der Kinderkreuzzüge ist nicht ausgestorben, eine Fan schreibt über sich: „bin 16 Jahre alt […] widme mein Leben dem Kampf für Gott und Vaterland gegen den Islam“
Das die Propaganda dieser Freaks solche Leute zieht, ist kein Wunder, neben den guten, alten, Eropäischen Werten bietet DV auch verquaste Verschwörungstheorien und Sozialdarwinismus:
„Warum schauen die MEDIEN zu? […] weil viele von ihnen bereits islamische Brötchengeber im Hintergrund haben bzw. sogar ihre Redaktionen schon von Islamkonvertiten unterwandert sind etc. etc.“ „Eine Gesellschaft aber, der alles egal ist, ist auch sich selbst egal – womit sie nicht nur die Substanz und den eigenen Willen, sich selbst (inkl. ihrer Werte) zu verteidigen, sondern tatsächlich auch die Berechtigung zum Leben auf diesem Planeten an sich verliert!“

Die Liste der Absurditäten, vor allem aber der Ekligkeiten liesse sich fortsetzen – DV sind in vielerlei Hinsicht genuin Rechts, sie sind nur zu klug um sich zu klassischen Themen der Rechten jenseits der Islamophobie zu äussern. Der Subtext ist jedoch da: das Abendland ist zu verweichlicht, von „Auschwitz-Keulen“ schwingenden „Alt 68-ern“ unterwandert und überhaupt viel zu PC, um sich der „globalen Gefahr Islam“ zu stellen. Hier wird eifrig am Schreckgespenst Islam gezimmert, und nach mehr Härte im Umgang mitdemselben verlangt – ob sich als praktische Antwort darauf die CSU, die NPD mit ihrer „Tarn“Liste Pro München oder wer auch immer profiliert bleibt ab zu warten.