Alexander von Humboldt in a nutshell

Die Vermessung der Welt war einer der erflogreicheren Romane der letzten Jahre. Einen lesenswerten Kommentar über die Wissenschaftlichkeit, für die eine der Hauptfiguren steht, hat Obioma Nnaemeka geschrieben:

Like his fellow european travelers and explorers in Africa, Humboldt traveled and wrote in the name of science and, like them, one of his principal discursive strategies was to reduce America to landscape and marginalize its inhabitants: „After walking two hours, we arrived at the floor of the high chain of the interior mountains, which stretches from the east to the west; from Brigantine to the Cerro de San Lorenzo.“ Humboldt was a mining inspector who was specifically charged to look for precious metal deposits in Latin America. He traveled with large and heavy equipments that created the need for a large number of indigenouspeople (porters) in his party.Though Humboldt includes some manners- and custom portraits,he hardly mentioned the many indigenous people that traveled with him; they did not hold his interest. At the end of his work, Humboldt does not reminisce about the many indigenous people that helped him along the way; instead he fantasizes about a future America that will be the site for European capitalist expansion: „If then some pages of my book are snatched from oblivion, the inhabitants of the banks Oroonoko will behold with ecstasy, that populous cities enriched by commerce, and fertile fields cultivated by the hands of freemen, adorn these spots“

Aus: Obioma Nnaemeka, Bodies that don‘t matter, in „Mythen, Masken und Subjekte“.


5 Antworten auf “Alexander von Humboldt in a nutshell”


  1. 1 Klaus 26. Juni 2007 um 10:13 Uhr

    Was für ein Schwachsinn, weder du noch dieser Naamelka haben jemals die Nase in ein Buch von Humboldt gesteckt, sonst würden sie nicht solch einen Stuss von sich geben.

    Wirklich zum Kotzen, so viel Oberflächlichkeit.

  2. 2 Administrator 26. Juni 2007 um 13:59 Uhr

    Gibts noch inhaltliche Einwände. oder nur Gepöbel?

  3. 3 Klaus 28. Juni 2007 um 13:17 Uhr

    Eigentlich sollte jeder, der sich über Humboldt äußert, mal was von ihm gelesen haben, oder? Schon nach ein paar Seiten würde ihm auffallen, wie sehr sich Humboldts Weltbild von dem seiner zeitgenossen positiv abhebt.

    „Schon Anfang des 19. Jahrhunderts fordert Alexander von Humboldt globale Menschenrechte, stellte sich gegen die Sklaverei und den barbarischen Expansionswillen der Europäer. Fortschritt schien für ihn nur möglich im Zusammenhang mit kultureller Bildung und einer wachsenden Freiheit für alle Menschen.“

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0525/feuilleton/0030/index.html

    Zumindest sein Buch über Cuba, in dem er sich ausgiebig mit der Sklaverei beschäftigt, sollte man gelesen haben.

    Nnaemeka: „he hardly mentioned the many indigenous people that traveled with him; they did not hold his interest.“

    Ein absurdes Fehlurteil, das Gegenteil ist wahr!

  4. 4 Administrator 28. Juni 2007 um 14:22 Uhr

    Nnaemeka gibt in dem Artikel, den ich zitiere, als Quelle „Personal Narratives of Travels to the Equinocial Regions of the New Continent during the Years 1799 – 1804″ von Aime Bonpland und Alexander von Humboldt an, ich unterstelle ihr mal dass sie das dann auch gelesen hat. Sie zitiert ihn ja auch in der Passage.
    Er mag in einigen Fragen relativ progressiv gewesen sein . Wenn er, wie in dem von mir zitiertem Text behauptet, Südamerika als Menschenleer präsentierte und sich damit voll in den Kolonialdiskursen seiner Zeit bewegte, kann und muss das kritisiert werden. Es geht hier ja weniger um das moralische Anprangern eines einzelnen, als darum wie „Entdecker“ bewusst oder unbewusst ein bestimmtes Bild der aussereuropäischen Welt gezeichnet haben, dass für den Kolonialismus praktisch bis notwendig war.
    Dass ich eine Passage über Humboldt geposted habe, hat einen einfachen Grund – ich bin in einem längerem Text über diese Passage gestolpert, und dachte mir „Hey, Humboldt müsste zur Zeit vielen als Romangestalt relativ präsent sein – da ist doch sowas interessant.“

  5. 5 Klaus 06. Juli 2007 um 12:04 Uhr

    Ja so ungefähr habe ich mir das gedacht: da sagt jemand (schwarz, Afrikaner und weiblich, muss also wohl stimmen, was sie sagt) etwas daher, was in deinen Ohren gut klingt, und du gibst es unbesehen weiter. So denken eben die Postmodernisten.

    Ich empfehle das Buch: „Alexander von Humboldt – Über die Freiheit des Menschen“ aus dem Insel-Verlag (it 2521) für ganze 7,70 €, daran kannst du deine Vorurteile aufarbeiten.

    Nur mal ein kleines Zitat:

    „Woher kommt dieser Mngel an Moral, woher diese Leiden, dieses Ungebhagen, dem jeder empfindsame Mensch in den europäischen Kolonien ausfesetzt ist? Das rührt daher, dassdie Idee der Kolonie selbst eine unmoralische Idee ist, diese Idee eines Landes, das einem anderen zu Abgaben verpflichtet ist, eines Landes, in dem man nur zu einem gewissen Grad an Wohlstand gelangen soll, in welchem der Gewerbefleiß, die Aufklärung sich nur bis zu einem bestimmten Punkt ausbreiten dürfen. … Jede Kolonialregierung ist eine Regierung des Misstrauens. Man verteilt die Autorität dort nicht so, wie es die öffentliche Wohlfahrt der Einwohner erfordert, sondern entsprechend dem Argwohn, dass diese Autorität sich vereinigen, dass sie sich zu sehr um das Wohl der Kolonie bemühen und den Interessen des Mutterlandes gefährlich werden könnte.“ (S. 121)

    „one of his principal discursive strategies was to reduce America to landscape and marginalize its inhabitants“

    Quatsch, was Humboldt z.B. wirklich schreibt:

    „Die Indios sind die einzigen Gographen von Westindien. Durch das Begehen und bahnen von Wegen bilden sie sich sehr klare Vorstellungen von der Lage und selbst von der Entfernung der Orte. Sie benennen an 20 Caños (schmale Flüsse), die in einen Fluss münden, und haben ein wunderbares gedächtnis für geographie. Ich habe große Erleichterung durch sie beim Zeichnen der Orinoko-Karte erfahren. Sie sind nicht mysteriöse, wo sie die Tyrannei der Weißen nicht kennen. Das Misstrauen und das geheimnis sind am Casiquiare und am Tuamini unbekannt.“ (S. 131)

    „he hardly mentioned the many indigenous people that traveled with him; they did not hold his interest.“

    Dagegen Humboldt:

    Wir hatten nach einer langen Tagesreise, von Sonne und Staub gequält, den Weg verloren. Der Indianer, der als Wegweiser diente, sagte uns dies selber an. Er setzte hinzu, wir würden 6 Meilen vergeblich gemacht haben und müssten unter freiem Himmerl übernachten. Ich ward sehr ungeduldig, stellte dem Indianer tausend Fragen, er antwortete kein Wort, sah starr auf den Baum hin, und als ich ausgewüthet, zeigte er mir (als sei nichts vorgefallen) eine fette Iguana, die von Zweig zu Zweig schlüpfte. Was liegt dem Indianer daran, ob er hier in der Savanne oder 40 meilen davon, heute oder in 3 Monaten in seiner Hütte schlafe. Er lebt außer Zeit und raum, und wir Europäer erscheinen ihm unerträglich; unruhige, von Dämonen geplagte Wesen.“ (S. 136)

    Wirklich absurd das Geschreibe dieser Afrikanerin.

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