They make war, we make trouble – anno `82

Ein guter Bericht über die Demo gegen ein NATO-Treffen in Krefeld `82 steht hier. Der Bericht ist in zweierlei Hinsicht lesenswert: Einmal werden Fehler in der Vorbereitung einer militanten Demo klar benannt. An diesem Tag ging nicht alles schief, einige Passagen zeugen durchaus von praktischer Interventionsfähigkeit:

bei jedem versuch einer ansage durch die lautsprecheranlage – durch die ursprünglich die reden aus dem festsaal nach draußen übertragen werden sollten, dröhnt ein lautes pfeifkonzert über den platz und paraloen werden gerufen. Zweimal gelingen sabotage-aktionen, indem die direkte stromversorgung im festsaal gestört wird, […]. Die geladenen bonzen sitzen im dunkeln, [der Redner] versucht mit hilfe einer taschenlampe weiterzulesen, die bullen des secret-service, die ein attentat auf bush befürchten, springen nervös durch den saal.
[Es gibt organisierte] aktionen wie von waschpulver schäumende springbrunnen, transparente am seidenweberhaus, stinkende fußgängerunterführungen und -zonen (Buttersäure), aufsteigende luftballons mit “bush go home” aufschriften, leute als indiander verkleidet ( zu 300 Jahre völkermord an indianern), störsender im radio, wo sich in die direktübertragung eingeblendet wird[.]
[…]Der gewünschte charakter eines volksfestes während des besuchs von bush, jubelende zustimmung den kriegsstrategen der NATO entgegenzubringen und so der weltöffentlichkeit zu präsentieren-alles gestört. Stattdessen bestimmen zig hundert demonstranten und massive bullenpräsenz das tagesgeschehen.

Oder auch:

[Ein vorbeirasender Konvoi] besteht aus bullenwagen, motorrädern, rote-kreuz-bullis, einem irrtümlich dazwischengeratenem reisbus mit dämlichen journalisten und dem schwarzen cadillac mit bush.
Jetzt hagelt es alle möglichen gegenstände:dreckklumpen, steine, flaschen, knaller,getränkedosen und-becher, taschen, jacken usw. Sogar eine kleine weiß-rot lackierte strassenabsperrung.