Ruhiges Hinterland

Letzten Samstag hat die Bayerische NPD ihren Bayerntag in Schmidgaden in der Oberpfalz abgehalten. Die Mobilisierung dagegen war eher kurzfristig, und Schmidgaden ist am Arsch von irgendwo – dass mindestend 130 Antifas auftauchten ist da garnicht so schlecht. Aber wo wären wir, wenn die Bullen nicht ihr möglichstes täten, den Faschos ihr Idylle zu garantieren?
Die Rote Hilfe München beschreibt das Vorgehen der Bullen in einer PE wie folgt:

Der Beginn einer Gegenkundgebung von AntifaschistInnen verzögerte sich um eine circa Stunde, da die Polizei die eingesetzten Shuttle-Busse aufhielt und zum Teil über 45 Minuten lang durchsuchte und alle Insassen penibelst kontrollierte. Als die angekündigte und angemeldete Demonstration dann mit Verspätung losziehen wollte, „untersagte“ die anwesende Polizei diese, da der Platz für eine nachfolgende Veranstaltung gebraucht würde. Jeder Versuch, trotzdem vom Versammlungsrecht Gebrauch zu machen, wurde durch die Polizei unterbunden. Schließlich wurde eine große Gruppe an der Polizeiabsperrung zum NPD-Veranstaltungsgelände und eine weitere auf dem Rückweg zur Kundgebung von CSU und SPD von Polizeieinheiten eingekesselt und verhaftet.

Einen genaueren, und guten, Erlebnisbericht gibt es bei Strage World. Hier wird folgendes Fazit gezogen:

mind. 130 demonstranten. 120 davon in gewahrsam. aus welchem grund? weis keiner!
die demostration wurde deshalb abgesagt, weil ein großer teil verspätet kam. und warum kamen sie verspätet? auf grund von polizeilichen maßnahmen. viele gehen davon aus, das es von anfang an so geplant war und nie die absicht vorlag, und demonstrieren zu lassen

Also mal wieder echtes politisches Interesse, Antifa Präsenz zu unterbinden. Das ist alles nicht neu, aber es drängt sich die Frage nach dem Umgang damit auf – wenn wir faktisch nicht gegen Nazis demonstrieren können( geschweige denn mehr tun), weil die Bullen sie so gut beschützen, müssen wir uns überlegen wie wir dass thematisieren können, und den politischen Preis dieser Polizeieinsätze in die Höhe treiben.