Wie war das in Rostock?

Wer hat angefangen, mit „der Gewalt“ am 2.06 in Rostock? Der black block? die Bullen? Bullenspitzel? Julimond? Mit welcher Motivation? Einen wirklichen Überblick hat wohl niemand, was jeweils behauptet wird hat auch viel damit zu tun, die eigene Postion, Aktion, Distanzierung oder Aufregung zu legitimieren.
Um nicht in allen Diskussionen einzeln meine Version über die Geschichte verbreiten zu müssen, hier eine Skizze des Ablaufs und ein Versuch sich der Frage zu nähern, was zu was führt. All das ist aus Berichten und Erzählungen zusammengeklaubt, die alle miteinander weder repräsentativ noch objektiv sind.

* Deeskalation? Es gab keine oder kaum Vorkontrollen, und im Vorfeld die Ankündigung dass bei Vermummung und angeblich auch bei Leuchtis nicht eingeschritten wird. Während der Demo gab es kein Spalier, und wenig sichtbare Bullenpraäsenz.
Zumindest der Block und der nachfolgende Bereich auf der Demo wurden aber immer wieder massiv angegriffen, scheinbar schon relativ früh, ein Genosse beschrieb das so: „Die sind angestürmt, haben auf alles eingeschlagen und sind wieder weggerannt, die waren nicht auf Festnahmen aus sondern nur auf prügeln. Das ging schon ziemlich früh los.“

* Friedlich demonstrieren? Der Block war sehr gross, es kursieren Zahlen von 5000 – 7000 Personen. Damit war der Block sehr unübersichtlich, was an einem Ende passierte war schon in der Mitte nicht mehr mit zu kriegen. Viele Indymediaberichte beschreiben den „Make Capitalism History“-Block als friedlich. Tatsächlich wurden, aus dem Block heraus, verschiedene tendenziell unfriedliche Aktionen durchgeführt: Es gab einzelne Angriffe auf Presseteams, denen Kameras abgenommen wurden. Die Scheiben von Banken und Geschäften wurden beschädigt. Bullen am Wegesrand (wenn mal welche da waren) wurden attackiert. Vor dem Hotel, das die amerikanische Delegation beherbergt, wurde mit Leuchtis geschossen und Knallkörper geworfen. Das der Block als friedlich bezeichnet wurde, ist m.E. nach nicht verlogen, sonder einfach der Taasche geschuldet dass er so gross und unübersichtlich war. Niemand hat alles mitgekriegt, und in einigen Bereichen waren vielleicht tatsächlich keine Aktionen zu sehen.
Und weil immer wieder von Hooligans die Rede ist: Autonome begründen Angriffe auf Polizei, Geschäfte, Banken etc. politisch. Diese Begründungen kann mensch mehr oder weniger nachvollziehen, aber so tun als würden sich die aktiven bei solchen Aktionen keine Gedanken machen und nur einen Kick suchen ist Blödsinn.

* Am Hafen dann … griffen die Bullen massiv die Demo an, „entsprechende Reaktionen in Form von Wurfgeschossen blieben nicht aus.“ (indymedia) Daraus entwickelte sich dann wohl die Auseinandersetzung. Es gibt auch Berichte über die fingierte Verhaftung eines Zivis, die den riot ausgelöst haben soll.

Meine Einschätzung ist die: Es sind durchaus Aktionen aus der Demo heraus gelaufen (über die sich mensch auch streiten kann). Die Bullenaktionen erfolgten aber unabhängig davon, dafür spricht dass sie einmal relativ früh losgingen, zu einem Zeitpunkt wo noch wenig passiert war, und weil sie ziemlich wahllos waren. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch Emazipation oder Barbarei.


1 Antwort auf “Wie war das in Rostock?”


  1. 1 Die Weltanschauung » Wie war das in Rostock? Pingback am 10. Juni 2007 um 21:17 Uhr
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