4 : ? gegen den VS in München, in den letzten 12 Monaten

In den letzten 12 Monaten gab es 3 erfolglose Anquatschversuche in München, ausserdem wollten der VS gegenüber dem Marat in einem Laden eine Kamera installieren, um dieses jeden Sonntag abfilmen zu können. Das Marat ist ein selbstverwalteter Raum in München, in der Thalkirchenerstr. 104 und der Schwerpunkt der lokalen linksradikalen Szene. Der Ladenbesitzer wollte seinen Laden aber zu diesem Zweck nicht vermieten, stattdessen informierte er die Betreiber_innen des Marat. Damit ist nichts darüber gesagt, ob nicht in einem anderem Laden, oder einer Wohnung doch eine Kamera installiert wurde.
Die 3 Anwerbeversuche – 2 mal Antifafaschist_innen, einmal WASGeht – sind für „Herrn Blenk“ in die Hose gegangen. Grund dafür ist ganz einfach, dass die so angesprochenen keine Lust hatten zu spitzeln, und den VSler abblitzen liessen – so wie sich das gehört. Interessant an den Anquatschversuchen ist noch, dass versucht wurde zwei 20-jährige und einen 18-jähriger an zu werben, also eher kids. Und das neben dem traditionellen Autonomen Politikfeld Antifa auch die WASG für die Schergen interessant ist. Die Münchner Szene ist eher überschaubar, 3 bekanntgewordene Anquatschversuche in einem so kurzem Zeitraum muten mir viel an.
In den letzten Wochen fanden Sonntags im Marat öffentlich angkündigte Veranstaltungen und Treffen im Zusammenhang mit der anti-G8 Mobilisierung statt, vermutlich waren diese das Ziel der Observation. Darüber, warum der Ladenbesitzer auf den Zusatzverdienst vom VS verzichtete, und lieber die Betreiber_innen des Marat warnte kann ich nur spekulieren. Und genau das will ich hier tun: Gerade im Zusammenhang mit der Siko, aber auch was den Umgang mit Naziaufmärschen und Gegenaktionen angeht, hatte die Münchner Polizei im letzten halben Jahr immer wieder schlechte Presse, auch weil die SZ ihre linksliberales Profil wiederentdeckt hat. Die Vorstellung, dass wer Ärger mit den Bullen hat sich diesen auch verdient hat, wird dadurch bei manchen Bürgerin_nen ins Wanken geraten sein. Die Berichterstattung über die Razzien gegen anti-G8 Strukturen in nördlichen Gefilden war auch nicht schlecht, das transportierte Bild war: Da wird mit einem ganz grossen Vorschlaghammer auf eine legitime Bewegung ein geschlagen. Und das wollte der Ladenbesitzer wohl nicht unterstützen. Manchmal echt praktisch, diese linksliberale Öffentlichkeit.


1 Antwort auf “4 : ? gegen den VS in München, in den letzten 12 Monaten”


  1. 1 Zed 06. Dezember 2007 um 17:50 Uhr

    Auch ich wurde schon mal angequatscht. War bereits vor 2 Jahren von zwei Beamten. Der eine stellte sich mit dem Namen Eisenried vor.

    Gruß

    multitasking

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