Dienst nach Vorschrift

Bullenzeug_innen im Oury Jalloh Prozess:

Ihre Sorge dreht sich in den Aussagen darum, Dienst nach Vorschrift geleistet zu haben, soweit er unter gegebenen Bedingungen möglich war. Was mit Oury Jalloh passiert ist, davor, in der Zelle und während des Feuers, kommt in ihren Erinnerungen und persönlichen und kollektiven Verarbeitungen nicht vor. Analog zur Befragung seitens des Gerichts, das sich ausschließlich um Kenntnis und Einhaltung der Verordnungen und die “Schlamperei” kümmert [.]

Zum Kotzen – ein Mensch wird von Bullen ermordet, und das einzige was das die Kolleg_innen und das Gericht interessiert, ist ob „Dienst nach Vorschrift“ geleistet wurde. Das dieser Prozess überhaupt stattfindet ist einer grossen, politischen Anstrengung zu verdanken. Aber es sieht nicht so aus, als würde er viel bringen – zu sehr steuert das Verfahren weg von der Frage, wie Oury Jalloh eigentlich seine Feuerfeste Matraze in Brand gesetzt haben soll, oder woher die Knochenbrüche in seinem Gesicht gekommen sind.
Das Desinteresse des Gerichts trifft auf Zeug_innen, die ihre Kollegen schützen und das Innenleben ihrere rassistischen Mörderbande verschleiern:

Nach den bisherigen Tagen lässt sich sagen: Die Zeit wird von den Zeugen genutzt, um die Aussagen zu kennen, die zur Entlastung der Angeklagten beitragen könnten. Zunehmend kehren in den Befragungen nur noch einige bestimmte Details wieder, umgeben von Vergessen, Nicht-Erinnern oder dem, was schon in den Protokollen gelesen wurde. Wenn die Zeugen auf Widersprüche zu vorherigen Aussagen angesprochen werden, dann “wird es schon so gewesen sein”, wie dort gesagt, und auf jeden Fall im Sinne der Vorschriften.

„Dienst nach Vorschrift“ klingt nach Bummelstreik, und ähnlich verhält sich die Dessauer Polizei wohl auch angesichts rassistischer und rechter Übergriffe. Eifriger sind sie, wenn es darum geht die zu schikanieren, die sich für Aufklärung einsetzen. Und wenn es darum geht, Menschen wegen „Verunglimpfung“ dieses Staates zu belangen, die bei der Aussage bleiben: „Oury Jalloh das war Mord!“


12 Antworten auf “Dienst nach Vorschrift”


  1. 1 Arakonda 15. Mai 2007 um 14:15 Uhr

    Wie kannst du dir eigentlich so sicher sein, dass es Mord war? Dafür gibt es keine Beweise, es könnte genauso gut kein Mord gewesen sein, sondern Selbstmord. Du machst dich lächerlich, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt und du dich darauf versteifst, dass es nur diese eine Möglichkeit gibt.
    Ob es Mord war oder nicht wissen wir nicht und wird man auch niemals wissen. Mehr kann man nicht postulieren.

  2. 2 Administrator 15. Mai 2007 um 14:38 Uhr

    Neben allem was dafür spricht, dass es kein Selbstmord war, z.B. der feuerfeste Bezug der Matratze – mal so den Feueralarm ausschalten weil die übertragenen Schreie stören, was ist das denn für dich?

    Wieso ist es dir so wichtig, genau zu diesem Punkt etwas zu schreiben? Ist ja nicht so, dass du hier sonst dauernd kommentierst.

  3. 3 Arakonda 15. Mai 2007 um 23:31 Uhr

    So feuerfest war der Bezug ja nicht, so wie ich das aus dem Prozessbericht rausgelesen habe. Fakt ist doch, es ist auch möglich, dass er selber dieses Feuerzeug genommen hat und es an die Matratze gehalten hat(und nach ein paar Minuten brennt spätestens auch eine solche „feuerfeste“ Matratze).
    Und dass sie einen Feuerarlarm, der hin und wieder Fehlalarm produziert ausschalten, wenn sie wissen, dass dort wo dieser Alarm losgeht eigentlich nur Eisen, Beton, ein Mensch und eine feuerfeste Matratze ist finde ich zwar nicht zu entschuldigen aber wahrlich nicht unwahrscheinlich.(z.B. wenn ich nur gewusst hätte, dass da eine feuerfeste Matratze ist, dann hätte ich mir natürlich nicht vorstellen können, dass da irgendwas brennt, da mir vor diesem Prozess überhaupt nicht klar war, dass feuerfest nicht feuerfest heißt und das mag den Bullen ähnlich gegangen sein). Und dass sie die Gegensprechanlage runterdrehen, weil sie die Schreie stören, naja, wer in einer Ansiedlung, die den Dorfcharakter hinter sich gelassen hat lebt, der kann sich in etwa vorstellen wie oft es Bullen mit besoffenen Assis zu tun haben und wie genervt sie davon sind und entsprechend auch mal die Gegensprechanlage abdrehen.

    Mir ist dieser Punkt wichtig, weil es mich so dermaßen annervt, dass es in der Linken und hier besonders in der antirassistischen Linken regelmäßig Tatsachen wider besseren Wissens geleugnet werden, Dinge falsch dargestellt werden und, und, und.
    Als wenn die Realität nicht schlecht genug wäre, man muss sich immer noch was erfinden und sich die Wirklichkeit so zurechtbiegen, dass es für die eigene Ideologie passt, anstatt die eigene Ideologie an der Wirklichkeit auszurichten.

  4. 4 Administrator 22. Mai 2007 um 20:17 Uhr

    Aus heutiger Sicht ist keineswegs von der Hand zu weisen, dass bereits die Umstände der Kontrolle, der Festnahme und Identifizierung von Oury Jalloh mit Rassismus zu tun haben – zumal Jalloh einen gültigen Ausweis bei sich trug und erst wenige Monate zuvor schon einmal auf demselben Revier eine Identitätsüberprüfung hatte über sich ergehen lassen müssen, was zumindest einer der Angeklagten wusste. Jalloh hätte also rasch identifiziert werden können, stattdessen ist er stundenlang in eine Zelle gesperrt worden. Solche wiederholten, auch schikanösen Prozeduren erleben Flüchtlinge und besonders Schwarze hierzulande tagtäglich. Man hat es im Gerichtssaal, wo viele Schwarzafrikaner dem Prozess folgen, förmlich gespürt, dass in diesem Verfahren auch ihre demütigenden Alltagserfahrungen Thema sind – besonders spürbar, wenn Polizeibeamte als Zeugen vernommen werden, Zeugen, die sich häufig an nichts mehr erinnern wollten und in eklatante Widersprüche zu ihren früheren Vernehmungen verwickelten. [Rolf Gössner]

    […]

    Der während der ersten vier Prozesstage immer erneut genährte Verdacht hat sich verstärkt: über unentschuldbaren institutionellen und personellen Mängel hinaus dürfte die institutionalisierte, mutmaßlich vom gesellschaftlichen Kontext bestärkte Achtlosigkeit, wenn nicht das Missachten, gar die Herunterachtung von Ausländern eine letztlich tödliche Rolle spielen, insbesondere wenn ihre Hautfarbe nicht ins Bild passt. [Wolf-Dieter Narr]

    Aus Prozessberichten.

  5. 5 Arakonda 23. Mai 2007 um 18:32 Uhr

    Jetzt bist du aber weit gekommen von deiner ursprünglichen Behauptung: „ein Mensch wird von Bullen ermordet“ zu dem letzten Kommentar.

    Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden von deutschen Bullen anders behandelt wie welche mit weißer. Ja, wie banal ist das denn?! Allerdings sehe ich nicht, warum ein weißes Arschloch mit gültigen Papieren, das sturzbetrunken ist und Frauen mies anmacht nicht auch ne Nacht in einer deutschen Bullenwache verbringen würde? Dass die Wahrscheinlichkeit für ein Arschloch mit schwarzer Hautfarbe höher ist mitgenommen zu werden als für eins mit weißer ist doch banal, aber dies bedeutet noch lange nicht, dass dies ungerechtfertigt gewesen wäre.

  6. 6 Administrator 23. Mai 2007 um 19:03 Uhr

    Wenn es für dich Rassismus banal ist …

    „Allerdings sehe ich nicht, warum ein weißes Arschloch mit gültigen Papieren, das sturzbetrunken ist und Frauen mies anmacht nicht auch ne Nacht in einer deutschen Bullenwache verbringen würde?“
    käme auf die fraglichen Bullen, hmm? gegen deine These staht immer noch die von Gössner:
    „zumal Jalloh einen gültigen Ausweis bei sich trug und erst wenige Monate zuvor schon einmal auf demselben Revier eine Identitätsüberprüfung hatte über sich ergehen lassen müssen, was zumindest einer der Angeklagten wusste…“

    Die Ehrenrettung der Bullen liegt dir wirklich am Herzen, was?

  7. 7 Arakonda 23. Mai 2007 um 23:33 Uhr

    „Wenn es für dich Rassismus banal ist …“

    Nein, die Erkenntnis, dass es Rassismus in dieser Gesellschaft gibt und dass es wenig Bullen gibt, die relativ frei davon sind ist banal.

    „gegen deine These staht immer noch die von Gössner:
    “zumal Jalloh einen gültigen Ausweis bei sich trug und erst wenige Monate zuvor schon einmal auf demselben Revier eine Identitätsüberprüfung hatte über sich ergehen lassen müssen, was zumindest einer der Angeklagten wusste…”“

    er wurde sicherlich nicht wegen einer Identitätsfeststellung an die Matratze gefesselt, sondern zur „Ausnüchterung“, also steht Gössners These meiner nicht im Wege, denn Gössner bezieht sich auf die Identitätsfeststellung, wogegen ich mich auf die Ingewahrsamnahme auf Grund seiner Alkoholisierung beziehe.

    „Die Ehrenrettung der Bullen liegt dir wirklich am Herzen, was?“

    Deren Ehrenrettung ist mir schnurz. Mir geht es eher um die antira-Szene und ihren Positivrassismus. Jeder nicht ganz eindeutige Todesfall wird zum Mord hochstilisiert, denn darunter macht ihr es ja nicht, jede Notwehr-Situation von Weißen wird in einen Angriff umgedeutet und so weiter.
    Anstatt nicht zwischen Menschen zu selektieren aufgrund ihrer Hautfarbe und eben diese Selektion anzugreifen, geht ihr her und legitimiert jedes Scheißverhalten solange dieser Mensch die richtige Hautfarbe hat. Sexistische Übergriffe werden mit genau so großer Vehemnz unter den Teppich gekehrt, wie sie benannt werden, je nachdem von wem sie kommen. Scheißverhalten generell wird von Menschen anderer Hautfarbe viel eher hingenommen. Ich könnte diese Liste relativ lange fortsetzen. Aber alle, die sich länger in unseren Kreisen bewegen, werden wissen, was ich meine.

  8. 8 Administrator 24. Mai 2007 um 9:40 Uhr

    Stoppstoppstopp!
    Legitimiert habe ich mal garnichts, wo denn?
    Punkt ist der, dass in dem konkreten Fall, die Bullen Oury Jalloh in verschiedener Hinsicht „überdurchschnittlich“ hart angefasst haben, das zieht sich durch von der Kontrolle, bis dahin dass er, obwohl er schwerst betrunken war alleine gelassen wurde, dass er schwer verprügelt wurde und dass die Gegensprechanlage 2 mal leiser gedreht wurde. Du schreibst einerseits, dass Rassismus bei der Polizei so verbreitet ist, dass er schon banal ist, und andererseits dass das alles nichts damit zu tun hat?

    Deine steile These, dass Scheissverhalten von Menschen „anderer“ – anders als was? – Hautfarbe eher hin genommen wird – vermutlich findest du Belege dafür, ich weiss Fälle wo es genau anders war (innerhalb einer Antira-linken).

  9. 9 Arakonda 24. Mai 2007 um 17:43 Uhr

    „Punkt ist der, dass in dem konkreten Fall, die Bullen Oury Jalloh in verschiedener Hinsicht “überdurchschnittlich” hart angefasst haben, das zieht sich durch von der Kontrolle“

    Ja, der alltägliche Rassismus deutscher Polizisten. Passiert täglich auf fast jeder Wache in Deutschland.

    „bis dahin dass er, obwohl er schwerst betrunken war alleine gelassen wurde“

    Moment, er war nicht schwerst verletzt, sondern „schwerst betrunken“ und da ist es vollkommen üblich, dass so jemand allein gelassen wird oder erwartest du, dass ihm die ganze Nacht das Händchen gehalten wird?

    „dass er schwer verprügelt wurde“

    Das ist wieder so ein Punkt, wo du oder ich überhaupt nicht wissen, warum?! Er war aggressiv und ob der Bulle ihm dann zurecht oder zu unrecht die Nase gebrochen hat, können wir a posteriori nicht beurteilen.

    „Du schreibst einerseits, dass Rassismus bei der Polizei so verbreitet ist, dass er schon banal ist, und andererseits dass das alles nichts damit zu tun hat?“

    Doch natürlich, aber es war noch lange kein Mord, nur weil die Bullen ihn vorher wahrscheinlich aus rassistischen Gründen anders behandelt haben als sie einen Weißen behandelt hätten.
    Als wenn ein dummes rassistisches Arschloch mal so eben einen Menschen bei lebendigem Leib verbrennen lassen könnte. Da gehört schon ein bißchen mehr zu, als ein Durchschnittsrassist zu sein.

    „Deine steile These, dass Scheissverhalten von Menschen “anderer” – anders als was? – Hautfarbe eher hin genommen wird – vermutlich findest du Belege dafür, ich weiss Fälle wo es genau anders war (innerhalb einer Antira-linken).“

    „Anderer Hautfarbe“ meint hier eine Hautfarbe, die so verschieden von der weißen ist, dass es ausreicht um von Euch einen Objektstatus zugesprochen zu bekommen.
    Es bringt glaub ich auch wirklich wenig, wenn ich dir jetzt die zig Beispiele runterbete und du dann mit welchen Dagegenhälst.
    Es geht mir auch nicht um eine Aussage, dass es immer so sei oder dass es nicht auch im Antira-Spektrum fittere Leute gebe, die das anders sehen, mir geht es darum festzustellen, dass in weiten Teilen der antira/critical whiteness Bewegung eine Position vorherrscht, die Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe nicht als Subjekte sieht und an sie entsprechend nicht die gleichen Erwartungen hat, wie an Menschen mit weißer Hautfarbe.

  10. 10 Administrator 25. Mai 2007 um 16:49 Uhr

    Du siehst die Tendenz, dass nicht-weissen von Antiras per se der Subjektstatus abgesprochen wird, und das kotzt dich an. Ok. Da wo sie trifft, würde ich die Kritik auch teilen. Aber trifft das hier? In dem konkreten Fall geht es doch um das, was die Bullen gemacht haben, oder auch nicht.
    Auch wenn du nicht an Mord glaubst, die rassistische Komponente der Geschichte leugnest du nicht. Aber sobald gesagt wird: „Oury Jalloh war das Opfer rassistischer Polizeigewalt“ sagst du „Hey! Da wird jemand zum Opfer erklärst, nur weil er schwarz ist!“ Und aus dem Ding raus verteidigst du abwechselnd die Bullen, und schreibst dass mensch da eh nicht mehr herausfinden kann was vorgefallen ist. Das ist doch absurd, such dir für deine Kritik an der Antirabewegung eine Stelle wo sie passt.

    Noch ein paar konkrete Einwände, gegen deine letzten comments:
    „schwerstbetrunken“ – such die Stelle in den Prozessberichten, wo der Arzt verhört wird – da kommt auch raus, dass Personen in bestimmten Situationen nicht alleine gelassen werden dürfen, u.U. auch im vollsuff. Mehr dazu wenn ich die Stelle mal raussuch, falls ich mal zeit und lust dazu habe.
    „wir nicht wissen warum er verprügelt wurde“ – Na ja, keiner wills gewesen sein, niemand hat einen Arzt oder Sani für ihn bestellt. Klingt nicht so, als ob die Bullen die es waren (wer denn sonst? er wurde ja zwischen Gewahrsamnahme und Einsperren ärtzlich untersuchst, und da war die Nase scheinbar noch nicht gebrochen) glauben dass sie dabei auf der legalen Seite waren. Und das, wo Bullen eh kaum zu befürchten haben, wegen Gewaltanwendung im Dienst belangt zu werden.
    „Als wenn ein dummes rassistisches Arschloch mal so eben einen Menschen bei lebendigem Leib verbrennen lassen könnte. Da gehört schon ein bißchen mehr zu, als ein Durchschnittsrassist zu sein.“
    Verbrannt ist er, der Feueralarm wurde 2 mal abgedreht = verbrennen lassen. Worauf hat dieser Einwand eigentlich abgeziehlt, was woltest du sagen?
    „…jede Notwehr-Situation von Weißen wird in einen Angriff umgedeutet und so weiter.“
    Beziehst du das auf diesen Fall? Oder worauf denn?

  11. 11 Arakonda 25. Mai 2007 um 20:04 Uhr

    „Du siehst die Tendenz, dass nicht-weissen von Antiras per se der Subjektstatus abgesprochen wird, und das kotzt dich an. Ok. Da wo sie trifft, würde ich die Kritik auch teilen. Aber trifft das hier? In dem konkreten Fall geht es doch um das, was die Bullen gemacht haben, oder auch nicht.“

    Ja genau darum geht es, bzw. meine Kritik zielt auf die Bewertung dessen:

    Der Mann hat seine Papiere nicht vorgezeigt und wollte sich nicht durchsuchen lassen. Sie mussten zu dritt vorgehen, um ihn zum Auto bringen zu können, aber der „Kerl“ leistete mit Händen und Füßen Widerstand. Und selbst im Auto leistete er weiterhin Widerstand. In der Polizeidienststelle haben sie ihn in das Arztzimmer gebracht, und den sehr erregten Verhafteten durchsucht, während sie auf den Arzt warteten.

    Wenn du Oury Jalloh als Subjekt wahrnehmen würdest, dann würdest du schreiben: ok, er hat sich verdammt heftig gewehrt, er stand unter Drogen- oder Alkoholeinfluß und es kann durchaus sein, dass es so heftig war, dass die Bullen auch Gewalt anwenden mußten.
    Wenn du ihn als Objekt wahrnimmst, dann würdest du schreiben: ok, er hat eine schwarze Hautfarbe, deshalb ist er per se Opfer und nicht Täter, ergo haben die Bullen ihn ohne richtigen Grund aus rassisitischen Motiven brutal zusammengeschlagen.

    „Auch wenn du nicht an Mord glaubst, die rassistische Komponente der Geschichte leugnest du nicht. Aber sobald gesagt wird: “Oury Jalloh war das Opfer rassistischer Polizeigewalt” sagst du “Hey! Da wird jemand zum Opfer erklärst, nur weil er schwarz ist!” Und aus dem Ding raus verteidigst du abwechselnd die Bullen, und schreibst dass mensch da eh nicht mehr herausfinden kann was vorgefallen ist. Das ist doch absurd, such dir für deine Kritik an der Antirabewegung eine Stelle wo sie passt.“

    Ich habe in obigem Beispiel versucht deutlich zu machen, wo meine Kritik liegt und glaube, dass sie bei deinen Thesen sehr gut passt.
    Nochmal: sehr wahrscheinlich haben die Bullen ihn schlechter behandelt als einen weißen, aus rassisitischen Gründen oder weil sie bei einem Menschen mit schwarzer Hautfarbe noch viel, viel weniger Angst vor einer (erfolgreichen) Dienstaufsichtsbeschwerde oder Strafanzeige haben müssen. Er war also sehr wahrscheinlich Opfer rassistischer Polizeigewalt(wie tagtäglich tausende Menschen, die als migrantisch wahrgenommen werden).
    Das könnte begründet angegriffen werden(z.B. das Gespräch zwischen Bulle und Arzt).
    Er wird von dir, und das ist meine Kritik, aber zum Mordopfer gemacht weil er schwarz ist. Du bezeichnest seinen Tod als Mord, stellst fest, dass seine Verletzungen von unbegründeten Übergriffen der Bullen herrühren ohne dass du irgendwie weisst, wie die Situation war.

    „Noch ein paar konkrete Einwände, gegen deine letzten comments:
    “schwerstbetrunken” – such die Stelle in den Prozessberichten, wo der Arzt verhört wird – da kommt auch raus, dass Personen in bestimmten Situationen nicht alleine gelassen werden dürfen, u.U. auch im vollsuff.“

    Ja, aber das wird von den Bullen immer gleich gehandhabt, unabhängig von der Hautfarbe, entweder sie bringen ihn ins Krankenhaus oder sie lassen ihn allein. Daraus einen rassitisch motivierte unterlassene Hilfeleistung oder Mord durch Unterlassen zu konstruieren ist relativ absurd.

    „“Als wenn ein dummes rassistisches Arschloch mal so eben einen Menschen bei lebendigem Leib verbrennen lassen könnte. Da gehört schon ein bißchen mehr zu, als ein Durchschnittsrassist zu sein.”
    Verbrannt ist er, der Feueralarm wurde 2 mal abgedreht = verbrennen lassen. Worauf hat dieser Einwand eigentlich abgeziehlt, was woltest du sagen?“

    Ich will damit sagen, dass in diesem Land ca. 80% der Einwohner relativ offen rassisitisch sind, diese Bullen vieleicht noch ein wenig mehr als der Nachbar von neben an. Aber, einen Menschen anzuzünden, bzw. absichtlich verbrennen zu lassen ist schon etwas, was eine solche Skrupellosigkeit vorraussetzt, die ich erstmal niemandem so locker vom Hocker unterstellen würde. Zum Abdrehen des Feueralarms habe ich ja schon was ausführlich geschrieben.

    „“…jede Notwehr-Situation von Weißen wird in einen Angriff umgedeutet und so weiter.”“
    Beziehst du das auf diesen Fall? Oder worauf denn?“

    Du kannst es auf die Frage beziehen, ob die Bullen ihn zurecht geschlagen haben, aber beziehen tue ich mich eher auf Ermyas M. in Potsdam und die Reaktionen der antira-Linken (und der Medien) darauf.

  12. 12 Arakonda 25. Mai 2007 um 20:16 Uhr

    Dieser Teil: „Der Mann hat seine Papiere nicht […] sie auf den Arzt warteten.“ war ein Zitat aus dem Prozessbericht, hat leider meine Tags gefressen.

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