rant about g8

Der vor einiger Zeit erschiene Disko Artikel von Mario Möller wurde ja schon mal gedisst, einmal von mir, einmal von Emanzipation oder Barberei. In der aktuellen Jungle ist eine Antwort von Gregor Samsa, von no lager bremen und dem Aktionsnetzwerk globale Landwirtschft. Neben der Kritik an dem Jungle Artikel geht es vor allem um das prinzipielle Problem, das die radikale linke den Anschluss an soziale Bewegungen, hier wie im globalen Süden, so ziemlich verloren hat – was sich auch in der Debatte in der Jungle niederschlägt.
Diese Beobachtung kann ich durchaus teilen, die Diskussion um für, wie, und wieder der anti G8 Mobilisierung bewegt sich stark zwischen den Polen grundsätzliche Ablehnung, strategische Bündnispolitik mit grossen NGO und taktischen Blockadefragen a la „Material oder Masse?“. Jetzt wäre es ganz schön billig, der radikalen linken oder der anti-G8 Mobilisierung pauschal diese Horizontverengung vorzwerfen, ohne ein Wort darüber zu verlieren dass es ja so einfach nicht ist mit der berühmten Basisorganisierung und den noch berühmteren Alltagskämpfen – wo ist denn, ausserhalb von anti-Nazi Aktionen und Gipfelactions mal eine gross genuge Masse an Zecken am Start um was zu reissen? Auf der Arbeit höchst selten.
Und es stimmt ja auch, das die Aktionen gegen den Gipfel prima Gelegenheit zu gemeinsamer Aktion und Diskussion mit interessierten Leuten sind, dass es eine gute Öffentlichkeit geben wird, und und und. Und ganz so, dass es keine Verbindungen mit irgendeinem Grassrootswiderstand gibt ist es ja auch nicht, siehe die Karawanetour und die Zusammenarbeit mit selbstorganisierten Flüchtlingen aus Meckpomm und dem Bombodromwiderstand. Was an all dem geklappt hat und was nicht, und wie es besser laufen kann, dürften nach dem Gipfel spannende Fragen sein – allemal spannender als die, wer den nun die längere Kapitalismuskritik hat.