Archiv für April 2007

Veranstaltungstip – Karl Reitter in München.

Die schon angekündigte Veranstaltung mit Karl Reitter von der Grundrisse am Samstag dürfte interessant werden. Vom Flyer abgetippt:

Wenn wir über das Proletariat sprechen, sprechen wir über uns. Wenn wir über Klassenkampf reden, so sprechen wir über unseren alltäglichen Kampfum Würde, über unsere Opposition gegen die Zumutungen der Profitproduktion.
In dieser Veranstaltung wird versucht, anknüpfend an die Schriften von Marx, ein Verständnis von Klassen und Klassenkampf zu entwickeln, das den Aspekt der emanzipatorischen Überwindung der Verhältnisse ins Zentrum stellt.
Es soll gezeigt werden, dass Klasse keimeswegs mit bestimmten soziologischen Schichten, etwa der Industriearbeiterschaft, und Klassenkampf mit Streben nach mehr Lohn oder besseren Arbeitsbedingungen gleichgesetzt werden kann. Klassenkampf ist mehr und auch anderes: es ist die Opposition gegen das zur Klasse gemacht werden. Und diese Oppostion findet an vielen Orten und in vielen Formen statt.

Ein guter Text von Reitter ist seine Kritik an Heinrich. Vor allem aber den Text „Wo wir stehen“ will ich allen ans Herz legen. Hier sind ein paar Überlegungen zu „Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen“ zusammengestellt. Wer sich nicht den ganzen Holloway antun will, kann diesen Text auch als knappe Zusammenfassung lesen.
Interessant wird die Veranstaltung für mich aus 2 Gründen. Reitter schein mir theoretsich recht nah an Holloway zu sein, zumindest was den Begriff von Klassenkampf betrifft. Was Holloway dazu geschrieben hat war für mich erstmal sehr interessant, das nochmal anders und ausgeführt zu hören wird sicher gut.
Der zweite Grund hat mit den, in München vielleicht etwas komisch bis garnicht ablaufenden, Diskussionen zu tun – ein Teil der aktiven Leute hält scheinbar durchaus mit Klauen und Zähnen an einem old-school Klassenbegriff fest, andere schwimmen im Trend mit und sehen das Kapitalverhältnis als restlos abstrakt und subjektlos. Da tut eine fitte Veranstaltung zum Thema not.

Zeit und Ort:
Samstag, 28.04 20:00 Uhr
Kulturladen Westend, Ligsalzstr. 44, U4/U5 Schwanthalerhöhe.

Heutige Nazimahnwache

Anders als in meinem Wochenplan angegeben, findet die Nazimahnwache erst ab 19:30 am Marienplatz statt. Be there or be square.
Die Stadt ist München ;-)

Wochenplan

Schlimm, schlimm schlimm: indynews gibt es zur Zeit nicht, die Seite vom Marat ist offline. Wo sollt ihr, werte Leser_innen aus Hamburg und Buxtehude erfahren was die Woche so in München los ist? Hier:

Mi, 25.04
Fascho-Mahnwache – Treffpunkt 18:00, Marienplatz
Alle Jahre wieder gedenken die Müncher Faschos Reinhold Elstner – ein Altnazi, der sich irgendwann angezünde hatte um „mit seinem Tod ein Fanal zu setzen, gegen die unendliche Verteufelung eines ganzen Volkes.“ Der in den letzten Jahren so beliebte Spruch unsereseits (Zitat) „Reinhold Elstner, dumm wie stroh, drumm brannte er auch lichterloh“ soll heuer scheinbar wegen „Verunglimpfung der Totenruhe“ oder „Störung des Andenkens Verstorbener“ strafrechtlich verfolgt werden. Die Münchner Bullen ziehen sowas auch durch, letztes Jahr gab es zum gleichem Anlass Verhaftungen wegen „BRD, Bullenstaat“
Mittwochscafe (Marat)
Infoveranstaltung der Kampagne „Block G8″

Do, 27.04
Queercafe (Marat)

Fr, 27.04
Freitagskafe (Marat)
Das Freitagskafe lädt zum „Kampffreitag der Arbeiterklasse.“ Auf den ersten Mai wird mit einem kurzen Vortrag zur Geschichte desselben eingestimmt. Das sonstige Programm: Ska und Oi! im grossen Raum, im Stübchen wird der Film „Fist!“ über einen korrupten Gewerkschaftsboss gezeigt, anschliessend gibt es crustenbewusste Musik aus der Konserve.

Sa, 28.04
Antifademo in Erding
Demo gegen Nazistrukturen in Erding. Demobeginn: 28.04.07 14:00 Uhr am Bahnhofsvorplatz Erding (S2) Treffpunkt München: 28.04.07 12:50 am Fischbrunnen (Marienplatz) Aufruf ist hier.
Veranstaltung über Klassenkampf im Kulturladen Westend, mit Karl Reitter, 20:00 Uhr
Aus dem Flyer: „Es soll gezeigt werden, dass Klasse keimeswegs mit bestimmten soziologischen Schichten, etwa der Industriearbeiterschaft, und Klassenkampf mit Streben nach mehr Lohn oder besseren Arbeitsbedingungen gleichgesetzt werden kann. Klassenkampf ist mehr und auch anderes: es ist die Opposition gegen das zur Klasse gemacht werden.“
Warum ich glaube dass die Veranstaltung gut wird schreibe ich vielleicht nochmal separat, wenn ich die Zeit finde.

Adressen:
Marat – Thalkirchenerstr. 104, Aufgang 2, nähe U3 / U6 Goethplatz.
Kulturladen Westend – Ligsalzstr. 44, U4 / U5 Schwanthalerhöhe.

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EDIT die Kafeseite ist nach wie vor putt, aber der Link wäre auch falsch gewesen. jetzt zeigt er auf die richtige, kaputte Seite. Danke an Helferchen für den Hinweis.

Indymedia mal wieder

Über die Redaktionspolitik von Indymedia muss ich immer wieder den Kopf schütteln. In dem Indymedia-Artikel „Mossad und Adolf Eichmann“ ist viel von einer Zusammenarbeit zwischen Nazi-grössen und zionistischen Organisationen die Rede, und davon das Israel lange kein Interesse daran hatte Adolgf Eichmann fest zu nehmen. Ausserdem wird ein, mir völlig schleierhafter, Zusammenhang zwischen Israels Plänen eine Atombombe zu bauen und seiner Verhaftung suggeriert. Interessant daran ist, dass mal wieder Kommentare dazu, die durchaus eine „Inhaltliche Ergänzung“ darstellen, in den Graubereich moderiert wurden. Mit der Geschichte Israels kenn ich mich praktisch nicht aus, so wahnsiinig interessieren tut sie mich auch nicht. Das herumreiten auf den Nazi-Zionisten connections und die behauptete Verbindung zwischen dem Eichmann-Prozess und Israels Atomprogramm stimmten dann aber doch misstrauisch. Die behaupteten Fakten kann ich nicht beurteilen, insofern bin ich auf halbwegs erhellende Kommentare angewiesen. Ich lese seit Jahren regelmässig indymedia, also weiss ich wie die pseudo-neutralen Indy-Redakteur_innen im grossen und ganzen zu bestimmten Themen stehen – das also kritische oder ergänzende Kommentare wegmoderiert werden war hier keine Überaschung. Aber wie ist es mit anderen Themen, die auch polarisieren? Da nur die formalen, nicht die inhaltlichen Kriterien transparent gemacht werden, ist es im einzelnen schwer zu durchschauen bei welchen Themen sich ein Blick in den Grauberiech lohnen könnte. Die Frage bleibt für mich, wie das open-publishing von indymedia mit transparenten, berechnbaren Redaktionen kombiniert werden kann.

Social engineering Angriff auf münchner Linke

In München wurden in letzter Zeit mehrere Leute von angeblichen AktivistInnen der örtlichen Roten Hilfe angerufen und über persönliche Daten ausgefragt. Die Ortsgruppe München der Roten Hilfe ruft zur Vorsicht auf: Keiner der Anrufe sei von einem/r der AktivistInnen getätigt worden! Hinter den Anrufen könnten BeamtInnen der politischen Polizei oder Anti-Antifa-AktivistInnen aus einer der Münchner Nazibanden stecken!

Indybericht
Bislang ist nicht so klar, ob die Anrufer_innen was herausgefunden haben. So ein Versuch, die Linke auszuspähen ist insofern bemerkenswert, weil hier eine ganz klassiche Hacker_sen Technik verwendet wird. Sich als Aktivist_in der roteh Hilfe auszugeben ist dabei wahrscheinlich eher plump, das die Angreifer_innen es das nächste mal anders versuchen ist zu vermuten. Sich alle möglichen social engineering Angriffe anzuschauen die schonmal irgendwo irgendwer probiert hat, ist auch in diesem Zusammenhang vielleicht ganz lehrreich. Um sich zu schützen braucht mensch aber keine detaillierte Vorstellung, ein geschütteltes Mass Paranoia wenn es um persönliche Daten geht reicht völlig.

Globale Rechte erbetteln?

In Diskussionen unter Kaptilaismuskritiker_innen werden Bewegungen, die mit der Forderung nach Rechten hantieren, gerne mal gedisst. Die Vorwürfe lauten dann staatsfixiert, reformistisch, systemimmanent. Oder es heisst, mensch würde einen vermeintlich wohlwollenden Souverän anbetteln (zuletzt hier irgendwo). Ein bisschen was dazu, warum das so Quatsch ist.

Für den Kommunismus
Ein guter Text zum Thema globale Rechte ist „Hype oder kommunistisches Szenario?“ von Gregor Samsa. Ein wichtiges Detail für die Auseinandersetzung ist, dass es um globale Rechte geht – die für alle überall gelten sollen. Das zu betonen ist wichtig, angesichts diverser nationalistischer Borniertheiten. Aus dem erwähnten Text:

Globale Rechte sind keineswegs Ausfluss ewiger Vernunftwahrheiten, auch wenn das Heer der SonntagsrednerInnen nichts unversucht lässt, globale bzw. Menschenrechte zur weltlichen Variante der alttestamentarischen „Zehn Gebote“ hochzujubeln und folglich zu entschärfen. Globale Rechte sind vielmehr umkämpftes Terrain, in ihnen artikuliert sich das Selbstverständnis politischer und sozialer Bewegungen, mithin ihre Analysen, Konzepte und Forderungen. […] Globale Rechte werden durch nichts und niemanden gewährt – schon gar nicht durch Geburt. Sie müssen stattdessen von unten Schritt für Schritt erkämpft werden, von ihrer erstmaligen Formulierung über ihre Anerkennung im Rahmen allgemeiner Konventionen bis hin zur Verankerung als positives Recht. Hieraus folgt auch, dass das Feld globaler Rechte ein für politische und soziale Bewegungen prinzipiell offenes ist und somit eines, das permanent im Wachsen begriffen ist.

Wenn ich keine Staatsfixierte Politik machen will (will ich nicht) muss ich mir die sozialen Bewegungen und die Rechte, die diese unter Umständen einfordern. Die in ihnen enthaltenen Konzepte, Analysen und Forderungen können und müssen kritisch abgeklopft werden, nur ist es wichtig dabei im Blick zu behalten, aus welchen sozialen Situationen heraus welche Forderungen gestellt werden, und inwieweit verwirklichte Rechte als Etappe zur nächsten Auseinandersetzung taugen.

Prinzipiell zielen globale Rechte auf eine Ausbuchstabierung dessen, was unter Würde und Gerechtigkeit – als den beiden zentralen Eckpunkten gesellschaftlicher Emanzipation – zu verstehen ist. In diesem Kontext kommt insbesondere dem Recht auf aktive gesellschaftliche Teilhabe eine elementare Bedeutung zu. Denn einzig die Möglichkeit, die eigene „Situation zu erklären, Wünsche zu formulieren und Lösungen vorzuschlagen“ (Étienne Balibar) ist das Unterpfand dafür, dass tatsächlich allen Mitgliedern bzw. Gruppen der Gesellschaft Würde und Gerechtigkeit gemäß ihrer eigenen Vorstellungen widerfährt.

Es geht also um die Bedingungen, überhaupt eine Kritk an den Verhältnissen formulieren zu können. Wer diese Bedingungen schon vorfindet, oder kein Interesse daran hat reell etwas zu erreichen tut sich leicht damit Leuten denen es erstmal um „normale“ Teilhabe geht (z.B. Flüchtlinge die sich gegen Arbeitsverbote wehren) Bettelei vorzuwerfen.
Die nächste Frage ist, was haben wir eigentlich an Kapitalismus, Rassismus, Patriachat und der anderen Scheisse auszusetzen? Kann Kritik, die keine Ansprüche stellt, politisch was zerreissen?

Die Identifikation mit globalen Rechten stellt eine Selbstvergewisserung dar. In ihnen bringt die (radikale) Linke das zum Ausdruck, worum es ihr grundsätzlich geht. In kondensierter Form kann dies mit Würde und Gerechtigkeit umschrieben werden; ein weiteres, sinnverwandtes und ebenfalls oft propagiertes Schlagwort lautet: „Recht auf ein gutes Leben“ – bedingungslos und unhintergehbar.

Als ausbuchstabierte Selbstvergewisserung taugt ein Katalog an globalen Rechten (Bildung? Ernährungssouveränität? Mobilität? …), über die sich mensch dann im einzelnen streiten und auseinandersetzen kann, mehr als der obligate Satz unter jedem zweiten Antifa-Aufruf: „Für den Kommunismus!“ Mit der Forderung nach globalen Rechten wird eine Utopie skizziert ohne anzufangen die Gesellschaft nach der Revolution am Reissbrett zu planen, gleichzeitig wird der Massstab transparent, an dem die Verhältnisse hier und jetzt kritisiert werden.
Gleichzeitig steckt in der Rede von globalen Rechten ein grossartig unverschämtes Anspruchsdenken der einzelnen gegenüber der Gesellschaft: Das kleine Kind das entgegen aller Vernunft mit dem Fuss aufstampft und laut plärrt: „Will aber Schokolade!“

Direct action gets the goods!
Ist die Forderung nach Rechten automatisch Bettelei an den Souverän? Ein paar Beispiele, über die sich diskutieren liesse.
+Erfrischender Vandalismus
Verschiedene Grassroots Organisationen forderten Zugang zu Wasser und Strom auch für die Ärmsten. Die Forderungen wurden durch direkte Aneignungsaktionen flankiert, die die konkreten Lebensbedingunge der Menschen verbesserten (Artikel):

Dann wandte sie sich an einen Nachbarschaftsdienst, der sie illegal wieder ans Stromnetz anschließen würde. Kurz darauf erschienen zwei bootleg technicians (éSchwarztechnikerÆ) des Soweto Electricity Crisis Committee [SECC, b089] auf der Kreuzung der Moseka und der Moema Straße. Ohne um eine Gegenleistung zu bitten nutzten sie eine Kombizange und ein Taschenmesser, um mit einem Schnitt hier und einer Verbindung dort wieder Licht in die staubige, baumlose Ecke zu bringen.

Nach dem Vorbild des SECC gründete sich schließlich das Orange Farm „Water Crisis Committee“ (OFWCC), dessen Motto sein Sprecher Bricks Makolo, ein Veteran der Anti-Apartheid-Kämpfe, in den Worten formuliert: „Zerstört die Zähler und genießt das Wasser! Unsere Regierung sagt, Wasser sei ein Grundrecht. Doch jetzt gibt sie unsere Rechte zum Verkauf.“

+ Wie jetzt, Ernährungssouveränität?
Ernährungssouveränität meint den Zugang zu Boden, Wasser, Saatgut und was mensch sonst so braucht um selbstbestimmt Landwirtschaft betreiben zu können, sie ist ein zentraler Inhalt von via campesina. Konkrete Forderungen auf dem Weg dahin sind Marktprotektionismus, Gesetze gegen genetisch modifiziertes Saatgut und die nach keinem Patent auf Leben. Neben diesen, logischerweise auf den Staat gerichteten, Forderungen forciert via campesina auch direkte Aktionen, etwa Landbesetzungen oder die Einrichtung eigener Samenbanken.
+Karawane people here are fighters
Die Forderung nach einem Bleiberecht für möglichst viele ist logischerweise auf den Staat gerichtet. Soweit gekommen, dass überhaupt von einem Bleiberecht im öffentlichen Diskurs die Rede ist, ist es auch wegen der vielfältigen lokalen Initiativen die den politischen Preis von Abschiebungen in die Höhe getrieben haben.

Eine interessante Diskussion wäre es, die Forderung nach globalen Rechten mit den Richtungsforderungen, die zur Zeit so en vogue zu vergleichen – hinsichtlich strategischen Potentials und dergleichen.

Meine besten google referer

Ich habe viel zu spät angefangen, die zu sammeln:

„gute anmache text“
„die grösste Morgenlatte“
„Brutale Scheisse“
„blöd blöd blöd“

und vieles mit Analphabetismus:
„analphabetismus text“
„analphabetismus im 20 jahrhundert“
„funktionaler analphabetismus“

Globalize tha sail-punx movement!

Ich bin gerade auf diesen grossartigen Bericht gestossen: Einer aus so ner Anarcho-Ecke erzählt, wie er erfolglos versucht hat ein „sea collective“ ins Leben zu rufen, und nachdem das nicht klappt alleine fast 2 Monate mit einem Segelboot die südliche Westküste der USA abklappert. Viel Erzählungen über schlechtes Wetter, ätzende Bullen, und die verpsychte Situation monatelang praktisch allein zu sein. Hier noch ein paar Zitate:

In the afternoon, the wind died down to 25 knots and I put up a reefed main. Just as I was about to round point Dume it went from 25 knots east, to absolute dead calm for 1.5 minutes, to 25 knots west. I moved the sails over and continued on the exact same tack.

I wanted to scream „I want relationships with genuine trust that aren‘t based on exchange!“ But my Spanish isn‘t that good.

At one point one of the coastguard guys pointed up and asked „What’s the black flag for?“ I paused for a second and then suddenly yelled „Anarchy!!“ He jumped in his seat, then nodded and went back to his clipboard.

Emo.Core 1.

Ich interessier mich zur Zeit wieder stärker für fanzines – witzigerweise auch wegen der bloggerei. Deshalb gibts in der nächsten Zeit öfters mal ein Review von irgendwelchen Schätzen aus meiner Zine-Truhe zu lesen, anfangen tu ich mit dem neuesten – Emo.Core 1.
Erstanden hab ichs vom Distro der Band Sidetracked (Irgendwo aus dem Pott gluabh. Unna?), die kürzlich das Marat bespasst haben.
Die Zinester_innen sind auch hier auf blogsport vertreten, der Inhalt des ersten Zines steht z.B. hier. Im Zine selber sind ein paar Bandinterviews, mit Katzenstreik, Kollateralschaden und Antitainment. Die Interviews sind allemal interessant, vor allem das urlange mit Katzenstreik. Auch die restlichen Artikel lesen sich sehr sympatisch, angetan haben es mir vor allem der Reisebericht „Germoney in 6 days“ über eine dieser lustigen Tramptouren, wo mensch fast nur in Autos und an Autobahnen rumhängt, unglaublich viel Strecke macht und nirgends was sieht. Super ist auch der Artikel, in dem Benjamin Blümchen endlich mal gewürdigt wird. Ein ganz grosses Highlight ist aber der Force-attack Bericht, so muss ein Zine sein. Allen anderen Artikel merkt mensch an, dass die Schreiberlinge einen ziemlich okayen, linken, Anspruch haben. Das schlägt sich darin nieder dass die Interviewfragen die gestellt werden, oder die Beobachtungen die aufgeschrieben werden, recht nah an dem sind was mich auch interessiert hätte. Konzertberichte, in denen haarklein aufgeführt wird wer wieviel getrunken hat gibt es mal jedenfalls keine, und die vermisse ich auch nicht.
Unterm Strich ein nettes, lesenswertes Heftchen. Holt es euch.

Das ist Punkrock

Der kontroverseste, schnungsloseste,
innovativste und härteste Deutscher Hip-Hop
aller Zeiten, 100% real, keine Gangsta-
Scheisse, kein „Yo Yo meine Bitches“-
Kinderkram. Aus München Giesing.

Igor K nämlich. Bevor jemand anhand des obigen TExtes auf einen Nazi tippt, erst hier gucken.