Auseinandersetzunegen mit Weisssein (II)

Ein älterer Text zum Thema ist „White Privilege: Unpacking the Invisible Knapsack“ von Peggy McIntosh. (html, pdf (7 Seiten)). Der Kern des Artikel ist eine Liste aus 50 Privilegien, die die Autorin geniesst und die sie darauf zurückführt, dass sie als weiss gesehen wird. Diese sind alle auf ihre Situation bezogen – Uni Betrieb, USA, vermutlich nicht eben knapp bei Kasse. Weiter wird kurz skizziert, wie eine Unterteilung dieser Privilegien aussehen kann – in welche, die eigentlich alle haben sollten (Deine Hautfarbe wird nicht vor Gericht als Argument gegen deine Gleubwürdigkeit gesehen) und welche die niemand haben sollte (Du kannst Menschen anderer Hautfarbe ungestraft ignorieren)
Empfehlenswert zu lesen ist der Artikel meiner Meinung nach, weil hier knapp veranschaulicht wird wie so eine Auseinandersetzung mit der eigenen Position für weisse (im Sinne von: als weiss identifiziert) aussehen kann. Was in diesem Artikel nur am Rande erwähnt wird, was aber andere Autor_innen betonen ist, dass etwas wie diese Liste nicht angefertigt werden kann, ohne auf die Wissensproduktion von Leuten zurückzugreifen die nicht als weisse gesehen werden, die diese Privilegien nicht haben. Was mich beim lesen gestört hat ist dass der Begriff „race“ andauernd ohne Anführungszeichen verwendet wurde, und in diesem Text nicht erklärt wurde was das genau meint. Bei Wollrad stand zwar irgendwo dass der Begriff „race“ anders aufgeladen ist als der entsprechende Begriff „Rasse“ – all die kritischen Debatten sollen sich hier niedergeschlagen haben – aber ich bin skeptisch.
Ein offene Frage für mich ist, wie so eine Liste für den hiesigen Kontext (BRD) aussähe, und wie für die radikale Linke. Für Lesetips und andere Anregungen bin ich wie immer dankbar.