AD-Polemik, Lektion 2

Ein wunderbar bescheuertes Beispiel für dumme, antideutsche Polemik liefert against weblog hier:

… the Hannovarian Antifa tries it too: They want discuss about “TAZ: The Temporary Autonomous Zone, Ontological Anarchy, Poetic Terrorism” to use it in Heiligendamm in june.
I don’t care Hakim Bey and his strange book, but i must think of a similar working method in East-Germany. It is named National relieved Zone.

Creepy, what the antiimperialist Antifa Hannover does…

Was haben eine TAZ und eine national befreite Zone gemeinsam? Erstmal nur das Wort Zone.
Eine TAZ wird als kurzzeitige Abwesenheit von staatlicher Autorität, von Ordnung gedacht wird sowie als Raum, in dem neue Begegnungen möglich werden sowie neue Gesellschaften gedacht werden können vorgestellt.
Bei einer national befreiten Zone hingegen steht im Vordergrund, einen Raum zu schafenn in dem die Nazis sanktionsfähig sind und Abweichler_innen bestrafen. Also eine Steigerung des Alltagsterrors den sie eh ausüben bzw. ausüben wollen.
Auch wenn mensch da Konzept TAZ eher doof findet, eine national befreite Zone ist etwas anderes. Das wäre auch leicht herauszufinden, aber against „(doesn‘t) care Hakim Bey and his strange book“ und verzichtet auch bereitwillig auf eine Analyse davon, was no go areas sind – und verharmlost damit rechten, rassistischen Alltagsterror. Against geht es nur darum, linke Politik zu diffamieren. Das Muster, dabei auf oberflächliche Nazivergleiche zu setzen ist weit verbreitet. Das Problem, das dabei nur Polemik herauskommt, und quasi in einem Atemzug eine untaugliche, weil ungenaue Kritik an linker Politik und eine Verharmlosung des Treibens von Faschos geleistet wird ist dabei egal – besonders jenen die diesen Rotz lesen, glauben (aus Dummheit, oder ihn glauben wollen) und mit Schaum vor dem Mund gegen alle wettern, die noch versuchen der herrschenden Scheisse eine emanzipatorische Praxis entgegenzusetzen.


5 Antworten auf “AD-Polemik, Lektion 2”


  1. 1 Alficek 15. Februar 2007 um 14:11 Uhr

    Folgenden Kommentar wollte revache nicht in seinem Blog haben. Darum muß er nun Asyl suchen.
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    Ich hatte recht: das GAWKER und in Folge wir alle werden noch viel Freude mit diesem Blog haben. Vermutlich ist die demilitarisierte Zone auch eine Erfindung der Nazis, ebenso wie die Zeitzone, die Klimazone, die verkehrsberuhigte Zone, die Fußgängerzone und natürlich auch die erogene Zone. Hitlers williger Helfer ist – unschwer zu erraten – die Software Zone Alarm. Die Webseiten poetron-zone.de und simszone.de sind längst national befreite selbige und Rommel irrlichtert vergessen immer noch in dem Ort Zone in Namibia herum. Das ist der Stoff, aus dem Realsatiren sind!
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  2. 2 Administrator 15. Februar 2007 um 15:32 Uhr

    In seinen Kommentaren wird revanche noch lustiger:

    Also in National relieved Zone the authorities lose their power (e.g. police or democrats), because the nazis get more and more influence and power (or they are the police and “democrats”) and the Antifa Hannover seems to get similar power in Heiligendamm.

    oder, noch klarer:

    And by the way: Whats the difference between german Nazis, who attack people in hostile to foreigners reasons and german left-winger, who attack G8 visitors in anti-capitalistic reasons – the philanthropy to their nation or just egoism?

    Damit ist mein Punkt, im Bezug auf Verharmlosungen, nochmal bestens ausgeführt.
    Und Revanche hat sich als Totalitarismustheoretiker_in vom feinsten geoutet – kann gleich bei der Landeszentrale für politische Bildung anfangen.
    Wie bescheuert.
    Ich hatte schon länger auf ein Beispiel dafür gewartet, wie linke durch stupide Nazivergleiche gedisst werden, weil es so ein verbreitetes Muster ist. Aber das ist so dumm, das nimmt doch eh kein Schwein mehr ernst. Muss ich wohl weitersuchen, aber da bin ich zuversichtlich – auf Ivo ist da meistens Verlass.

  3. 3 Alficek 15. Februar 2007 um 17:29 Uhr

    Ja, das ist wirklich strunzdumm. Man sollte ravanche mal die Opferzahlen von Morden der Nazis um die Ohren hauen und im Vergleich dazu, wieviel Morde die Anhänger der linken globalisierungskritischen Bewegung auf dem Gewissen haben. Er zeigt zu viel Ignoranz und zu wenig Realitätsgefühl, deswegen hab ich es gleich für zwecklos gehalten mit ihm zu diskutieren und sofort das satirische Brecheisen rausgeholt.

    Ich glaube trotzdem, daß Du ihn als überspitztes Beispiel angeben kannst – aber es ehrt Dich, daß Du nach intelligenteren Zielen suchst, die nicht von vorneherein den Eindruck von jemanden machen, der noch in der Schule steckt und von gesellschaftlichen Diskursen nur klischeehaft verzerrte Bruchstücke wahrgenommen hat.

    Übrigens: er hat Gudrun Eussner unter „oft gelesen“ verlinkt und das sagt schon einiges über ihn aus. Gudrun Eussner treibt sich gern in rechtskonservativen und homophoben Blogs wie PI und Fakten Fiktionen herum (wo revanches Nazi-relativierenden Ansichten übrigens auch immer gern gesehen werden) und ist sich auch nicht zu fein, gegen das sehr gute und honorige jüdische Informationsportal Hagalil zu hetzen. An der Stelle trennt sich schnell, wer wirklich für Israel und gegen Antisemitismus eintritt und wer nur auf dieser Welle reitet, um das Bedürfnis nach einer einfachen gut-böse Weltsicht zu befriedigen.

  4. 4 Administrator 27. April 2007 um 16:28 Uhr

    Herrlich blöd ist auch unkulturs beitrag:

    „Aufwertung“ – alleine die Nennung dieses Wortes scheint einem schon zu reichen als Analyse. Was sich dahinter verbirgt ist – Vertreibung. So wie Deutsche immer Opfer von Vertreibung sind – damals wie heute durch fremde Mächte ausgelöst. Der Investor kommt und macht der autochthonen Bevölkerung den Lebensraum streitig. Deren Recht leitet sich davon ab, dass sie zuerst da war auf diesem Gebiet.

    „Aufwertung“ – allein die Nennung dieses Wortes sagt schon soviel wie steigende Mieten, teurere Läden, weniger Wagenplätze, rigoroseres Vorgehen gegen Street art, Vertreibung halt. Dass sich Leute dagegen wehren ist eine notwendige soziale Auseinadersetzung. Aber unkultur muss unbedingt den Kampf „autochthon gegen kosmopolitisch“ da drauf projizieren, als Begründung hält erstmal die Vokabel „Vertreibung“ her.

  5. 5 Administrator 30. April 2007 um 17:46 Uhr

    http://www.komplex-schwerin.de/index02062007.htm

    wollten die nazis den kapitalismus überwinden, mußten sie sich in ihrer rassistisch- antisemitischen wahnvorstellung lediglich des inter- nationalen judentums entledigen. die verkürzte, personifizierende kapitalismuskritik hat unweigerlich zur größten barbarei der menschheit geführt – der industriellen massenvernichtung von sechs millionen juden und jüdinnen.

    Den Antisemitismus der Nazis erklären zu wollen, ohne die Ressentiments gegen Reiche in Betracht zu ziehen geht nicht. Aber hier wird, aus dem Interesse die Anti-G8 Mobilisierung zu bashen heraus, sog. verkürzte Kapitlismuskritik zur alleinigen Motivation hinter der Shoa. Das ist so Quatsch. Die fast schon übliche Gleichsetzung von Faschos und Globalisierungskritiker_innen ist blöd und ärgerlich.

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