Finanzierungskonferenz in München

In Anbindung an die Siko in München findet ja auch wieder eine Finanzierungskonferenz des BDI für Nordafrika und den mittleren Osten statt. Bei der Finanzierungskonferenz geht es einerseits um die Öffnung von Märkten fürs deutsche Kapital, insbesondere im Hinblick auf Rohstoffimporte und die Nutzung der Region als verlägerte Werkbank. Andererseits sollen Investitionen in Deutschland als Anlagemöglichkeit für Petroeuros propagiert werden. Ein Artikel bei german foreign policy beschreibt die deutschen Interessen in Hinblick auf Exporte sehr detailiert.

Besonders interessant daran finde ich den Aspekt des Exportes von Überwachungs- und Sicherheitstechnologie.
Saudi Arabien und die Emirate sind grosse Aufkäufer deutsch Technologie, die hierzulande u.a. aus Datenschutzgründen noch nicht flächendeckend eingesetzt werden kann. Genannt werden Iris Scanner und Technologien zur Zensur im Internet. Als ein Anwendungsgebiet wird dir Kontrolle von Arbeitsmigrant_innen in Saudi Arabien genannt.

Ich sehe hier mehrere Anknüpfungspunkte für eine internationalistische Praxis: Einmal das Themenfeld Internet-zensur, Zensur des öffentlichen Raumes in autoritären Regimen die eifrig Tugendterror betreiben. Zum anderen ist hier aber auch ein Anknüpfungspunkt für antirassistische Kämpfe, für eine Solidarität mit den vom Saudi-regime drangsalierten Migrant_innen. Last not least ist hier ein Fall, in dem europäische Repressionstechnologie andernorts erprobt wird.
Als Quelle gibt der gfp text nur die Bundesagentur für Aussenwirtschaft an: http://www.bfai.de/


2 Antworten auf “Finanzierungskonferenz in München”


  1. 1 Kommentare aus der AMAZONAS-Box Trackback am 09. Februar 2007 um 22:39 Uhr
  2. 2 Online Zensur - wer liefert die Technik? | bikepunk 089 Pingback am 23. Februar 2007 um 15:03 Uhr
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