AD-Polemik, Lektion 1

Ein Paradebeispiel für inhaltlich mau begründete Bewegungsdisse lieferte uns die Kolonialwarenhändlerin Tante Emma hier.
Das Rezept ist denkbar einfach: Mensch sucht sich die, in der eigenen Wahrnehmung, bescheuertesten Zusammenhänge. Hier sind das grob die Gruppen, die sich zum „Ani-G8 Bündnis für eine revolutionäre Perspektive“ zusammengeschlossen haben. Die werden dann zu StellvertreterInnen der kompletten Mobilisierung aufgebauscht, dass auch andere mit anderen Inhalten gegen den G8 mobilisieren wird nicht erwähnt. Stattdessen gibt es eimerweise Disse, immer bezogen auf ein paar Zusammenhänge, die aber doch die ganze mobilisierung meint – „Wenn man mit genug Dreck schmeisst wird schon etwas hängen bleiben scheint die Devise zu sein.“


2 Antworten auf “AD-Polemik, Lektion 1”


  1. 1 pupil 24. Januar 2007 um 16:03 Uhr

    Bitte mehr Lektionen!

  2. 2 Administrator 25. Januar 2007 um 18:35 Uhr

    Was aus dem Beitrag nicht klar wird, was mir aber noch wichtig ist: Die konkreten Statements von Gegeninformationsbüro und den anderen kann mensch denen natürlich schon vorhalten. Den kritiklosen, positiven Bezug auf nationale Befreiungsbewegungen teile ich sicher nicht, die in meinen Augen sehr holzschnittartigeSichtweise auf die Dinge, mit der über alle möglichen Widersprüchlichkeiten hinweggebügelt wird gleich dreimal nicht. Vieles was Tante Emma den von ihr kritisirten Gruppen unterstellt stimmt aber so nicht, dazu vielleicht später mehr.
    Von Tante Emma wird allen an den anti-G8 mobilisierungen eine „dabei sein ist alles, im Gruselkabinett der Weltverbesserer“ Attitüde unterstellt. Und das ist so Blödsinn. Tatsächlich laufen seit anderthalb Jahren Diskussionen, aus denen Tante Emma ja auch zitiert. Es ging (ich glaube, mittlerweile stehen die praktischen Fragen eher im Vordergrund) um Fragen wie: Was sind Bezugspunkte für internationale Solidarität, wie verhalten wir uns zu hierarchischen Strukturen, wie verstehen wir die PGA Hallmarks (die als inhaltliche Basis diskutiert wurden), wie können die verschiedenen Schwerpunkte miteinander in Bezug gesetzt werden. Dass diese Diskussionen relativ ernsthaft und genau geführt wurden widerlegt in meinen Augen den Vorwurf der wurschtigkeit gegenüber den Inhalten diverser BündnispartnerInnen. Die Prozesse und Diskussionen im „Gruselkabinett“ tragen mehr zur Weiterentwicklung von emanzipatorischer Theorie und Praxis bei, als ungenaue, fehlgeleitete Polemiken pöbelnder Kolonialwarenhändlerinnen.

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