Blöd, blöd, blöd: Kampagnenwikis für alle.

„I am launching today a new Wikia website aimed at being a central meeting ground for people on all sides of the political spectrum who think that it is time for politics to become more participatory, and more intelligent.“ schrieb Jimbo Wales hier über dieses Projekt. Will der denn intelligente Nazis?
Beispiele für das, was da so ausgeheckt wird, finden sich hier.
Aber wie ist der richtige Umgang mit sowas, jetzt wo die Infrastruktur steht? Ignorieren? Vandalismus? Soweit als möglich nutzen?
Und wieso kommt irgendwer auf so einen Mist?

Mit Mist meine ich nicht die Idee Wikisoftware für politische Arbeit herzunehmen, sondern den totalen Schmarrn, da so völlig wurschtig gegnüber den Inhalten heranzugehen. Erklärbarer, aber nicht weniger doof, wird das anhand dieses Zitates aus dem Mission Statement: „Broadcast media brought us broadcast politics. And let’s be simple and bluntly honest about it, left or right, conservative or liberal, broadcast politics are dumb, dumb, dumb.“
„Broadcast politics“ wird hier genauer definiert, es geht auf alle Fälle um Wählen gehen und solchen Unfug. Und wenn „Politik“ so eingeschränkt gedacht wird, dann ist auch klar dass es darum geht dass sie „more intelligent“ wird, und dann ist der gutbürgerliche Rahmen gesteckt in dem dass passieren kann. „… broadcast politics are dumb, dumb, dumb“? die Schlussfolgerung „If broadcast media brought us broadcast politics, then participatory media will bring us participatory politics.“ ist schlimmer und blöder.
Die andere Frage ist nach dem Umgang damit – Nutzen? Im Moment ist das ganze wohl noch so marginal (was da steht liest kaum ein Schwein), dass es eh nix bringen würde.
Hackerangriffe und Vandalismus? Irgendwie albern.
Beizeiten intervenieren? Bei den paar Ideen, auf die ich einen Blick geworfen habe, ist eh Hopfen und Malz verloren – und genau deshalb könnte es sich lohnen (z.B. hier) emanzipatorischen Senf dazuzugeben. Früher oder später guckt bestimmt jemand auf die Seiten, der oder die halbwegs mitdenkt – und dann sollte da nicht nur solcher Scheiss stehen:
„Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger stärkt die Familie. Sie kann sich der Erziehung und der Fürsorge für ihre Kinder widmen, ohne sich um ihre Einkommenssicherung zu sorgen. “
(Hervorhebung von mir)


2 Antworten auf “Blöd, blöd, blöd: Kampagnenwikis für alle.”


  1. 1 Administrator 17. Januar 2007 um 16:01 Uhr

    Irgendjemad ist auf diesen blog gestossen, weil er oder sie mit Technorati nach dem Begriff „Grundeinkommen“ gesucht hat. falls das noch mal vorkommt soll hier nicht nur Gedisse stehen, sondern auch interessantes für interessierte.
    Die Überflüssigen sind cool. Die wildcat schreibt viel schlaues über soziale Auseinandersetzungen. Labournet kann auch ganz interessant sein. Last not least, auch Auseinandersetzungen mit Rassismus sind soziale Kämpfe – guckt mal bei Kanak Attak und Deutschland Lagerland“ rein

  2. 2 Administrator 18. Januar 2007 um 16:35 Uhr

    Dass Wikis nicht so ohne weiteres als Plattform für merginalisierte Positionen und Stimmen taugen, belegt vielleicht dieses Beispiel.

    Im Zusammenhng mit Wikis ist immer viel von der „Intelligenz des Schwarms“ zu lesen. Schwarmintelligenz funktioniert bei Ameisen ganz gut, weil die sich alle in ihrem Verhalten recht ähnlich sind, und diversen Tricks ohne explizite Kommunikation koordiniert vorgehen. Übertragen auf offene Medien wie Wikis könnten das heissen, dass keine Absprache oder Verschwörung nötig ist um koordiniert in „edit wars“ marginalisierte Positionen solange rauszukicken bis denen die sie vertreten die Lust vergeht. Gemeinsame Patriachale Abwehrreflexe reichen völlig.

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